Jean-François Saliège (* 1943, Chartres, Frankreich; † 1. Juni 2012) war ein französischer Afrika-Archäologe. S. 9–11.

Leben Saliège erhielt seine Ausbildung an der Universität von Paris (Sorbonne), wo er seit 1965 in technischer Funktion unter der Leitung von Louis Glangeaud im Labor für Physikalische Geographie und Dynamische Geologie tätig war. Auf Anregung Glangeauds wirkte er zusammen mit René Létolle, Jean-Charles Fontes, Colette Vergnaux-Grazzini und Annick Filly im Zuge der Gründung der Universität Pierre und Marie Curie (Paris VI) auf dem neuen Campus Jussieu im Jahr 1969 an der Einrichtung des Labors für isotopengeochemische Forschung mit. Jean-Charles Fontes führte ihn im Rahmen zahlreicher Kooperationen mit Forschern des ORSTOM (heute Institut de Recherche pour le Développement, IRD – Institut für Forschung und Entwicklung) in die Feldarbeit in Afrika ein.

Nach einer ersten geochemischen Forschungsmission am Assalsee wurde er durch Alpha Oumar Konaré, dem damaligen Kulturminister Malis und späteren Präsidenten Malis, mit Alain Person und Pierre Fontes zu einer archäometrischen Mission im Nigerdelta eingeladen und es folgten zahlreiche Kooperationen mit Archäologen des IRD (Jean-Pierre Roset, François Paris, Gérard Quéchon) sowie des CNRS (Françoise Treinen-Claustre, Suzy Bernus, Sylvie Amblard-Pison).

Anschließend folgte er Jean-Charles Fontes nach Orsay, wo er ein Labor für Radiokohlenstoffdatierung einrichtete, das im Institut national de physique nucléaire et de physique des particules untergebracht war.

In der Folgezeit nahmen Forschungsprojekte zur Datierung und isotopischen Charakterisierung archäologischer und paläoökologischer Artefakte in ganz Afrika (Mali, Niger, Burkina Faso, Senegal und Mauretanien) stark zu. Ebenso zahlreich waren solche Projekte im Nahen und Mittleren Osten (Jemen, Vereinigte Arabische Emirate und Jordanien) – in Zusammenarbeit unter anderem mit Serge Cleuziou, Tara Steimer-Herbet und Michel Mouton – sowie in Europa, insbesondere auf Zypern gemeinsam mit Jean-Denis Vigne. Auf dem Gebiet der paläoökologischen Studien arbeitete er insbesondere mit Catherine Pierre, Luc Ortlieb, Anne-Marie Lézine und Robert Vernet zusammen.

Ganz selbstverständlich arbeitete er auch als Experte für die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO). Er unterstützte die Organisation beim Umbau sowie der Einrichtung mehrerer Labore für 14C-Datierung in Vietnam, Niger, Senegal, Marokko und Griechenland. 2008 wurde er emeritiert, unterstützte jedoch noch Antoine Zazzo in der Forschungsabteilung des Muséum national d’histoire naturelle im Labor von Jean-Denis Vigne. Eines seiner letzten Projekte war die Datierung von Knochen, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Bonnel de Mèzières im berühmten „Säulengrab“ («tombeau à colonnes») in Koumbi Saleh (Mauretanien) gefunden worden waren.

Persönliches Saliège war mit Bernadette verheiratet. Er hatte mit ihr drei Kinder.

Tod Saliege starb am 1. Juni 2012 zwei Wochen nach einem Herzinfarkt. S. XI–XIII.

Wissenschaftliche Beiträge Jean-Denis Vigne, Isabelle Carrere, Jean-François Saliège, Alain Person, Hervé Bocherens, Jean Guilaine, François Briois: Teaching Collection (Archaeology: Predomestic cattle, sheep, goat and pig during the late 9th and the 8th millennium cal. BC on Cyprus: preliminary results of Shillourokambos (Parekklisha, Limassol)). Groningen 2000, S. 83–105. François Paris, Alain Durand, Edmond Bernus: Vallée de l’Azawagh: Sahara du Niger. 1999. ISBN 978-2-907888-95-0 researchgate.net

Weblinks Alain Person: In memoriam Jean-François Saliège (1943-2012) S. 9–11.

Einzelnachweise

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