Pernitz ist ein Wohnplatz der Gemeinde Golzow (Mittelmark) im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.Golzow, Dienstleistungsportal des Landes Brandenburg, abgerufen am 2. Mai 2026.
Geografische Lage Pernitz liegt rund einen Kilometer nördlich von Golzow an der Bundesstraße 102, die in Nord-Süd-Richtung durch den Ort führt. Nordwestlich befindet sich der Wohnplatz Grüneiche, im Osten liegt die Gemarkung der Gemeinde Planebruch. Die Wohnbebauung erstreckt sich entlang der Bundesstraße. Die umgebenden Flächen werden vorzugsweise land- und forstwirtschaftlich genutzt. Pernitz liegt auf einer Höhe von rund .Pernitz, Brandenburgviewer, abgerufen am 2. Mai 2026.
Geschichte und Etymologie Etymologie Der Ort wurde erstmals 1273 als in villa pernitz urkundlich erwähnt. Weitere Schreibweisen waren Pernitz im Landbuch Karls IV. sowie Pernitz im Jahr 1580.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 315) Der Name bedeutet so viel wie „Ort, wo Quecken wachsen“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 130, ISBN 3-937233-17-2. oder „Ort, wo glühende Asche ist“.
13. bis 15. Jahrhundert Pernitz gehörte vor 1351 bis 1872 zur Familie von Rochow zu Golzow; lediglich in den Jahren 1414 bis 1416 wurde der Besitz vom Kurfürsten eingezogen. Bereits 1273 wurde der Ort als Dorf (villa) erwähnt, als der Markgraf dem Kloster Lehnin Hebungen in Pernitz verlieh. Im Landbuch von 1375 wurden 30 Hufen verzeichnet, davon zwei Pfarrhufen und vier Hufen des Schulzen; zudem bestanden acht Kossätenhöfe und ein Krug. 1450 bestand die gleiche Hufenzahl, wiederum mit zwei Pfarrhufen; 1451 waren jedoch bereits 15 Hufen wüst gefallen. Neben dem Krug werden Kossäten, Schäfer und weitere Dorfbewohner genannt.
16. Jahrhundert Im Jahr 1541 wurden in Pernitz etwa 60 Kommunikanten gezählt. Der Pfarrer verfügte nach wie vor über zwei Hufen ein weiteres wüstes Hofgut mit festgelegter Aussaat. Einnahmen bestanden aus Pachtabgaben, Naturalzehnten an Getreide sowie Anteilen am Fleischzehnten. Der Küster erhielt Naturalabgaben aus den Haushalten. Die Kirche verfügte zudem über eine Wiese und weiteres geistliches Vermögen. Aus dem Jahr 1580 ist überliefert, dass der Schulze Ansprüche auf die vierte, ursprünglich freie Hufe geltend machte; zugleich bestanden wirtschaftliche Einschränkungen, da der Hirte kein Vieh und der Schmied keine Schmiede besaß.
17. Jahrhundert Im Jahr 1624 wurden zwölf Hufner, sieben Kossäten, ein Hirte, ein Laufschmied, ein Schäfer, zweieinhalb Paare Hausleute sowie ein Hirtenknecht gezählt; insgesamt umfasste der Besitz 25½ Hufen. 1652 verringerte sich die Zahl auf vier Hufner (darunter die Schulzin) und sieben Kossäten bei insgesamt zwölf Personen. 1682/1683 wurden 27 Sandhufen gezählt, darunter 13 wüste Hufen in der adligen Kollekte. Zusätzlich bestanden neun Kossätenhöfe, von denen zwei wüst lagen.
18. und 19. Jahrhundert 1745 wurden zwölf Bauern und neun Kossäten verzeichnet, 1772 elf Bauern und zwölf Kossäten. 1801 lebten im Dorf elf Ganzbauern, neun Ganzkossäten, drei Büdner und fünf Einlieger; es bestanden ein Krug, 100 Morgen Holz, vier Morgen Weinberge sowie insgesamt 25½ Bauernhufen und 36 Feuerstellen.
1837 wurden ein Rittergut und das Dorf mit 34 Wohnhäusern genannt. 1858 bestand Pernitz aus Dorf und Gut, wobei kein gesondertes Gutshofgehöft bestand; gezählt wurden fünf öffentliche Gebäude, 41 Wohnhäuser und 80 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Getreidemühle.
20. Jahrhundert Im Jahr 1900 wurden 66 Häuser verzeichnet, 1931 waren es 78 Wohnhäuser mit 94 Haushaltungen. Pernitz bestand als Landgemeinde mit dem Wohnplatz Grüneiche. 1939 bestanden in Pernitz land- und forstwirtschaftliche Betriebe unterschiedlicher Größenordnung: 17 Betriebe mit 20 bis 100 Hektar, neun mit 10 bis 20 Hektar, 17 mit 5 bis 10 Hektar und 19 mit 0,5 bis 5 Hektar.
Im Zuge der Bodenreform wurden 1946 insgesamt 9,25 Hektar aus der Gemarkung Cammer verteilt, darunter an zwei landarme Bauern, 43 nichtlandwirtschaftliche Arbeiter, Angestellte und Kleinpächter sowie als Waldzulage an einen Altbauern. Im Jahr 1957 erfolgte der Anschluss mit der Gemeinde Golzow. 1960 wurde eine LPG des Typs I mit 23 Mitgliedern und 70 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gegründet, die 1963 an die LPG Typ III in Golzow angeschlossen wurde. 1973 bestand im Ort eine Eberstation des VEB Tierzucht Potsdam.
Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Pernitz von 1772 bis 1964 Jahr 1772 1801 1817 1837 1858 1871 1885 1895 1905 1925 1939 1964 Einwohner 207 224 220 250 278 293 339 344 329 350 356 474
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Pernitz Auf dem Dorfanger steht die denkmalgeschützte evangelische Dorfkirche Pernitz. Der rechteckige Fachwerkbau stammt aus dem Jahr 1699 und erhielt um 1860 seine heutige Ummantelung aus Backstein.
Weblinks
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 314 bis 316)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Potsdam-Mittelmark) Kategorie:Ersterwähnung 1273 Kategorie:Gemeindeauflösung 1957 Kategorie:Golzow (Mittelmark)