mini|Büste des Partirachen am Grabmal der Familie Barbaro in der Kirche Sant'Antonio Abate in Udine Ermolao Barbaro (oft zur Unterscheidung Ermolao II. Barbaro; * 30. September 1548 in Venedig, Republik Venedig; † 22. Dezember 1622 ebenda) war ein italienischer Geistlicher und Patriarch von Aquileia aus dem einflussreichen venezianischen Patriziergeschlecht der Barbaro.
Leben Ermolao Barbaro stammte aus einer traditionsreichen venezianischen Familie, die über Generationen hinweg bedeutende Staatsmänner, Diplomaten und hohe Geistliche der Republik Venedig hervorgebracht hatte.
Er war Großneffe von Francesco Barbaro und zweiter Sohn von Marcantonio Barbaro, Prokurator von San Marco, sowie dessen Frau Giustina Giustinian. Er stand im Dienst seines Bruders Francesco (1546–1616), als dieser Patriarch von Aquileia war.
Am 12. Februar 1596 ernannte ihn Papst Clemens VIII. zum Koadjutor-Patriarchen von Aquileia unter dem amtierenden Patriarchen Francesco Barbaro, der ebenfalls aus seiner Familie stammte. Gleichzeitig wurde er zum Titularerzbischof von Tyrus ernannt. Die Einsetzung als Koadjutor mit dem Recht auf Nachfolge (cum iure successionis) diente dazu, den prestigeträchtigen und politisch wichtigen Stuhl des Patriarchats in der Hand der Familie Barbaro und unter dem Einfluss Venedigs zu sichern. Von der Republik Venedig erhielt er eine Pension von 1000 Dukaten, die für seinen angemessenen Lebensunterhalt ausreichte.
Nach dem Tod seine Bruders Francesco Barbaro am 27. April 1616 folgte Ermolao ihm plangemäß als Patriarch von Aquileia nach. Seine Amtszeit fiel in eine Phase politischer Spannungen zwischen der Republik Venedig und dem Erzherzogtum Österreich (unter anderem im Zuge des Uskokenkrieges), die sich auch auf die Verwaltung des Patriarchats auswirkten, da dessen Territorium sowohl venezianische als auch habsburgische Gebiete umfasste.
Der damals tobende Konflikt zwischen den Erzherzögen und der Serenissima sowie die durch diesen Krieg verursachten Verwüstungen, insbesondere im südlichen Friaul, verzögerten den feierlichen Einzug des Patriarchen in Udine bis zum 18. Juli 1618, als der Streit bereits beigelegt war. Anders als sein Vorgänger nahm er jedoch nicht dort seinen Wohnsitz, sondern zog es vor, in Venedig zu bleiben. Zuvor war im Konsistorium vom 22. Mai 1617 der Bischof von Torcello, Antonio Grimani, zu seinem Koadjutor ernannt worden, cum futurae successionis spe.
Barbaro amtierte bis zu seinem Tod im Dezember 1622. Sein Nachfolger im Amt des Patriarchen wurde Antonio Grimani.
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