Elatine gussonei ist eine Pflanzenart aus der Familie der Tännelgewächse (Elatinaceae). Es handelt sich um eine krautige Wasserpflanze, die auf dem maltesischen Archipel und den Pelagischen Inseln endemisch ist und kürzlich auch in Sizilien entdeckt wurde.

Vorkommen Elatine gussonei gehört mit Linaria pseudolaxiflora und Daucus lopadusanus zu den sogenannten pelago-maltesischen Endemiten. Sie wird als seltene, gefährdete bzw. räumlich stark eingeschränkte Art beschrieben, die nur auf Malta, den Pelagischen Inseln und wenigen Fundorten im Südosten Siziliens sicher nachgewiesen ist.

Die Art ist an sehr spezielle, kleinräumige Habitate wie im Winter entstehende temporäre Kalkfels-Tümpel gebunden und bildet dort, wo die Bedingungen passen, rasenartige Bestände.

Die Art ist stark von der Niederschlagsmenge abhängig und durch Störungen ihres Lebensraums wie Verschmutzung, Verfüllung von Felshohlräumen mit Zement, Bauvorhaben oder Einrichtung von Steinbrüchen bedroht. In der Roten Liste des IUCN wurde in einer 2025 veröffentlichten Untersuchung die Art als gering gefährdet (least concern) eingeordnet.

Beschreibung Elatine gussonei ist eine kleine, zarte, einjährige Pflanze, die in den Pfützen auf den Kalksteinen der Garrigue wächst. Sie hat eine Wachstumsperiode von nur drei Monaten, da sie mit der Verdunstung des Wassers am Ende des Frühlings abstirbt. In Dezember und Januar bildet sie kleine, dichte grüne Matten am Grund kleiner Wasseransammlungen oder ist manchmal sogar vollständig untergetaucht. Mit sinkendem Wasserstand wird der obere Teil der Pflanze freigelegt und beginnt bald zu blühen. Die Blüten sind stets oberirdisch und werden von Insekten bestäubt.

Die Pflanze besitzt kleine, unbehaarte, verkehrt-lanzettförmige Blätter mit relativ langen Blattstielen und glattem Rand. Die Blätter wachsen gegenständig oder paarweise am zarten Stängel, der sich bei ausgewachsenen Pflanzen rötlich verfärben kann. Die Blattspreite ist selten länger als 6 mm.

Die Blüten entwickeln sich an einem separaten Blütenstiel (bis zu 1 cm lang) und stehen entweder einzeln oder in Gruppen von zwei oder drei. Sie sind vielblättrig, radiärsymmetrisch und zwittrig. Die Blütenkrone besteht aus vier grün-rosa Kelchblättern und vier rosafarbenen, rundlichen oder halbkreisförmigen Kronblättern. Bei jungen Blüten sind die Kelchblätter gleich groß wie die Kronblätter und werden bei älteren Blüten etwas größer. An schattigen Standorten sind die Kelchblätter größer. Die Blüten besitzen acht hellgelbe Staubblätter und vier Fruchtblätter. Der Fruchtknoten liegt oberhalb der Kronblätter und hat freie Griffel.

Die Fruchtkapsel ist hellgrün, kugelförmig und öffnet sich im reifen Zustand entlang ihres Umfangs. Im Inneren befinden sich zahlreiche, winzige, gekrümmte und dunkelbraune Samen. Sie verbleiben ohne erkennbaren Verbreitungsmechanismus im darunterliegenden Schlamm (oder flachen Wasser).

Lebenszyklus Die Keimung erfolgt etwa im Dezember nach ergiebigen Regenfällen. Die Samen keimen, nachdem sie längere Zeit in Wasser aus Tümpeln eingeweicht wurden, die sich in Felsspalten mit etwas Erde am Grund gebildet haben. Nach der Keimung sind die Blätter zunächst unter Wasser und wachsen dann nach oben zur Oberfläche. Sobald das vertikale Wachstum der Pflanze, verbunden mit dem sinkenden Wasserstand im Tümpel (durch Verdunstung und nachlassende Niederschläge), es dem oberen Teil der Pflanze ermöglicht, die Wasseroberfläche zu erreichen und mit der Luft in Kontakt zu kommen, beginnen die Knospen zu blühen. Die dafür benötigte Zeit hängt von der Tiefe des Tümpels ab, findet aber im Allgemeinen von Mitte Februar bis Mitte März statt. Ab April wird das Wasser deutlich knapper und die Elatine gussonei tritt in ihre Frucht- und Samenverbreitungsphase ein. Wenn das gesamte Wasser verdunstet ist, stirbt die Pflanze ab. Wenn der Lebenszyklus erfolgreich durchlaufen wurde, bleiben Tausende von Samen pro Pflanze in der Pfütze zurück. Die Samen überstehen die heißen, trockenen Bedingungen der folgenden Monate, bis es im Herbst wieder zu Niederschlägen kommt.

Taxonomie Die Art wurde 1906 von dem italienischen Biologen Carlo Pietro Stefano Sommier als Elatine hydropiper var. gussonei beschrieben. 1988 wurde die Pflanze schließlich von den Biologen Salvatore Brullo, Edwin Lanfranco, Pietro Pavone und Giuseppe Ronsisvalle als eigenständige Art identifiziert. Der Gattungsname leitet sich vom altgriechischen Wort ἐλάτη (Tanne) ab, durch den Artnamen wird der italienische Botaniker Giovanni Gussone (1787–1866) geehrt.

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Einzelnachweise

Kategorie:Malpighienartige Kategorie:Malpighiales Kategorie:Endemische Pflanze Kategorie:Malta Kategorie:Pelagische Inseln Kategorie:Fauna und Flora (Sizilien)