mini|Wappen derer von Dargitz (#1) in Siebmachers Wappenbuch Dargitz ist der Name eines erloschenen preußischen Adelsgeschlechts.

Es besteht weder Wappen- noch Stammverwandtschaft zu den 1513 abgegangenen mecklenburgischen Dargitz die auch namensstiftend für Dargitz in Vorpommern waren.Christian Friedrich August von Meding: Nachrichten von adelichen Wapen. Band 2, Johann Philipp Christian Reuß, Hamburg 1788, S. 118.

Geschichte Die Herkunft des Geschlechts ist unbekannt.

Der Obersekretär des Markgrafen Albrecht von Brandenburg (1490–1568), Caspar von Dargitz erhielt 1568 Wendehnen als Lehen.George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6, 4. Abt.: Abgestorbener Preußischer Adel, Provinz Preußen, Nürnberg 1874, S. 12, Tfl 8. Weiterer zeitweiser Besitz in Preußen bestand 1630 zu Beythen im Kreis Friedland und Bolleinen im Kreis Osterode, sowie 1728–1736 zu Ernstburg und Lugowen im Kreis Gerdauen, weiterhin 1727–1846 zu Philippsdorf, 1630 zu Sonnenburg und 1735–1846 Tamperboth im Kreis Rastenburg.Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 1, Ludwig Rauh, Berlin 1855, S. 160.

Der preußische Leutnant Heinrich Gottfried von Dargitz (1734–1817) besaß in der Uckermark 1759–1764 Lübbenow und 1778–1780 Neu-Temmen. Er war zwei Mal mit einer von Arnim vermählt, hinterließ jedoch ausschließlich Töchter. Sein Schwiegersohn Curt Friedrich von Armin (1728–1790) benannte sein Landgut Willmine nach seiner Ehefrau Hanna Wilhelmine von Dargitz († 1830).Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1903. Vierter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1902, S. 28. Sein Schwiegersohn Karl Gottlob von Stülpnagel (1752–1802), heiratete in zweiter Ehe 1787 Auguste von Dargitz (1764–1816). Beider Sohn Carl von Stülpnagel (1788–1875), Landrat im Kreis PrenzlauGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1905, 6. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1904, S. 782–783. erhielt am 16. Januar 1869 laut Allerhöchste Kabinettsorder die Namens- und Wappenvereinigung Stülpnagel-Dargitz, gebunden an den Besitz des von ihm am 24. Mai 1868 gestifteten Familienfideikommiss Lübbenow.Maximilian Gritzner: Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Standeserhöhungen und Gnadenacte von 1600–1873. Mitscher & Rostell, Berlin 1874, S. 145.

Zahlreiche Söhne der Familie standen als Offiziere in der preußischen Armee. Darunter Otto von Dargitz (1791–1813), Leutnant im 2. Westpreußischen Dragoner-Regiment. Er zeichnete sich gegen Ende des Jahres 1812 im Russlandfeldzug aus und wurde mit dem Orden Pour le Mérite geehrt.Gustaf Lehmann: Die Ritter des Ordens pour le mérite. Band 2, Mittler, Berlin 1913, S. 65–66. Er fiel im Gefecht bei Wietstock am 22. August 1813 als Oberleutnant.Bekannte Personen die im Gefecht bei Wietstock starben.

Mit Eduard von Dargitz († 1848), Rittergutsbesitzer und Majoratsherr auf Wendehnen, Veteran der Befreiungskriege, an denen er als Dragoner-Leutnant bei Großbeeren kämpfte, und Träger des Eisernen Kreuzes sowie der Lebensrettungsmedaille, erlosch der Mannesstamm der Familie. Er hinterließ sieben Töchter.Bildarchiv der Kreisgemeinschaft Rastenburg.

Wappen

Das Wappen wird zur Wappengemeinschaft Doliwa gruppiert, jedoch divers blasoniert: In Blau ein silberner Schrägbalken mit drei roten Rosen belegt. Auf dem Helm mit blau-silbernen und rot-silbernen Decken zwischen silber-blau übereck geteilten Hörnern drei rote Rosen übereinander.Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3, 2. Abt., Bd. 1, T. 1: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute AL, Nürnberg 1878, S. 113, Tfl. 151. In Blau mit weißem Schrägrechtsbalken oben und unten von je drei goldenen schrägrechts gesetzten Sternen begleitet. Auf dem gekröntem Helm mit blau-weißen Decken drei (blau-weiß-blau) Straußenfedern.George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6, 5. Abt.: Der abgestorbene Adel der Provinz und Mark Brandenburg, Nürnberg 1880, S. 21, TFl. 11. Auf Blau ein weißer Querbalken, der oben und unten mit je sechs Spitzen abwechselnd und in entgegengesetzten Tinkturen grün und rot besetzt ist. Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken ein Pfauenschwanz. Blau und Gold getrennt durch einen schrägrechts von Gold und Blau getrennten Schrägrechtsstreifen, der oben unter der Mitte in je drei Spitzen ausläuft. Durch vier silberne Würfel schräggeteilt von Blau und Gold.

Angehörige Melchior von Dargitz, brandenburgisch-preußischer Obrist, 1636 Gouverneur der Festung PillauAnton Balthasar König: Biographisches Lexikon aller Helden und Militärpersonen, welche sich in preussischen Diensten berühmt gemacht haben, Band 1, Berlin 1788, S. 343; George Adalbert von Mülverstedt: Die Amtshauptleute und Landrichter im Regierungsbezirk Marienwerder. In: Zeitschrift des historischen Vereins für den Reg.-Bezirk Marienwerder. 1. Heft, Marienwerder 1882, S. 19; Bernd Warlich: Der Dreißigjährige Krieg in Selbstzeugnissen, Chroniken und Berichten. Volkach. (Onlinefassung).

Literatur Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 2, Friedrich Voigt, Leipzig 1860, S. 422.

Einzelnachweise

Kategorie:Preußisches Adelsgeschlecht