mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Hildegarde-Grabfledermaus Die Hildegarde-Grabfledermaus (Taphozous hildegardeae) ist ein am Indischen Ozean in Kenia und Tansania verbreitetes Fledertier in der Gattung der Grabfledermäuse. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung von Mombasa. Die Zugehörigkeit von Populationen auf Flussinseln weiter im Inland von Kenia ist noch nicht vollständig gesichert.

Das Tier ist nach der britischen Autorin und Afrikareisenden Hildegarde Beatrice Hinde benannt.

Merkmale Für das Tier sind eine Kopf-Rumpf-Länge von 79 bis 82 mm, eine Schwanzlänge von 25 bis 29 mm und ein Gewicht von 24 bis 36 g registriert. Manche Männchen legen zeitweilig eine Fettschicht an, die hierbei den höchsten Gewichtswert darstellen. Es sind 63 bis 66 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 11 bis 18 mm Länge und 13 bis 22 mm lange Ohren vorhanden. Die Haare der Oberseite haben einen weißlichen Abschnitt an der Wurzel, einen hellbraunen Mittelteil und schokoladenbraunes Spitzen. In das weiße Fell der Unterseite sind einige braune Haare eingemischt, die weiße Spitzen haben, was Raureif gleicht. Nackte Hautstellen an den Beinen und anderen Körperteilen haben eine braune Farbe. Die Flügel sind nahe am Körper braun und werden zu den Kanten hin weißlich. Auf diesen befinden sich auf beiden Seiten verstreut weiße Haare. Eine sackartige Drüse an der Kehle fehlt. Es liegen Dokumentationen vor, dass auch die für die Familie typischen Drüsen an der Halsflughaut bei einigen Weibchen und bei wenigen Männchen nicht vorhanden sind. Während der Paarungszeit entwickeln Männchen einen deutlichen Bart auf der Kehle.

Die Hildegarde-Grabfledermaus hat kein Nasenblatt und der hintere Teil des Schwanzes liegt frei auf der Schwanzflughaut. Typisch für den Kopf sind eine spitze Schnauze, eine Vertiefung zwischen den großen Augen und dreieckige Ohren, die an den Innenkanten kleine warzenartige Knöllchen besitzen. Der Tragus im Ohr ähnelt in etwa einer Axt in der Form. Im Unterkiefer befinden sich vier Schneidezähne.

Verbreitung und Lebensweise Neben der Population im Küstenstreifen und den Flussinselpopulationen kommt die Fledermaus auf Pemba und Sansibar vor. Sie lebt in tropischen Wäldern, die teilweise mit anderen Landschaften wie Buschflächen und Plantagen ein Mosaik bilden. Das bewohnte Gebiet liegt bis 215 Meter über dem Meer.

Die nachtaktive Hildegarde-Grabfledermaus ruht am Tage in Höhlen, die oft als Korallenriffe entstanden sind. Das Versteck wird mit anderen Fledermäusen wie der Afrikanischen Schiebeschwanz-Fledermaus, der Zentralafrikanischen Langflügelfledermaus, dem Nilflughund, der Afrikanischen Dreizahnblattnase, der Riesen-Rundblattnase, mit Macronycteris vittata, der Gewöhnlichen Rundblattnase oder mit Percivals Kleinohr-Dreizackblattnase geteilt. Ein Männchen verteidigt einen kleinen Harem gegen andere Männchen. Dabei ist der Abstand zu einer anderen Gruppe gering. Zur Erhaltung des Harems werden Schreie, Kampfhandlungen und Markierungen mit Drüsensekret benutzt, die am bewohnten Platz und an den Weibchen hinterlassen werden. Junggesellen ruhen am Rande der Kolonie, die bis zu 1000 Mitglieder haben kann.

Die Beute besteht aus Heuschrecken und Schmetterlingen sowie je nach Jahreszeit aus anderen Insekten. Paarung finden in der Trockenzeit statt, die Ende Juli und Anfang August eintritt, so dass die meisten Nachkommen im Dezember geboren werden. Wenige trächtige Weibchen kommen im Januar und Februar vor. Eine verzögerte Entwicklung des Embryos scheint möglich.

Gefährdung Eine Zunahme des Tourismus an den Küsten führt zu Landschaftsveränderungen und zu Störungen durch Besucher in den Höhlen. Von diesen Höhlen waren bis 2019 zwölf bekannt. Die IUCN listet die Hildegarde-Grabfledermaus als stark gefährdet (endangered).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Glattnasen-Freischwänze