Michael Moses Sacher (* 17. Oktober 1917 in Manchester; † 29. Juli 1986 in London) war ein britischer Manager, Philatelist und Autor philatelistischer Fachliteratur. Er gehörte zur Familie der Gründer von Marks & Spencer und war von 1972 bis 1984 stellvertretender Vorsitzender des Unternehmens. Daneben engagierte er sich in jüdischen und zionistischen Organisationen und veröffentlichte zur Postgeschichte Palästinas.

Leben mini|Nachbau eines frühen Penny Bazaar von Marks & Spencer in Leeds

Michael Moses Sacher wurde am 17. Oktober 1917 in Manchester geboren. Er war der älteste Sohn des Juristen, Publizisten und Zionisten Harry Sacher und dessen Ehefrau Miriam Marks. Seine Mutter war eine Tochter von Michael Marks, einem der Gründer von Marks & Spencer.

Die Familie zog 1921 nach Palästina, wo Harry Sacher als Barrister arbeitete. Michael Sacher begann dort seine Schulausbildung und lernte Hebräisch. 1930 kehrte er nach England zurück und besuchte die St Paul’s School sowie anschließend das New College der University of Oxford.

1938 heiratete Sacher Audrey Glucksman. Sie starb 1984. Im Jahr 1986 heiratete er Janice Puddephatt. Aus erster Ehe hatte er drei Söhne und zwei Töchter.

Berufliche Laufbahn und Kriegsdienst Sacher trat 1938 in das Unternehmen Marks & Spencer ein und arbeitete zunächst am Standort Hammersmith. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er 1939 in das Royal Army Service Corps eingezogen. Er diente im Western Desert Campaign, absolvierte 1943 das Staff College in Haifa im Rang eines Majors und war Verbindungsoffizier zu General Philippe Leclerc de Hauteclocque sowie zu alliierten Verbänden im Italienfeldzug.

Nach dem Krieg kehrte Sacher zu Marks & Spencer zurück. 1948 wurde er Group Merchandise Manager und war unter anderem für Personalfragen, Lebensmittelabteilungen und den Filialbetrieb zuständig. 1972 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Unternehmens; diese Position hatte er zwölf Jahre lang inne. Außerdem war er Trustee der National Gallery in London und Gouverneur der Hebräischen Universität Jerusalem.

Jüdisches und zionistisches Engagement Sacher blieb zeitlebens mit jüdischen und zionistischen Organisationen verbunden. Nach dem Tod seines Vaters wurde er 1971 von der Jewish Telegraphic Agency als Vorsitzender des Joint Palestine Appeal und des Londoner Komitees der Agentur genannt. Bei der Gründungsversammlung der neu konstituierten Jewish Agency for Israel im Juni 1971 trat er als Vorsitzender des Joint Palestine Appeal in Großbritannien auf und wurde in das Exekutivorgan der Organisation gewählt.

Der Nachruf in The Times nennt außerdem Tätigkeiten für die Weizmann Institute Foundation, die Reali School in Haifa und den Jewish National Fund Charitable Trust. Die Hebräische Universität Jerusalem führt das 1959 gegründete Harry and Michael Sacher Institute for Legislative Research and Comparative Law auf eine Spende der Familie Sacher zurück.

Philatelie

Sacher beschäftigte sich als Philatelist vor allem mit der Postgeschichte Palästinas und des Nahen Ostens. Er veröffentlichte mehrere Beiträge zu diesem Sammelgebiet und war Fellow der Royal Philatelic Society London. Seine Sammlung wurde nach seinem Tod 1989 von Christie’s-Robson Lowe versteigert.Foreign Post Offices in the Holy Land 1362–1917. The Michael Sacher Collection

1995 veröffentlichte die Royal Philatelic Society London unter dem Titel The Postal Markings of Mandate Palestine 1917–1948 eine von Jeffrey Schneider herausgegebene und überarbeitete Sammlung von Sachers Arbeiten.

Schriften (Auswahl) Army and Field Post Offices of Egypt and the EEF, 1914–20. Supplement zu The London Philatelist, London 1970. Government “Certified Official” & Post Office Cachets of British Mandate of Palestine. British Association of Palestine-Israel Philatelists, 1981. mit E. Glassman: The Postmarks and Other Markings of Mandate Jerusalem (1917–1948). Zeʾev Galibov, London 1982. Jeffrey Schneider (Hrsg.): The Postal Markings of Mandate Palestine 1917–1948. Edited and Revised from the Collected Works of Michael Sacher. Royal Philatelic Society London, London 1995, ISBN 0-900631-30-9.

Weblinks

Porträt Michael Sachers von Bern Schwartz, 1978 bei der Bern Schwartz Family Foundation

Einzelnachweise

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