mini|Marian Dawkins (2014) Marian Ellina Stamp Dawkins (* 13. Februar 1945 in HerefordWho Is Marian Dawkins? – Her Early Life, Religion, Family Connections, and Relationship to Richard Dawkins, abgerufen am 21. Mai 2026.) ist eine britische Biologin, Ethologin und ehemalige Hochschullehrerin an der University of Oxford.
Leben und Wirken Dawkins studierte Zoologie am Somerville College, wo sie ihren Bachelorabschluss erwarb und 1970 mit der von Nikolaas Tinbergen betreuten ethologischen Schrift The mechanism of hunting by ‘searching image’ in birds zur Dr. phil. promoviert wurde. Ab 1977 fungierte sie als Lecturer für Zoologie und ab 1998 als ordentliche Professorin für Tierverhalten an der University of Oxford.
Dawkins forscht und lehrt insbesondere zu Fragen des Tierverhaltens in Zusammenhang mit dem Tierschutz und Tierwohl, insbesondere im Hinblick auf Geflügel. Dabei stellt sie die subjektiven Empfindungen der Tiere selbst in den Mittelpunkt.From an animal’s point of view: Motivation, fitness and animal welfare, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch). 1989 veröffentlichte sie eine Studie, in der sie Hennen gefilmt und bei ihren alltäglichen Verhaltensweisen beobachtet hatte. Aus diesen Aufzeichnungen leitete den Platzbedarf der Hennen und verglich ihn mit dem verfügbaren Platz in Legebatterien, woraus sie den Schluss zog, dass durch den zu geringen Platzbedarf viele der natürlichen Verhaltensweisen in Legebatterien stark eingeschränkt bis gänzlich ausgeschlossen seien.Space Needs of Laying Hens, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch). Bei ihrer Forschung misst sie den Bedürfnissen der Tiere zentrale Bedeutung zu, sodass es ihrer Ansicht für einen effektiven Tierschutz nicht darauf ankommt, ob Tieren ein subjektives Bewusstsein beigemessen wird oder nicht.Crystallizing the Animal Welfare State, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch).WHAT DO ANIMALS WANT?, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch). 2000 hatte Dawkins zudem einen Auftritt als wissenschaftliche Beraterin in einer Folge der Dokumentarfilmreihe Nature., abgerufen am 21. Mai 2026.
In den 2010er-Jahren entwickelte Dawkins mit Kollegen aus den Fachbereichen Ingenieurwissenschaften und Statistik anknüpfend an ihre vorherige Forschung das System OpticFlock zur lebenslangen Überwachung des Wohlbefindens von Hühnern. Anhand statistischer Muster werden hier die Bewegungen von Hühnerscharen ausgewertet und so klinische Probleme wie beispielsweise Lahmheit erkannt. Seit Dezember 2020 wird das System auf einem Bauernhof in Arkansas eingesetzt. Anhand des Systems sollen zudem frühzeitig Campylobacter-Infektionen erkannt werden.Marian Stamp Dawkins, FRS CBE, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch). Sie sieht dies und ihre Forschung allgemein als Ansatz dazu, Tierwohl nicht allein durch die Vermeidung von Leiden herzustellen, sondern vielmehr durch die Förderung von Wohlbefinden.Why Measuring Animal Joy Could Change How We Treat Pets, Zoos, and Farms, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch).
Inzwischen ist Dawkins emeritiert, ist an der University of Oxford aber weiterhin als Emeritus Fellow tätig.
Auszeichnungen Dawkins wurde 1991 von der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals mit dem British Society for Animal Protection Award ausgezeichnet. 2009 erhielt sie die Niko Tinbergen Medal der Association for the Study of Animal Behaviour und 2011 die Robert Fraser Gordon Medal der World Poultry Science Association.
Dawkins wurde im Rahmen der Neujahrs-Ehrungen 2014 für ihre Verdienste um den Tierschutz zum Commander of the Order of the British Empire (CBE) ernannt.The London Gazette, Ausgabe vom 31. Dezember 2013, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch). Ebenfalls 2014 wurde sie als Fellow in die Royal Society aufgenommen.
Privat Am 19. August 1967 heiratete Dawkins in Annestown im County Waterford, Irland, Richard Dawkins.The God Delusion author Richard Dawkins to write his memoirs, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch). Die Ehe wurde 1984 geschieden, wobei sie auch in der Folge den Nachnamen „Dawkins“ verwendete.
Publikationen (Auswahl)
Deutsche Ausgabe: Leiden und Wohlbefinden bei Tieren Aus dem Englischen übersetzt von Beate und Leopold Peitz. Ulmer, Stuttgart 1982, ISBN 978-3-8001-4049-7.
Deutsche Ausgabe: Die Entdeckung des tierischen Bewusstseins Aus dem Englischen übersetzt von Andreas Held. Spektrum, Heidelberg 1994, ISBN 978-3-86025-203-1.
Weblinks
Marian Dawkins bei der University of Oxford Marian Dawkins bei der Royal Society
Einzelnachweise
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