mini|Salzstollen in Praid Das Salzbergwerk Praid (, ) war ein Steinsalzbergwerk auf dem Areal der Gemeinde Praid (Salzberg) im Kreis Harghita in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Infolge der Überschwemmungen im Mai 2025 ist das Salzbergwerk vorübergehend und auf unbestimmte Zeit geschlossen.Angaben auf der Website des Salzbergwerks, abgerufen am 17. Mai 2026 (rumänisch).

Lage mini|Ödön Nemes: Salzberg bei Praid (1882) Das ehemalige Salzbergwerk liegt im historischen Komitat Udvarhely im Gurghiu-Gebirge – ein Teilgebirge der Ostkarpaten. In diesem Bereich fließt der Bach Corund, ein linker Nebenfluss der Târnava Mică (Kleine Kokel). Die Salzschichten in den Trachytbergen der Region haben eine leicht elliptische Form mit einem Durchmessern von 1,2 bzw. 1,4 Kilometer und erstrecken sich bis in eine Tiefe von 2700 m.

Geschichte mini|Zugang zum Salzbergwerk und Göpel mini|Salzstollen in Praid (1975) Bereits in der Römerzeit wurde hier Salz gewonnen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1291 in einer Schenkung des ungarischen Königs Andreas III. 1405 verbot König Sigismund von Luxemburg den Großgrundbesitzern die Salzgewinnung auf ihren Ländereien, sein Nachfolger erließ daraufhin ein Gesetz, demzufolge die Szekler und Siebenbürger Sachsen dreimal jährlich Salz aus dem Bergwerk Praid gewinnen konnten. Südwestlich des Salzbergs wurde 1762 das „Bergwerk Jozsef“ eröffnet. Das Salz wurde in Büffelhäute eingebunden und mit einem Pferdegöpel an die Oberfläche gefördert.

Die Auslaugungen und Brüche der Salzschichten in der Nähe der Oberfläche, veranlassten den Untertagebau in der Gegend zu versuchen. Auf dem Gebiet um den Ort Praid wurden mehrere Gruben errichtet. Nachdem der Geologe Paul Partsch im Jahr 1826 das Gebiet besuchte, berichtete er von zwei mit etwa 70 Klafter (ca. 125 m) voneinander liegenden Gruben, von denen die östliche aufgegeben war und nur die 1780 angelegte Josefi-Grube mit einer Breite von 22, einer Länge von 25 und einer Tiefe von 46 Klaftern in betrieb war.František Pošepný:

1864 wurde neben dem „Jozsef-Stollen“ der trapezförmige „Parallel-Sollen“ () eröffnet, welcher der größte unterirdische Hohlraum des Landes war. Im Jahr 1898 wurde veranlasst im nordöstlichen Teil des Salzbergs einen Reservestollen zu errichten, wodurch die Arbeiten am Forschungsstollen „Erzsebet“ (Elisabeth) begonnen wurden.

1896 wird im Ungarisches Montan-Handbuch erwähnt, dass in Parajd eine 4.185 m² große Abbausohle mit drei Schachtausgängen, sechs tagmündenden Stollen und ein Göpel sich befinden. Weitere Stollen sind Gheorghe Doja, benannt nach dem ungarischen Adligen György Dózsa, 1949 eröffnet und Telegdy 1994 in Betrieb gegangen.

Bis 1970 wurde das Salz bei Gh. Doja mit Hilfe eines Pferdegöpel und einer Schmalspurbahn an die Oberfläche gefördert, danach mit 16-Tonnen-Lkw’s.

Der obere Teil des Massivs ist inhomogen und weist zahlreiche Spalten, Risse und Hohlräume auf, sodass Regenwasser und auch das Wasser des Baches Corund, ein Nebenfluss der Târnava Mică, relativ leicht in die Tiefe eindringt und mehrfach Überschwemmungen des Salzbergwerks verursachte. Die durchschnittliche Menge des Salzwassers von 35 m³/Tag wurde aus dem Stollen „Erzsebet“ in die Târnava Mică gepumpt. Mehrfach wurde die Salzförderung durch Sprengung abgeraten, letztens 2021.Societatea Națională a Sării (Nationale Salzgesellschaft):

2023 wurde von der nationalen Salzgesellschaft SALROM (Societatea Națională a Sării) ein Untertagebau-Bohrwagen angeschafft.

Salzheilstollen Das Erholungszentrum befindet sich bei „Orizontul 50“ in einer Tiefe von etwa 120 Metern. Die Besucher werden mit speziell dafür vorgesehenen Bussen eine Strecke von etwa 1250 Metern bis zum Eingang des Erholungsgebiets des Bergwerks gebracht. In den erschlossenen Stollen mit einem Volumen von mehreren Zehntausend bis Hunderttausend Kubikmetern herrscht ein stabiles Mikroklima, welches sich durch eine konstante Temperatur von etwa 16 °C, eine Luftfeuchtigkeit von etwa 50 % und salzhaltige Aerosole mit therapeutischer Wirkung auszeichnet. Die Räume sind mit Kinderspielplätzen, einem Restaurant, Billardtischen, Sportplätzen, Ruhebänken und einer ökumenischen Kapelle ausgestattet. Die Kapelle wurde 1993 von Priestern der orthodoxen, der römisch-katholischen und der reformierten Konfession geweiht.

Wassereinbruch-Problematik In den Stollen des Bergwerks wurden immer wieder Wassereinbrüche verzeichnet. Im Jahr 2022 wurde das Flussbett des Corunds nicht von den Baumstämmen befreit, die von Bibern gefällt worden waren. Infolgedessen änderte das Wasser seinen Lauf, weichte den salzhaltigen Boden auf und drang in die Stollen ein. Aufgrund der starken Regenfälle im Mai 2025 brach ein Damm unter dem Wasserdruck ein. Ein Teil der Stollen wurde zerstört, während Salzvorräte und Ausrüstung überflutet wurden.

Anfang Juni 2025 verkündeten die rumänischen Behörden: „Wir prüfen außerdem die Möglichkeit, ein neues Salzbergwerk zu bauen, um diese für Rumänien und Europa äußerst wichtige Marke zu erhalten“. Zu dem Zeitpunkt reisten auch Experten aus Spanien, den Niederlanden, Deutschland und Ungarn nach Rumänien. Sie sollten die dort gemessene Salzkonzentration in der Târnava Mică bewerten, welche doppelt so hoch war wie erlaubt, und das Risiko für Mensch und Umwelt einschätzen. In diesen Fluss mündet der Bach Corund, aus dem ein Großteil des Trinkwassers für rund 40.000 Menschen stammt. In mehreren Städten der Region wurde für 30 Tage der Notstand ausgerufen. Die Bevölkerung wurde dringend aufgefordert, kein Wasser aus dem öffentlichen Netz zu trinken.

Weblinks

Website des Salzbergwerks in Praid Auf den Spuren des Salzes... „Salina Praid“ bei karpatenwilli.com

Einzelnachweise

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