Rejsyty () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Rychliki im Powiat Elbląski.
Geographische Lage Rejsyty liegt am Flüsschen Brzeźnica () im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 15 Kilometer südwestlich der Stadt Pasłęk bzw. 23 Kilometer südöstlich der Kreismetropole Elbląg.
Geschichte Ortsgeschichte Bei dem einst Rossitten genannten Dorf handelt es sich um einen Gutsort mit einem großen Park an der Südseite der Gutsanlage.Dietrich Lange: Rossitten, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) In Grenzbeschreibungen der Handfesten von Geißeln und von Laubnitz aus den Jahren 1329 bzw. 1347 wurde der Ort erwähnt, ebenso anlässlich eines Eintrages in das Zinsbuch des Deutschen Ordens.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Rossitten (Landkreis Preußisch Holland)
Von 1535 bis 1549 war Jacob von Diebes der erste Besitzer auf Rossitten,Informationszentrum Ostpreußen: Rejsyty – Rossitten ihm folgte Albrecht von Diebes. Dieser verkaufte das Anwesen im Jahre 1598 an Oswald von Reibnitz, und in dieser Familie verblieb das Gut fast 200 Jahre. Nachfolgende Besitzer waren die Familien von Korff und von Finckenstein.
Im Jahre 1785 wurde Rossitten als ein „adlig Dorf“ und Vorwerk mit 14 Feuerstellen, im Jahre 1820 als adliges Vorwerk mit 13 Feuerstellen bei 131 Einwohnern beschrieben.
Im Jahre 1865 erwarb Wilhelm Freiherr von Minnigerode das Rossittener Gut käuflich. Dieser Familie gehörte es bis über 1900 hinaus.
Am 28. Mai 1874 wurde Rossitten Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland im Regierungsbezirk Königsberg.Rolf Jehke: Amtsbezirk Rossitten
In Rossitten waren im Jahre 1885 152, im Jahre 1910 185 Einwohner gemeldet.
Am 30. September 1928 vergrößerte sich Rossitten um den Nachbarort Opitten, der eingemeindet wurde. Die Einwohnerzahlen dieser neu formierten Gemeinde beliefen sich im Jahre 1933 auf 280 und im Jahre 1939 auf 252.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland
Vor der im Frühjahr 1945 herannahenden Roten Armee gingen die meisten Einwohner Rossittens per Treck auf die Flucht. Im April 1945 erreichte der Treck Nordburg unweit der jetzt niedersächsischen Stadt Celle.
In Kriegsfolge kam in demselben Jahr das gesamte südliche Ostpreußen zu Polen. Rossitten erhielt die polnische Namensform „Rejsyty“ und ist heute eine Osada (= „Siedlung“) innerhalb der Gmina Rychliki im Powiat Elbląg, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Rejsyty 248 Einwohner.
Amtsbezirk Rossitten (1874–1945) Bei seiner Errichtung waren in den Amtsbezirk Rossitten drei Kommunen eingegliedert, am Ende war es nur noch das Amtsdorf Rossitten selbst:
Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Laubnitz Łubnica 1928 nach Günthersdorf eingemeindet Opitten Wopity 1928 nach Rossitten eingemeindet Rossitten Rejsyty
Religion Bis 1945 war Rossitten in den Sprengel Königsblumenau der vereinigten evangelischen Kirchengemeinden Blumenau-Heiligenwalde im Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 470 außerdem in die römisch-katholische Pfarrei Christburg im Dekanat Stuhm des damaligen Bistums Ermland eingegliedert.
Heute gehört Rejsyty evangelischerseits zur St.-Georgs-Kirche in Pasłęk, einer Filialkirche der Pfarrei Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, sowie katholischerseits zur Pfarrei Kwietniewo im Dekanat Dzierzgoń des jetzigen Bistums Elbląg.
Verkehr Rejsyty liegt an einer Nebenstraße, die die Woiwodschaftsstraße 527 bei Rychliki mit der Woiwodschaftsstraße 526 bei Myślice verbindet. Eine von Wopity kommende Straße endet in Rejsyty.
Eine Bahnanbindung besteht nicht. Von 1893 bis 1945 war Blumenau, ab 1931: Königsblumenau die nächste Bahnstation. Sie lag im Abschnitt Elbing–Miswalde der Bahnstrecke von Elbing nach Hohenstein, die nicht mehr existiert.
Literatur Horst Zlomke: Rossitten. Auszug aus „Das Kirchspiel Königsblumenau“. Chronik, Geschichte und Berichte
Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Rossitten
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Rychliki