mini|Stolperstein für Albert Capell in der Mittelstraße in Köln mini|Anzeige im Kölner Adressbuch (1926) mini|Capell schuf das Foto zur Eröffnung der Universität zu Köln (1919) Abraham Albert Capell (* 19. August 1883 in Köln; † 7. Juli 1944 im KZ Auschwitz) war ein deutscher Fotograf und Antiquitätenhändler.
Biographie Albert Capell wurde am 19. August 1883 in Köln geboren. Er war der Sohn von Eva Dülken (1856–1942) aus Deutz und dem Schuhmacher Hermann Capell (1845–1926) aus Jülich, der ein Geschäft für Maßschuhe in der Ludwigstraße in Köln besaß. Die Familie hatte fünf Kinder.Laut einer Meldung in der Kölnischen Zeitung v. 14. Juli 1917 diente ein Mann namens Albert Capell aus Köln im Ersten Weltkrieg als Soldat und wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
Etwa 1908 eröffnete Capell in der Kölner Mittelstraße ein „Atelier für Kunstfotografie und Malerei“.Kölner Lokal-Anzeiger, 11. Dezember 1918, S. 4. Zudem führte er ab 1920 als Prokurist die „Kunsthandlung Albert Capell“ im Haus Hohenzollernring 42 – ein Antiquitätengeschäft mit einer Inhaberin namens Maria Hermens.Kölnische Zeitung, 5. November 1920. Auch machte er sich mit Rezitationen einen Namen und arbeitete als Statist am Theater. Er fotografierte Künstler wie die Sängerin Anna Müller-Lincke und den Komponisten Hermann Unger.Kölner Lokal-Anzeiger, 16. Februar 1908 Im Juli 1917 wurde Capell als Fotograf von Zar Ferdinand I. von Bulgarien mit dem Silbernen Militärverdienstkreuz ausgezeichnet.General-Anzeiger, 27. Juli 1917. 1919 machte er anlässlich der Eröffnung der Universität zu Köln ein imposantes Foto von Studierenden, Professoren und Oberbürgermeister Konrad Adenauer.
Capells Nichte Lore Schottländer berichtete später über ihren Onkel: „Er verkehrte im Künstlermilieu und war selbst künstlerisch sehr begabt. Er [...] war auch mit der Schauspielerin Friedl Münzer befreundet. Ihm ging es gut; er fuhr jedes Jahr nach St. Moritz zum Schlittschuhlaufen, und als mein Großvater nicht mehr lebte, nahm er meine Großmutter im Sommer mit an die See nach Holland oder Belgien. Er war nicht verheiratet und hatte eine christliche Freundin.“
1930 beteiligte sich Capell an einer Ausstellung der neugegründeten „Vereinigung Kölner Fachphotographen“ – der auch August Sander, Werner Mantz und Eugen Coubillier angehörten – im Kölner Kunstgewerbeverein.Kölner Lokal-Anzeiger, 5. Dezember 1930.
Mit Beginn des Nationalsozialismus emigrierte Capell 1933 nach Amsterdam und eröffnete dort ein Atelier auf dem Amstelveenscheweg 94 h. Am 18. Januar 1944 wurde er wegen seiner jüdischen Abkunft von den deutschen Besatzern inhaftiert und über Westerbork und das Ghetto Theresienstadt in das KZ Auschwitz deportiert. Dort wurde er mit 60 Jahren ermordet und später mit Datum 7. Juli 1944 für tot erklärt.
Capells Mutter Eva Dülken starb am 13. August 1942 in Theresienstadt, seine Schwester Helene (* 1886) am 3. April 1942 in Litzmannstadt. Die Schwester Else (1882–1953), verh. Schottländer, überlebte mit ihrer Tochter Lore mehrere Lageraufenthalte und emigrierte 1948 nach Palästina. Ihr Mann Hans Schottländer hatte sich im August 1938 das Leben genommen. Lore Schottländer kehrte 1957 nach Köln zurück und eröffnete mit ihrem Mann Alfred Mansfeld eine Metzgerei in der Ehrenstraße; sie starb 1998.Barbara Becker-Jákli: Das jüdische Köln. Geschichte und Gegenwart. Ein Stadtführer Emons, Köln 2012, S. 269, ISBN 978-3-89705-873-6.
Für Albert (Mittelstraße 52/54) und Helene Capell, verh. Lützeler, (Im Dau 12) wurden in Köln Stolpersteine verlegt.
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Einzelnachweise
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