mini|400px|Offizielle Wortmarke von kreuz-rad-loewe.de Kreuz Rad Löwe – Kulturerbe Rheinland-Pfalz ist das digitale Kulturerbeportal des Landes Rheinland-Pfalz. Es bietet einen zentralen und freien Zugang zu digitalisierten Kulturgütern aus rheinland-pfälzischen Museen, Bibliotheken und Archiven. Entwickelt wird das Portal von der Universitätsbibliothek Mainz im Auftrag des für Kultur zuständigen Landesministeriums. Seit dem 21. November 2024 ist das Portal öffentlich zugänglich.
Name Der Name des Portals leitet sich vom Landeswappen von Rheinland-Pfalz ab. Das Wappen des 1946 gegründeten Bundeslandes vereint die Symbole seiner drei bedeutendsten historischen Vorläufer: das Kreuz des Kurfürstentums Trier, das Rad des Kurfürstentums Mainz und den Löwen der Kurpfalz. Analog zum Wappen steht der Dreiklang im Portalnamen für alle heutigen Landesteile und bringt damit das Ziel des Portals zum Ausdruck, alle historischen Regionen und Landesteile von Rheinland-Pfalz angemessen zu vertreten.
Ziele und kulturpolitischer Rahmen mini|Ausschnitt aus der Urkundensammlung des Erzbischofs Balduin (Balduineum I, S. 8) zur Wahl Heinrichs VII. zugeschnitten auf die drei Kurfürsten mit ihren für das Kulturerbeportal namensgebenden Wappen. Das Portal ist ein zentrales kulturpolitisches Projekt im Rahmen der Digitalstrategie der Landesregierung von Rheinland-Pfalz. Darin heißt es: „Mit Kreuz – Rad – Löwe bauen wir ein Landesportal auf, das unser reiches kulturelles Erbe digital präsentiert und interaktiv vermittelt. Es wird bereits bestehende digitale Angebote der unterschiedlichen Institutionen im Land verknüpfen, ergänzen und an nationale und internationale Kulturportale anschließen.“
Übergeordnetes Ziel des Portals ist der nachhaltige Aufbau einer generationenübergreifenden Teilhabe am kulturellen Erbe, an der digitalen Gesellschaft und der Wissensvermittlung. Konkret sollen Umfang, Verfügbarkeit, Sichtbarkeit und Nutzung der Digitalisate von Kulturerbe-Objekten aus und mit Bezug zu Rheinland-Pfalz erhöht werden. Das Portal richtet sich dabei sowohl an Nutzerinnen und Nutzer, die gezielt recherchieren, als auch an diejenigen, die neugierig stöbern möchten.
Eine Besonderheit unter vergleichbaren Portalen ist, dass ausschließlich gemeinfreie oder frei lizenzierte Inhalte veröffentlicht werden.
Struktur und Inhalte mini|Neben historischen Büchern, Karten, Urkunden oder archäologischen Funden finden sich auch Alltagsobjekte, wie diese blaue Kaffeemühle aus dem frühen 20. Jahrhundert, im Portal. Das Portal gliedert sich in zwei funktionale Säulen: Unter Kulturerbe entdecken werden digitale Reproduktionen und beschreibende Metadaten der teilnehmenden Einrichtungen spartenübergreifend und miteinander vernetzt dargestellt. Der Bestand kann nach verschiedenen Gesichtspunkten gefiltert und durchsucht sowie explorativ erschlossen werden. Neben den eigentlichen Kulturerbeobjekten umfasst das Recherchesystem auch Informationen zu Personen, Orten und den datengebenden Institutionen.
Der Bereich Ausstellungen bietet Raum für virtuelle Ausstellungen, die gemeinsam mit Partnereinrichtungen entwickelt werden und auf Interaktivität sowie einen spielerischen Ansatz der Wissensvermittlung setzen.
Aktuell sind über 50.000 Inhalte und vier Ausstellungen im Portal freigeschaltet. Die Bandbreite der bereitgestellten digitalen Objekte reicht von keltischen Münzen und mittelalterlichen Handschriften über archäologische und künstlerische Schätze bis hin zu Kinderspielzeug oder historischen Alltagsgegenständen.
Virtuelle Ausstellungen (Auswahl) Zum Start des Portals im November 2024 wurden zwei virtuelle Ausstellungen präsentiert. Das Angebot wurde seitdem erweitert:
Unter der Lupe – Die Mainzer Gutenberg-Bibeln: Die Ausstellung präsentiert die Gutenberg-Bibeln des Gutenberg-Museums Mainz und ermöglicht eine detailreiche digitale Betrachtung der historischen Druckwerke.
MemoriAHR – Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 – Erinnerungen für die Zukunft: Ausstellung einer Bürgerinitiative aus dem Ahrtal mit online aufgezeichneten Zeitzeugengesprächen zur Flutkatastrophe von 2021.
NEULAND – 200 Jahre Auswanderung nach Brasilien: Gemeinsame Ausstellung mit dem Hunsrück-Museum Simmern und dem Stadtmuseum Kaiserslautern zur Geschichte der deutschen Auswanderung nach Brasilien.
... and if you ever should be in the Pfalz – Das Wandermusikantentum in der Westpfalz: Zur Geschichte des Wandermusikantentums in der Westpfalz in Kooperation mit dem Pfälzer Musikantenland-Museum.
Partnereinrichtungen Bereits beim Launch hatten die drei wichtigsten Trägerinstitutionen des Landes für die Sparten Museum, Archiv und Bibliothek ihre Teilnahme zugesagt: die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) mit ihren drei Landesmuseen, die Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz (LAV) mit beiden Landesarchiven sowie das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ). Ihre Beteiligung war Voraussetzung für die spartenübergreifende Realisierung des Portals und motivierte in der Folge zahlreiche kleinere Einrichtungen zur Teilnahme. Wesentliche Unterstützung bei der Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit leistet der Museumsverband Rheinland-Pfalz.
Die Teilnahme am Portal ist kostenlos. Die Einrichtungen können ihre Daten im jeweils vorhandenen Format über bestehende Schnittstellen oder manuell an die Universitätsbibliothek Mainz zur weiteren Verarbeitung übergeben.
Zum aktuellen Zeitpunkt im Jahr 2026 sind 32 Institutionen im Portal vertreten.
Entstehung Die technische Entwicklung des Portals begann im dritten Quartal 2020 an der Universitätsbibliothek Mainz, die das Projekt im Auftrag und mit Finanzierung des Kulturministeriums durchführte. Nach einer Pilotphase und rund vier Jahren Entwicklungszeit – in denen auch die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie zu bewältigen waren – wurde das Portal am 21. November 2024 durch Kulturministerin Katharina Binz der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum Zeitpunkt des Launches waren rund eine Million Euro Landesmittel in das Projekt geflossen, bestehend aus Personal- und Geschäftskosten, Lizenzen sowie Agenturkosten. Über die Veröffentlichung wurde in Printmedien und im Fernsehen berichtet.
Lizenzierung und offene Daten Ein wichtiges Merkmal des Portals ist das Bekenntnis zu gemeinfreien oder frei lizenzierten Veröffentlichungen. Als zulässige Lizenzen für Digitalisate gelten public domain, CC0, CC BY und in Ausnahmefällen CC BY-SA. Alle beschreibenden Metadaten stehen grundsätzlich unter CC0 (freie Nachnutzung) zur Verfügung.
Über eine offene OAI-Schnittstelle ist ein maschineller Zugriff auf alle Daten möglich. Eine Nutzung der Schnittstelle zur Weitergabe der Daten an die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) und die Europeana ist in Vorbereitung, sodass das rheinland-pfälzische Kulturerbe auch auf nationaler und internationaler Ebene sichtbar werden soll.
Der Bildviewer des Portals verfügt über eine Download-Funktion, die bewusst zur Nachnutzung der Bilder, beispielsweise in Wikipedia, einlädt.
Literatur Simeon Guthier: Kreuz Rad Löwe – Kulturerbe Rheinland-Pfalz. Ein Praxisbericht zur spartenübergreifenden Aggregation und Präsentation von digitalisierten Kulturerbeobjekten. In: o-bib. Das offene Bibliotheksjournal, Bd. 13, Nr. 2, 2026, S. 1–7.
Weblinks Offizielle Website Virtuelle Ausstellungen
Einzelnachweise
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