mini|Flagge von Kitashiobara Kitashiobara (japanisch 北塩原村, -mura) ist eine Dorfgemeinde im Landkreis Yama-gun in der Präfektur Fukushima in Japan.

Geographie mini|Bürogebäude in Kitashiobara Kitashiobara liegt in der gebirgigen Aizu-Region im äußersten Norden der Präfektur Fukushima an der Grenze zur Präfektur Yamagata. Etwa 86 % der Gemeindefläche von 234,08 km² sind von Bergen und dichten Wäldern bedeckt. Das Gemeindegebiet gliedert sich in drei Abschnitte, die nach den ehemals eigenständigen Dörfern benannt sind: Kitayama im Westen, Ōshio in der Mitte und Hibara im Osten.

Besonders der östliche Teil, der als Urabandai (Hinter-Bandai) oder Bandai-Hochland (Bandai-kōgen) bekannt ist, liegt auf einer Hochebene zwischen 800 und 1000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Region grenzt im Süden an den Aktiven Vulkan Bandai. Große Teile des Gemeindegebiets sind als Kernzone des Bandai-Asahi-Nationalparks streng geschützt.

Gewässer Durch ein geologisches Ereignis im Jahr 1888 verfügt Kitashiobara über eine hohe Dichte an Seen und Mooren. Zu den größten Gewässern zählen: mini|296x296px|Hibara-See von oben

Hibara-See (Hibara-ko): Der größte See der Region, der durch die Aufstauung von Flüssen nach dem Vulkanausbruch entstand. Onagawa-See und Akimoto-See mini|Fünf-Farben-SeenGoshiki-numa (Fünf-Farben-Seen): Eine Gruppe von verbundenen Kraterseen und Sümpfen, die für ihre stark leuchtenden Farben (Kobaltblau bis Smaragdgrün) bekannt sind. Die Färbung entsteht durch den hohen Gehalt an vulkanischen Mineralien wie Aluminiumsilikaten und sauren Bedingungen, die das Wachstum von Moosarten begünstigen Oguni-numa: Ein Hochmoor, das von der Regierung als Naturdenkmal eingestuft wurde.

Klima In Kitashiobara herrscht ein feuchtes, Hochlandklima, das durch warme, kurze Sommer und extrem kalte, schneereiche Winter geprägt ist. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei etwa 7,4 °C. Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 20,8 °C, während der kälteste Monat der Januar mit rund −4,9 °C ist. Der jährliche Niederschlag beträgt über 1600 mm. Im Winter gehört das Dorf zu den Regionen Japans mit den intensivsten Schneefällen.

Angrenzende Städte und Gemeinden Präfektur Fukushima: Kitakata Inawashiro Bandai

Präfektur Yamagata: Yonezawa

Bevölkerung mini|Bevölkerung Kitashiobara Die Einwohnerzahl von Kitashiobara ist, wie in vielen Ländlichen Regionen Japans, seit Jahrzehnten rückläufig. Während die Gemeinde nach der Zusammenlegung in den 1950er Jahren eine deutlich höhere Bevölkerungsdichte aufwies, lebten im April 2020 schätzungsweise noch 2.697 Menschen in 1.091 Haushalten im Ort. Dies entspricht einer geringen Bevölkerungsdichte von etwa 12 Einwohnern pro km².

Geschichte In der alten japanischen Gliederung gehörte das Gebiet zur Provinz Mutsu und war während der Edo-Zeit Teil des einflussreichen Aizu-Clans (Aizu-han). Nach der Meiji-Restauration wurde die Region dem Landkreis Yama zugeordnet. Am 1. April 1884 entstanden während der Modernisierung des Kommunalrechts die drei eigenständigen Dörfer Kitayama, Ōshio und Hibara.https://www.pref.fukushima.lg.jp/uploaded/attachment/509657.pdf

Der Bandai-Ausbruch von 1888 mini|Torii, das bei niedrigem Wasserstand sichtbar wird Der wichtigste Moment der modernen Geschichte der Region ereignete sich am 15. Jui 1888. Bei einem Ausbruch des Berges Bandai kollabierte die gesamte Nordflanke des Vulkans. Eine Lawine aus Schutt und Schlamm begrub elf Dörfer im heutigen Gemeindegebiet unter sich und forderte 477 Todesopfer. Die historische Poststation Hibarajuku sowie bedeutende Goldminen wurden vollständig überschwemmt und dauerhaft unter den neu entstandenen Seen (insbesondere dem Hibara-See) begraben. Bei niedrigem Wasserstand im Winter sind bis heute die Spitzen überfluteter Tempeltore (Torii) zu sehen. Das Ereignis gestaltete die Topographie der Region komplett um und schuf das heutige Bandai-Hochland.

Das Dorf Kitashiobara entstand am 31. März 1954 durch die Fusion der drei Dörfer Kitayama, Shiobara (Ōshio) und Hibara, deren Namenssilben kombiniert wurden.

Wirtschaft und Tourismus Die wichtigste wirtschaftliche Säule von Kitashiobara ist der Tourismus.

Naturtourismus & Wandern: Die Goshiki-numa-Seen und das Urabandai-Plateau ziehen ganzjährig viele Besucher an. Ein gut ausgebauter, etwa vier Kilometer langer Wanderweg führt entlang der bunten Seen mini|Eines der SkigebieteWintersport: Aufgrund der enormen Schneefälle verfügt das Dorf über mehrere Skigebiete (darunter das Nekoma Mountain Ski Resort), die Wintersportler aus ganz Honshū anziehen Land- und Forstwirtschaft: In den tiefer gelegenen Ortsteilen wie Kitayama spielen die Forstwirtschaft und der Anbau von Spezialitäten wie dem Ōshio-Mura-Salz eine Rolle. Das Salz wird aus einer lokalen Thermalquelle gewonnen, die einen ungewöhnlich hohen Salzgehalt aufweist.

Verkehr Kitashiobara verfügt über keinen direkten Anschluss an das japanische Eisenbahnnetz. Der nächstgelegene Bahnhof ist der Inawashiro an der JR East Banetsu-Westlinie in der südlichen Nachbargemeinde. Von dort aus wird das Dorf über Busse (Bandaitoto Bus) erschlossen, die das Ortszentrum sowie die Wandergebiete in Urabandai anbinden.

Für den Straßenverkehr ist die Gemeinde über lokale Landstraßen und landschaftlich reizvolle Panoramastraßen angebunden, darunter die Bandaisan Gold Linie, die Urabandai Bandai-Azuma Sky Line und die Nationalstraße 459.

Bildung Die Gemeinde betreibt für die grundlegende Bildung einige lokale Bildungseinrichtungen, darunter die kombinierte Kitashiobara-Mura-Grund- und Mittelschule Weiterführende Oberschulen befinden sich in den umliegenden Städten wie Kitakata oder Aizu-Wakamatsu.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Präfektur Fukushima