mini|Marienstatue mini|Blick auf den Altar Die Kirche Sankt Stephanus ist eine römisch-katholische Pfarrkirche unter dem Patrozinium des Erzmärtyrers Stephanus in Oppenweiler, einer Gemeinde im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Die Kirche entstand am Ende der 1960er Jahre im markanten Stil des Brutalismus nach Plänen des Architekten Franz Brümmendorf. Zur Kirchengemeinde St. Stephanus Oppenweiler gehört auch die Gemeinde Aspach.

Geschichte Die Urkirche von Oppenweiler ist die Jakobuskirche in der Ortsmitte. Nach der Einführung der Reformation unter Herzog Ulrich wurde die Dorfkirche evangelisch-lutherisch, das Kirchenpatronat blieb jedoch bei der altgläubigen freiherrlichen Familie Sturmfeder. Dies führte immer wieder zu Auseinandersetzungen mit dem evangelischen Haus Württemberg. Die Streitereien konnten erst 1747 mit einem Vergleich beigelegt werden; die Herren von Sturmfeder waren nun berechtigt, innerhalb ihres Wasserschlosses Oppenweiler für sich und für ihre Angehörigen durch einen Kaplan katholischen Messen abhalten zu lassen. Der Schlosskaplan war dabei oft der katholische Geistliche von Ebersberg. 1806 wurden die privaten Messen für die Bevölkerung geöffnet; die Schlosskaplanei in eine Pfarrkaplanei umgewandelt. Der katholische Pfarrkaplan übernahm nun die Seelsorge für die Katholiken der Umgebung und erfüllte alle Funktionen eines Pfarrers. 1845 wurde die Pfarrkaplanei auch offiziell zu einer Pfarrei erhoben. 1846 begann der Bau einer eigenen Kirche St. Stephanus und eines Pfarrhauses. Zur Zeit der Deutschen Reichsgründung (1871) bekannten sich 97 Dorfbewohner zum Katholizismus (bei einer Gesamteinwohnerzahl von 573).Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. Verlag H. Lindemann, Stuttgart 1871, S. 272f. Durch Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Katholiken stark zu. Diese stammten zumeist aus den Staaten des ehemaligen Österreich-Ungarn.

Die alte Stephanuskirche an der Landstraße wurde 1970 an den Staat verkauft und zugunsten einer Verbreiterung derselben abgerissen. Der Neubau entstand in der Zwittauer Straße. Das Grundstück wurde 1965 von der Gräfin Bentzel-Sturmfeder-Horneck kostengünstig erworben. Während der Bauarbeiten stellte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in ökumenischer Verbundenheit ihre Kirche den Katholiken zur Verfügung.

Am 28. November 1971 wurde die neue Kirche durch Weihbischof Anton Herre mit der ersten Eucharistiefeier eingeweiht.

Pfarrer

seit 2020: Julius Ekwueme

Architektur und Innenausstattung mini|Blick auf die Trefz-Orgel (2017) Die schlichte Kirche der Nachkriegsmoderne sollte sich als ein Teil der Wohnbebauung möglichst in ihre Umgebung einfügen. Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus, die um einen Innenhof gruppiert sind, bilden ein Gemeindezentrum. Die Kirche selbst ist ein Zentralbau aus Beton über einem polygonalen Grundriss und mit einer flachen Holzdecke geschlossen. Um den Altarbereich, zu dem drei Stufen führen, sind die Bänke halbkreisförmig angeordnet. Altartisch, Ambo, der Osterleuchter sowie weitere Ausstattungsstücke bestehen aus Beton.

Der Kreuzweg mit 14 Bildern auf Glas ist ein Werk des Malers Sieger Köder. St. Stephanus Gemeinde Oppenweiler, abgerufen am 21. Mai 2026 Bemerkenswert ist die barocke Marienfigur mit einem Strahlenkranz von zwölf Sternen. Sie gehörte ursprünglich zu der Ausstattung der alten Stephanuskirche.St. Stephanus Oppenweiler

Orgel 2017 erhielt die St.-Stephanus-Kirche eine neue Orgel von Tilman Trefz (Kernen-Rommelshausen). Die Orgel verfügt über 23 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Disposition der Orgel lautet wie folgt: I Hauptwerk C–a31. Bourdon 16′2. Prinzipal 8′ 3. Viola di Gamba 8′ 4. Flûte harmonique 8′ 5. Bourdon 8′ 6. Oktav 4′ 7. Quinte ′ 8. Superoktav 2′ 9. Terz ′ 10. Mixtur IV 2′ II Schwellwerk C–a3 11. Flauto dolce 8′ 12. Salicional 8′ 13. Vox Coelestis 8′ 14. Fugara 4′ 15. Flûte octaviante 4′ 16. Nasard ′ 17. Flageolet 2′ 18. Hautbois 8′ 19. Vox humana 8′ Tremulant Pedal C–f1 20. Subbass 16′ 21. Oktavbass 8′ 22. Gedecktbass 8′ 23. Posaune 16′ Koppeln: II/I, I/P, II/P und 4′ II/P

Glocken Die Glockenstube, zu der eine äußere Wendeltreppe führt, ist ein eigenständiger, quaderförmiger, durch eine dichte Reihe von Längsschlitzen gegliederter Bauteil, der dem Dach der Kirche seitlich aufgesetzt ist. Die Kirche verfügt über vier verschiedene Glocken, die zu unterschiedlichen Anlässen geläutet werden. Diese tragen die Namen Joseph, Johannes, Maria und Benedikt. Alle Glocken wurden 1947 von Albert Junker in Brilon (Südwestfalen) gegossen. +Übersicht der Glocken von St. StephanusGlockeNameGlockengießerGussortGussjahrSchlagtonGewichtDurchmesserInschriftI.JosephsglockeAlbert JunkerBrilon1947g'980 kg106 cmST. JOSEPH II.JohannesglockeAlbert JunkerBrilon1947b'400 kg88 cmST. JOHANNESIII.MarienglockeAlbert JunkerBrilon1947c''230 kg78 cmJUNGFRAU MUTTER GOTTES MEIN! LASS MICH GANZ DEIN EIGEN SEINIV.BenediktsglockeAlbert JunkerBrilon1947d''160 kg69 cmSANCTE BENEDICTE ORA PRO NOBIS (Heiliger Benedikt bete für uns)

Literatur

Adolf Schahl: Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises. Band 1. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 1983, ISBN 3-422-00560-9, S. 700.

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Einzelnachweise

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