mini|Sowjetische Postkarte mit Wertstempel zum 100. Geburtstag Tschutschins, 1983

Fjodor Grigorjewitsch Tschutschin (, wiss. Transliteration ; in internationalen Normdaten und englischsprachiger Literatur auch F. G. Chuchin, Fedor Chuchin oder Feodor Chuchin; * 17. Februar 1883 in Saimischtsche, Russisches Kaiserreich; † Januar 1942) war ein russisch-sowjetischer Revolutionär, sowjetischer Funktionär sowie Autor und Herausgeber philatelistischer und bonistischer Literatur. Er gehörte zu den frühen Organisatoren der staatlich gelenkten sowjetischen Philatelie und gab unter anderem einen Katalog der russischen Semstwo-Briefmarken heraus.

Leben Tschutschin stammte aus einer bäuerlichen Familie. Er schloss 1904 ein Lehrerseminar in Tscherepowez ab und trat im selben Jahr der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands bei. Nach der Russischen Revolution von 1905 wurde er wegen revolutionärer Tätigkeit verhaftet und verbannt.

Nach der Februarrevolution 1917 war Tschutschin in Sibirien als bolschewistischer Funktionär tätig. 1920 nahm er am IX. Parteitag der RKP(b) teil. Von 1921 bis 1924 leitete er die allrussische außerordentliche Kommission zur Beseitigung des Analphabetismus.

mini|Semstwo-Briefmarke des Kreises Krasny, 3 Kopeken, 1890

In den 1920er Jahren war Tschutschin im Bereich der staatlich organisierten sowjetischen Philatelie und Bonistik tätig. Der Historiker Jonathan Grant beschreibt die sowjetische Philatelie dieser Zeit als ein durch den Staat stark umgeformtes und kontrolliertes Sammelwesen. Tschutschin trat in diesem Zusammenhang als Funktionär, Herausgeber und Autor auf. 1924 erschien unter seiner Redaktion ein Katalog der auf dem Gebiet des früheren Russischen Kaiserreichs ausgegebenen Papiergeldscheine. 1925 veröffentlichte er einen Katalog der russischen Semstwo-Briefmarken. Der britische Philatelist, Briefmarkenhändler und Verleger John Barefoot bezeichnete Tschutschins Katalog als Standardkatalog für diese Ausgaben; dessen Nummerierung werde von Sammlern weiterhin verwendet.

Tschutschin wurde am 25. März 1941 verhaftet und am 11. Oktober 1941 wegen angeblicher konterrevolutionärer Agitation zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. Nach Angaben der Datenbank Otkryty spisok starb er am 7. Januar 1942 in Haft und wurde am 9. Juli 1955 durch den Obersten Gerichtshof der Sowjetunion rehabilitiert. Da andere Nachweise als Todesdatum den 15. Januar 1942 nennen, wird im Artikel nur der Monat Januar 1942 angegeben.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Philatelist Kategorie:Numismatiker Kategorie:KPdSU-Mitglied Kategorie:Opfer des Stalinismus (Sowjetunion) Kategorie:Russe Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1883 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann