Hesso von Leiningen-Dagsburg (auch Hesso zu Leiningen oder Landgraf Hesso; erwähnt 1440; † 8. März 1467) war ein Graf aus dem Haus Leiningen. Seit 1444 führte er die mit der Fürstenwürde erneuerte Landgrafschaft Leiningen.Friedrich Oswald: Leiningen, zu. In: Neue Deutsche Biographie. Band 14, 1985, S. 142–144 (online). Unter seiner Herrschaft wurden Burg und Stadt Neuleiningen ausgebaut. Nach seinem kinderlosen Tod kam es zu Erbstreitigkeiten um den leiningischen Besitz.

Leben und Regentschaft Hesso war ein Sohn Graf Friedrichs VIII. von Leiningen-Dagsburg. Seine Schwester Margarethe war mit Reinhard III. von Westerburg verheiratet.Leiningen. In: Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber (Hrsg.): Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. Sektion 2, Teil 43, Leipzig 1889, S. 199–207, hier S. 201.

Hesso ist in der Deutschen Biographie als „Graf und Fürst zu Leiningen“ verzeichnet. Dort wird er als 1440 erwähnt und 1467 gestorben geführt.Hesso zu Leiningen. In: Deutsche Biographie, abgerufen am 7. Juni 2026. Er war seit 1440 mit Elisabeth von Bayern verheiratet, einer Tochter Herzog Ernsts von Bayern-München. Elisabeth war zuvor mit Herzog Adolf von Berg und Jülich verheiratet gewesen.Fridolin Solleder: Ernst. In: Neue Deutsche Biographie. Band 4, 1959, S. 607–608 (online).

Im Jahr 1444 erwirkte Hesso bei König Friedrich III. die „Erneuerung“ der Landgrafschaft mit der Fürstenwürde. Unter seiner Herrschaft wurden Burg und Stadt Neuleiningen zu einer der stärksten Festungen der Gegend ausgebaut.Geschichte von Burg und Dorf Neuleiningen. Ortsgemeinde Neuleiningen, abgerufen am 7. Juni 2026.Burgruine Neuleiningen. In: KuLaDig, abgerufen am 7. Juni 2026.

Erbfolgestreit nach seinem Tod Hesso starb am 8. März 1467 ohne Nachkommen. Mit ihm erlosch die ältere Linie Leiningen-Dagsburg im Mannesstamm. Seine Schwester Margarethe von Leiningen, die mit Reinhard III. von Westerburg verheiratet war, brachte einen großen Teil des leiningischen Erbes an sich. Ihr Enkel Reinhard von Westerburg nannte sich seit 1475 mit kaiserlicher Genehmigung Graf von Leiningen-Westerburg.

Die Nachfolge führte zu Auseinandersetzungen mit der Linie Leiningen-Hartenburg. Margarethe gelang es, Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz durch Gebietszugeständnisse auf ihre Seite zu bringen und das Leininger Stammland um Altleiningen und Grünstadt für ihren Sohn Reinhard von Westerburg zu sichern. Ein Archivregest von 1473 nennt rückblickend Güter, die nach Hessos Tod von Margarethe von Westerburg hälftig an den Pfalzgrafen gelangt waren.Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz bekundet ... In: Archivportal-D, abgerufen am 7. Juni 2026.

Im Zusammenhang dieser Auseinandersetzungen nahm Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz 1468 Burg und Stadt Neuleiningen ein. Nach der Darstellung der Ortsgemeinde Neuleiningen mussten sich die Leininger Grafen und die Bischöfe von Worms ab 1508 Burg und Stadt Neuleiningen teilen.

Literatur Hans Heiberger: Neuleiningen. Geschichte einer Bergfestung. Heidelberger Verlagsanstalt, Heidelberg 1996. Alexander Thon, Hans Reither, Peter Pohlit: Wie Schwalben Nester an den Felsen geklebt. Burgen in der Nordpfalz. Schnell + Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1674-4.

Einzelnachweise

Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Leiningen (jüngere Linie Dagsburg) Kategorie:Graf (HRR) Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1467 Kategorie:Mann Kategorie:Neuleiningen