mini|hochkant=1.4|Ehemaliges Heidhauser Rathaus, 2024 Das Heidhauser Rathaus im Essener Stadtteil Heidhausen war Sitz der Verwaltung der 1857 gegründeten Bürgermeisterei Werden-Land. Das Jugendstil-Gebäude wurde 1911 fertiggestellt. Seine Funktion verlor es 1929, als die Bürgermeisterei zur Stadt Essen eingemeindet wurde. Heute steht es unter Denkmalschutz und dient als Hotel.
Geschichte Am 25. Mai 1857 erhielt die Stadt Werden die Rheinische Städteordnung, so dass die Stadtbürgermeisterei Werden und die Bürgermeisterei Werden-Land entstanden. 1896 bildeten Kupferdreh und Byfang eine eigene Bürgermeisterei. Zu dieser Zeit gehörte Heidhausen zur Gemeinde Siebenhonnschaften, die 1904 zur Bürgermeisterei Werden-Land kam.
Das Rathausgebäude wurde nach Plänen des Essener Architekten F. J. Happ in den Jahren 1910 bis 1911 errichtet. Die Grundsteinlegung fand am 16. Dezember 1910 statt. Die von Bürgermeister Schaphaus, den Beigeordneten und den Gemeindeverordneten sowie vom Architekten Happ unterzeichnete Urkunde wurde in einer Kupferdose in den Grundstein gelegt.Essener Volkszeitung vom 19. Dezember 1910 Das Rathausgebäude wurde im Herbst 1911 fertiggestellt. Die Sparkasse zog im Oktober des Jahres in den nordöstlichen Anbau.
Zum Rathauseingang führt eine breit angelegte Treppe. Im Obergeschoss des zweistöckigen Rathausgebäudes befand sich hinter den drei rundbogigen Fenstern aus buntem Glas der Sitzungssaal. Heute liegt das Areal des Rathauses mit Park am 1935 benannten Heidhauser Platz. Auf dem südlich angrenzenden Nachbargrundstück wurden das Wohnhaus des Bürgermeisters Ferdinand Aloys Schaphaus und ein Pavillon errichtet. Die dazugehörige Gartenanlage mit einem Brunnen gestaltete Gartendirektor Otto Linne. Das Grundstück wurde mit einer Mauer eingefriedet. Nach 1918 wurde vor dem Rathaus das Kriegerdenkmal als Stele mit Eisernem Kreuz auf der Spitze errichtet, das an die Gefallenen im Ersten Weltkrieg erinnert. An der Rathaustreppe erinnern Tafeln mit 170 Namen an die Gefallenen.
Bürgermeister Schaphaus Erster und einziger Bürgermeister der Landbürgermeisterei Werden-Land war der in Steele geborene Sohn eines Gastwirts, Ferdinand Aloys Schaphaus (* 10. Juli 1874; † 18. Februar 1951 in Heidhausen). Nach dem Besuch des Burggymnasiums trat er 1894 in die Verwaltungslaufbahn ein und machte eine Ausbildung bei der Stadtverwaltung Steele, auf dem Landratsamt Essen und bei der Bezirksregierung Düsseldorf.Stadt Essen und Historischer Verein für Stadt und Stift Essen (Hrsg.), Erwin Dickhoff (†): Essener Köpfe. Klartext-Verlag, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1231-1, S. 297. Er heiratete 1906 Anna Catharina geborene Drennhaus. Am 21. August 1905 wurde Bürgermeisteramtsverwalter Schaphaus zum Bürgermeister der Bürgermeisterei Werden-Land ernannt.Rheinisch-Westfälischer Anzeiger vom 23. August 1905 Bis dahin wurde Werden-Land in Personalunion von Werden-Stadt verwaltet. Nach der Eingemeindung zur Stadt Essen am 1. August 1929 leitete Schaphaus noch die Verwaltungsstelle Essen-Heidhausen, bis er am 31. März 1934 in den Ruhestand ging. Er wurde 1951 auf dem Laurentiusfriedhof in Steele beigesetzt. Im Stadtteil Fischlaken wurde die Aloisstraße und in Heidhausen die Schaphausstraße nach ihm benannt.
Nachnutzung Nach der Eingemeindung zur Stadt Essen wurden alle Dienststellen, außer dem Tiefbauamt, in das Rathaus Werden verlegt. Die Stadtarztstelle, eine Bücherei und die Filiale der Sparkasse verblieben zunächst ebenfalls. Zwei Räume des Heidhauser Rathauses wurden nun durch das Essener Heimatmuseum genutzt. Von 1950 bis 1965 wurden die evangelischen Schüler der Adolf-Clarenbach-Schule in Räumen des ehemaligen Rathauses unterrichtet. Zeitweise dienten einige Räume einer Jugendeinrichtung. Im Jahr 1993 wurde das Gebäude in die Denkmalliste der Stadt Essen eingetragen. 2003 beschloss der Rat der Stadt Essen das Gebäude zu verkaufen.Historischer Pfad Werden-Land Die Ausschreibung der Stadt schlug vor, das Haus als Wohnhaus oder Gesundheitszentrum nutzbar zu machen. Letztlich erhielt ein privater Unternehmer den Zuschlag, der das Haus nach umfangreicher Sanierung im Rahmen des Denkmalschutzes mit Gästezimmern ausstattete, die heute vermietet werden.
Einzelnachweise
Weblinks
Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Essen Homepage des heutigen Hotelbetriebs
Heidhausen Kategorie:Bauwerk des Jugendstils in Essen Kategorie:Baudenkmal in Essen Kategorie:Erbaut 1911 Kategorie:Heidhausen (Essen) Kategorie:Hotel in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Essen