Afrika Doering (geboren 1910; verheiratete von Seefeld; gestorben 1985) war die Tochter eines deutschen Kolonialoffiziers, der in den damaligen Schutzgebieten (Togo und Kamerun) stationiert war – daher ihr Vorname. Sie war eine deutsche Ausdruckstänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin. Sie gilt außerdem als Protagonistin des staatlich geförderten „Deutschen Tanzes“ in den 1930er.
Ausbildung Afrika Doering absolvierte ihre Ausbildung bei den einflussreichsten Persönlichkeiten des modernen Ausdruckstanzes. Zu Beginn ihrer Laufbahn besuchte sie zunächst eine Ballettschule sowie die Dalcroze-Schule in Hellerau , wo sie eine musikalisch-rhythmische Erziehung erhielt. Ihr Ausbildung setzte sie dann an den Schulen von Mary Wigman in Dresden und Wien fort. In Berlin war Doering über einen Zeitraum von drei Jahren als Meisterschülerin und Mitglied der Tanzgruppe von Vera Skoronel tätig, für die sie schließlich auch an ihrer Schule in der Lehrposition agierte. Nach dem Tod von Vera Skoronel im Jahr 1932 setze sie ihren Weg als Schülerin und als Lehrperson an der Berliner Trümpy-Schule fort. In den Folgejahren unterrichtete sie auch an der Günther-Schule Bewegungsbildung und Tanz.
Künstlerischer Werdegang Doering’s künstlerischer Durchbruch erfolgte im Juni 1933 beim Internationalen Tanzwettbewerb in Warschau, einem Zentrum des modernen Tanzes. Mit ihrer Choreografie Monotonie erregte sie internationales Aufsehen. Einigen Quellen zufolge erlangte sie dafür im Wettbewerb den dritten Platz, anderen den zwölften. In den Jahren 1935 und 1937 tanzte sie auf Einladung der Finnisch-Deutschen Gesellschaft unter anderem in Helsinki und Turku als Repräsentantin der deutschen Tanzkunst. Am 27. April 1937 eröffnete sie den ersten Tanzabend des neu errichteten Kuppelsaal im „Haus des Deutschen Sports“ auf dem Berliner Reichssportfeld. Darüber hinaus war Doering ab der Mitte der 1930er Jahre als Gastsolistin der Münchner Tanzgruppe Günther unter Maja Lex auf Tournee.
Einige Quellen belegen Auftritte mit ihrem Ehemann von Seefeld in der „Volksgemeinschaft“, der sie als Sänger begleitete. Darüber hinaus gestaltete sie ihre Auftritte gemeinsam mit der Pianistin Adda Heynssen.
Werke (Auswahl) Quelle: Deutsches Tanzarchiv Köln Monotonie, getanzt zu schlagwerkartigen Rhythmen von Adda Heynssen, das auf den Ausdruck des Oberkörpers und des Gesichts fokussiert war; ihr bekanntestes Werk. Frage, getanzt nach einer baskischen Melodie (bearbeitet von Ludwig Hess), der für seine edle Geste und monumentale Spannung gelobt wurde. Stiller Tanz, getanzt nach einer Vertonung von Ulrich Kessler. Spanische Gaukelei, getanzt zur Musik von Turina oder Casella. Lanner-Walzer, ein heiterer Abschluss vieler ihrer Programme.
Politische Einordnung im Nationalsozialismus Laut einigen Quellen arrangierte sich Afrika Doering mit den kulturpolitischen Strukturen des Nationalsozialismus. Im Interview, das sie 1935 anlässlich einer Gastspielreise in Helsinki gab, begrüßte sie die staatliche Unterstützung der Tanzkunst durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda sowie die Gründung der „deutschen Tanzbühne“. Sie vertrat dabei die Ansicht, dass sich der deutsche Tanz von ausländischen Motiven abkehren und stattdessen auf das sogenannt völkische Erbe besinnen solle.
Viele der Auftritte von Afrika Doering in den 1930er Jahren wurden von Organisationen wie der NS-Kulturgemeinde, der NS-Frauenschaft oder dem Reichskolonialbund (bzw. der Deutschen Kolonialgesellschaft) organisiert. Außerdem wirkte sie an Wohltätigkeitsveranstaltungen für das Winterhilfswerk (WHW) mit oder gestaltete Tanzabende vor Angehörigen des Bund Deutscher Mädel (BDM). In der zeitgenössischen Presse, wie dem „Völkischen Beobachter“, wurde ihre Kunst als Ausdruck, „völkischer Kraft“ und „robuster Auffassung“ bei der Interpretation klassischer Werke hervorgehoben.
Nach 1938 verlieren sich die Spuren zu Afrika Doerings weiterer künstlerischen Laufbahn.
Einzelnachweise
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