mini|Jeff Johnson (2014) Jeff R. Johnson (* 1957 bei Los Angeles, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer lutherischer Geistlicher. Er ist seit 2023 Bischof der Sierra-Pazifik-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA).

Biographie Johnson wurde als Kind dänischer Immigranten geboren und wuchs in den Vororten von Los Angeles auf. Er nahm ein Studium an der California Lutheran University in Thousand Oaks auf, wo er 1984 den Bachelor of Arts in Germanistik und Geschichtswissenschaften erwarb. Anschließend begann er ein Theologiestudium am Pacific Lutheran Theological Seminary in Berkeley, das er 1988 als Master of Divinity abschloss. Während seines Studiums war er als Praktikant an der First English Lutheran Church in Sacramento, anschließend arbeitete er für das San Francisco Night Ministry und den lutherischen Sozialdienst.

1990 wurde Johnson durch die First United Lutheran Church in San Francisco auf ihre Pfarrstelle berufen. Zugleich wurden Ruth Frost und Phyllis Zillhart, ein lesbisches Paar, von der St. Francis Lutheran Church berufen. Alle drei wurden in einem großen Gottesdienst in der St. Paulus Lutheran Church ordiniert, obwohl das geltende Kirchenrecht der ELCA dies für nicht-zölibatär lebende Homosexuelle damals verbot. Lyle Miller, der Bischof der Sierra-Pazifik-Synode, schloss die drei Ordinierten aus der ELCA aus und eröffnete ein Disziplinarverfahren gegen beide beteiligten Gemeinden, das 1995 im Kirchenausschluss endete.

Johnson folgte 1999 einem Ruf an die University Lutheran Chapel, die für die Hochschulseelsorge an der UC Berkeley und dem Pacific Lutheran Seminary zuständig ist. Bischof Robert Mattheis, ein Unterstützer der Ordination praktizierender Homosexueller, rügte die Gemeinde zwar dafür, ergriff aber keine weiteren Maßnahmen.

Johnson engagierte sich als Teil von Lutheran Lesbian and Gay Ministries für die Gleichstellung von LGBT-Personen in der Kirche und bei der Ordination. Nachdem die ELCA 2009 ihre Ordinationsregelungen revidiert hatte, wurde Johnson 2010 gemeinsam mit einer Reihe weiterer extra ordinem ordinierter Geistlicher in einem feierlichen Gottesdienst in den Klerus der ELCA aufgenommen. Auch die beiden 1995 ausgeschlossenen Gemeinden wurden in den Folgejahren wieder aufgenommen.

Johnson kandidierte 2014 um das Amt des Bischofs der Synode, unterlag jedoch dem amtierenden Mark Holmerud. 2021 kandidierte er erneut, wobei er mit nur zwei Stimmen Unterschied gegen Megan Rohrer – ebenfalls einst extra ordinem ordiniert – verlor. Nachdem Rohrer bereits 2022 wegen Rassismusvorwürfen zurückgetreten war und die Synode ein Jahr lang durch Claire Burkat verwaltet wurde, wurde Johnson am 17. September 2023 auf der Synodalversammlung in Burlingame im fünften Wahlgang zum nächsten Bischof der Synode gewählt. Er wurde am 9. Dezember desselben Jahres in der St. Matthew’s Lutheran Church in Walnut Creek feierlich in sein Amt eingeführt.

Johnson ist seit 2014 verheiratet und lebt mit seinem Ehemann in Oakland.

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Einzelnachweise

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