Wójtowa Góra () war ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Seine Ortsstelle gehört zum Bereich der Gmina Rychliki im Powiat Elbląski.

Geographische Lage Die Ortsstelle von Wójtowa Góra liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 14 Kilometer südwestlich der Stadt Pasłęk bzw. 23 Kilometer südöstlich der Kreismetropole Elbląg.

Geschichte Bei dem einstigen Petersdorf handelte es sich um ein Gut,Dietrich Lange: Petersdorf, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) das bis 1945 als Vorwerk zu Rossitten galt.Horst Zlomke: Petersdorf. Auszug aus „Das Kirchspiel Königsblumenau“. Chronik, Geschichte und Berichte Im Jahre 1347 wurde es das erste Mal urkundlich erwähnt, die Handfeste wurde am 13. Juli 1364 ausgegeben.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Petersdorf (Landkreis Preußisch Holland)

Am 1. Dezember 1530 belehnt der Herzog den Jacob von Diebes mit Petersdorf, 1769 befand es sich im Besitz des Majors von Reibnitz

Im Jahre 1820 wurde Petersdorf als adliges Vorwerk mit vier Feuerstellen bei 66 Einwohnern genannt, im Jahre 1885 belief diese Zahl sich auf 59, die auch im Jahr 1910 bestand.Meyers Gazetteer: Petersdorf

Als das gesamte südliche Ostpreußen 1945 in Kriegsfolge zu Polen kam, war nun eben auch Petersdorf betroffen. Der Ort erhielt die polnische Namensform „Wójtowa Góra“. Dieser Name wurde auch noch für den Ortsteil innerhalb der Gromada Rychliki genannt, die zwischen 1954 und 1972 bestand. Dann allerdings verliert sich die Spur des Dorfes, der Namen wird nicht mehr erwähnt, und der Ort gilt heute als untergegangen.

Die deutsche Geschichte von Petersdorf endete 1945 mit der Flucht der Einwohner vor herannahender Roter Armee bzw. mit der Vertreibung der einheimischen Bevölkerung. Ein Flüchtlingstreck der Petersdorfer erreichte nach einem etwa 900 Kilometer langen Fluchtweg mit zahlreichen Strapazen und dramatischen Ereignissen am 3. April 1945 den Ort Nordburg sowie dessen Nachbarortschaften im heute niedersächsischen Kreis Celle.

Religion Bis 1945 war Petersdorf in den Sprengel Blumenau, 1931 bis 1945 Königsblumenau der vereinigten evangelischen Kirchengemeinden Blumenau-Heiligenwalde im Kirchenkreis Preußisch Holland der Kirchenprovinz Ostpreußen innerhalb der Kirche der Altpreußischen Union,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 470 außerdem in die römisch-katholische Pfarrei Christburg im Dekanat Stuhm im damaligen Bistum Ermland eingegliedert.

Verkehr Zur heute noch erkennbaren Ortsstelle von Petersdorf resp. Wójtowa Góra besteht von Rejsyty aus eine Landwegverbindung. Außerdem gibt es auf einem Landweg von Rychliki nach Gołutowo einen Abzweig, der in westlicher Richtung direkt zur Ortsstelle führt.

Petersdorf hatte von 1893 bis 1945 Bahnanschluss über die Station Blumenau/Königsblumenau im Abschnitt Elbing–Miswalde der Bahnstrecke von Elbing nach Hohenstein. Die Station gibt es nicht mehr.

Einzelnachweise

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