Dietrich Inhülsen (* 31. Oktober 1950) ist ein deutscher Biologe, Fachautor und ehemaliger Biologieoberrat beim Landeskriminalamt Niedersachsen. Er gilt als Experte für forensische Mikro- und Faserspuren und erlangte durch seine Mitwirkung an Standardwerken der Kriminalbiologie sowie durch die Dokumentationsreihe Medical Detectives überregionale Bekanntheit. Leben und Werdegang Inhülsen promovierte in Biologie (Dr. rer. nat.) und war über drei Jahrzehnte am Kriminaltechnischen Institut (KTI) des LKA in Hannover tätig. Als Sachverständiger spezialisierte er sich auf die Mikroskopie von Fasern, Haaren und Lacken sowie auf die Mageninhaltsanalyse zur Todeszeitbestimmung. Im Bereich der forensischen Ausbildung prägte er die methodischen Standards der Faserspuren-Analyse und trug zur wissenschaftlichen Literaturbasis der modernen Kriminalbiologie bei.
Einem Millionenpublikum wurde er durch seine fachlichen Erläuterungen in der TV-Serie Medical Detectives bekannt, in der er neben anderen Experten die wissenschaftliche Beweisführung deutscher Kriminalfälle präsentierte. Zu seinen bedeutendsten Ermittlungserfolgen zählt der Fall des „Brückenteufels“, der 2008 einen Holzklotz von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg warf, wodurch eine Fahrzeuginsassin tödlich verletzt wurde. Inhülsen erbrachte durch den Abgleich kleinster Textilfasern und Holzfragmente den entscheidenden Sachbeweis. Darüber hinaus wirkte er im Prozess um die 2007 getötete Prostituierte Simone Müller mit.Juliane Kaune: Proben belasten Exfreund von Simone Müller in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 13. April 2010, abgerufen am 1. Juni 2026. Inhülsen war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand als Biologieoberrat beim LKA Niedersachsen tätig.
Publikationen (Auswahl) Inosit-Phosphate aus Lemna minor L. und ihre Abtrennung von den kondensierten Phosphaten (Dissertation). Universität Hannover 1978. Praxis der kriminalbiologischen Spurenkunde. In: Bernd Herrmann, Klaus-Steffen Saternus (Hrsg.): Biologische Spurenkunde. Band 1: Kriminalbiologie. 2. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-71110-0, S. 15–54.
Einzelnachweise
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