Ein Herz für Rentner e. V. ist eine gemeinnützige deutsche Hilfsorganisation mit Hauptsitz in München. Der Verein unterstützt bundesweit Senioren ab 66 Jahren, die trotz jahrzehntelanger Berufstätigkeit von Altersarmut betroffen sind. Zu den Maßnahmen zählen finanzielle Soforthilfen, Lebensmittelpakete, die Finanzierung des „Deutschlandtickets“ sowie kulturelle Veranstaltungen gegen Einsamkeit. Gründerin von Ein Herz für Rentner e. V. ist Sandra Bisping.

Geschichte Die Organisation wurde 2016 von Sandra Bisping mit dem Ziel gegründet, ältere Menschen zu unterstützen, die trotz einer langen Erwerbstätigkeit in Deutschland in Altersarmut leben.

Ein Herz für Rentner e. V. bietet bedürftigen Rentnerinnen und Rentnern finanzielle Hilfe und Angebote zur sozialen Teilhabe an.

Bekannt wurde der Verein durch den damaligen Chefredakteur der TZ München, Rudolf Bögel. Zu Beginn wuchs Ein Herz für Rentner e. V. vor allem durch die Berichterstattung in Printmedien, Fernsehbeiträgen und über persönliche Empfehlungen – vor allem in München und Umgebung.

Die ersten Projekte bestanden aus Soforthilfen für existenziell notwendige Anschaffungen wie Betten, Matratzen, Kleidung, Medikamente, Fahrkarten, Lebensmittel etc., Patenschaften über monatlich 38 Euro, die den Betroffenen zur freien Verfügung stehen, und Gutscheinen für Drogerieartikel und Lebensmittel. Die erste Unterstützung fand bereits Ende März 2017, in Form einer neuen Waschmaschine, statt. 2020 wurde die vierzehntägige Obst- und Gemüsebox etabliert, 2021 der Oldkehlchen-Chor gegen Einsamkeit im Alter gegründet, 2023 kamen die Übernahme des „Deutschlandtickets“ sowie die Erfüllung von „Herzenswünschen“ hinzu, 2024 die Glücksreise und 2025 das Projekt „Vier Pfoten gegen Einsamkeit“. 2019 eröffnete Sandra Bisping einen weiteren Standort in Köln. Mittlerweile gibt der Verein pro Monat 70.000 Euro für die Nöte der Rentner aus.

Im Mai 2017 erschien der erste Artikel über Ein Herz für Rentner e. V. in „Hallo München“, mit Verweis auf dem Titelblatt. Hallo München veröffentlichte 2017 eine Reihe weiterer Artikel, wie auch Bild-Woche, Hallo, Merkur Ebersberg, Münchner Merkur und die TZ München, die die soziale Not bedürftiger älterer Menschen als Brennpunktthema und das Hilfsangebot des jungen Vereins aufgriffen. 2021 wurde MünchenTV auf den Verein aufmerksam und berichtet seither immer wieder über neue Projekte. Mittlerweile sind auch bundesweite Medien aus Print und Fernsehen auf den Verein aufmerksam geworden. So konnte Sandra Bisping 2025 in Ralf Schmitz’ Podcast „Spontanorama“ ihr Projekt und die Ziele von Ein Herz für Rentner e. V. vorstellen. Zuletzt sprach die Gründerin im Podcast-Format des BR „Blaue Couch“ mit Thorsten Otto über Altersarmut und die Vereinsarbeit.

2019 fotografierte GABO fünfzehn Rentnerinnen und Rentner des Vereins. Mit der Aktion sollten die Betroffenen in den Mittelpunkt gerückt werden. 2024 produzierte Ein Herz für Rentner e. V. seinen ersten Imagefilm.

Organisation Der Verein mit Sitz in München wird von einem dreiköpfigen Vorstand geleitet. Die Gründerin Sandra Bisping ist als erste Vorsitzende hauptamtlich tätig, während Camilla Weißenberg und Roland Hefter ehrenamtlich tätig sind.

Im Jahr 2024 zählte der Verein zehn Mitglieder und beschäftigte insgesamt sechs Mitarbeitende. Zusätzlich engagierten sich rund 50 Ehrenamtliche im gesamten Bundesgebiet.

Ziele und Tätigkeiten Im Fokus der Vereinsarbeit steht die finanzielle und soziale Unterstützung älterer Menschen in Deutschland ab 66 Jahren, die von Altersarmut betroffen sind. Der Verein richtet sich insbesondere an Senioren mit einer monatlichen Rente zwischen 500 und 1.300 Euro.

Die Organisation verfolgt dabei zwei zentrale Ansätze: Einerseits stellt der Verein finanzielle Hilfen zur Deckung grundlegender Lebensbedarfe bereit, andererseits fördert er die soziale Teilhabe und wirkt der Vereinsamung im Alter entgegen.

Zu den regelmäßigen Maßnahmen zählt unter anderem die Versendung von Obst- und Gemüseboxen, die alle zwei Wochen an unterstützte Personen gehen. Damit soll eine gesunde Ernährung ermöglicht und der Gang zur Tafel vermieden werden. Darüber hinaus bietet der Verein individuelle Patenschaften an, deren monatlicher Betrag von 38 Euro ohne Abzüge weitergegeben wird.

Weitere Hilfsmaßnahmen sind zweckgebundene Spendenaktionen, beispielsweise zur Finanzierung von Mobilität über das „Deutschlandticket“ oder zur Bereitstellung von Soforthilfen für notwendige Alltagsgegenstände und medizinische Bedarfe. Der Verein versteht sich als Ergänzung zu bestehenden sozialen Sicherungssystemen und verfolgt einen unbürokratischen, direkten Unterstützungsansatz.

Im Jahr 2024 wurden laut Vereinsangaben 5.352 finanzielle Unterstützungen realisiert. Dazu zählen Zuschüsse zu Medikamenten, Lebensmittelgutscheine, Hilfen bei Nebenkostennachzahlungen oder die Kostenübernahme von Haushaltsgeräten, Kleidung, medizinischen Hilfsmitteln und Mobilitätshilfen.

Die Gewährung der Leistungen besteht dauerhaft, sofern die Voraussetzungen erfüllt bleiben. Derzeit begleitet der Verein über 2.522 Rentner langfristig (Stand: August 2025).

Finanzen Die Finanzierung des Vereins erfolgt ausschließlich durch Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen. Der Verein bekommt keine staatliche Unterstützung. Im Geschäftsjahr 2024 beliefen sich die Gesamteinnahmen des Vereins auf rund 1,09 Millionen Euro. Die Mittelverwendung orientiert sich laut Verein an den Kriterien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Der Anteil der Projektförderung an den Gesamtausgaben betrug 85,72 %, der Anteil für Öffentlichkeitsarbeit 8,77 % und für Verwaltung 5,51 %. Seit Oktober 2025 ist Ein Herz für Rentner e. V. Teil der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ).

Kooperation Bei der Umsetzung seiner Projekte arbeitet Ein Herz für Rentner e. V. mit einer Vielzahl sozialer Organisationen, Behörden und Stiftungen zusammen.

Zu den Kooperationspartnern zählen unter anderem Alten- und Service-Zentren, Seniorenberatungsstellen, Sozialreferate, das Rote Kreuz, Silbernetz e. V., die Franz-Beckenbauer-Stiftung, die Marianne-Strauß-Stiftung, die Clarissa-und-Michael-Käfer-Stiftung sowie Einrichtungen der Caritas.

Veranstaltungen Ergänzend zu materiellen Hilfen organisiert Ein Herz für Rentner e. V. regelmäßig kulturelle und soziale Veranstaltungen für ältere Menschen, um Vereinsamung entgegenzuwirken. Diese reichen von Konzertbesuchen, Theatervorstellungen und Kinobesuchen bis hin zu Chorproben, Weihnachtsfeiern und gemeinsamen Ausflügen.

Öffentlichkeitsarbeit Um auf die gesellschaftliche Relevanz von Altersarmut aufmerksam zu machen, setzt der Verein auf eine Öffentlichkeitsarbeit in Print-, Online- und Bewegtbildmedien. Ein Herz für Rentner e. V. war bereits Thema zahlreicher Berichte in Zeitschriften wie Lea, Freundin, Funkuhr, SuperTV und Freizeit Revue sowie in regionalen und überregionalen Tageszeitungen wie der Süddeutschen Zeitung, Abendzeitung, Münchner Merkur, Hamburger Abendblatt, Bild Nürnberg, TZ und dem Münchner Wochenanzeiger.

Auch im Fernsehen und Hörfunk wurde über die Arbeit des Vereins berichtet, unter anderem durch Formate der ARD, ZDF, Focus.de, TRT World, muenchen.tv, tv.bayern.live, Nachrichten München und die Bayerische Staatszeitung.

Mitgliedschaften Der Verein ist Teil der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Außerdem orientiert sich Ein Herz für Rentner e. V. nach Vereinsangaben in Bezug auf den Jahresabschluss an den Vorgaben des DZI-Spendensiegels. Ein Herz für Rentner e. V. arbeitet bundesweit mit Sozialreferaten, Seniorenberatungsstellen und anderen Vereinen zusammen.

Weblinks Offizielle Website von Ein Herz für Rentner e. V.

Einzelnachweise

Kategorie:Verein (München) Kategorie:Hilfsorganisation (München) Kategorie:Vereinsgründung 2016