Fünf Freunde auf der Felseninsel (englischer Originaltitel Five on Kirrin Island Again) ist ein Abenteuerroman der britischen Schriftstellerin Enid Blyton, der 1947 mit den Illustrationen von Eileen Soper beim Verlag Hodder & Stoughton veröffentlicht wurde. Der Roman ist die sechste Geschichte aus der Fünf-Freunde-Buchreihe. Die deutsche Erstausgabe erschien 1955 beim Blüchert Verlag.

Inhalt Georg ist wütend: In einem Brief erfährt die Kusine von Anne, Richard und Julius, dass ihr Vater ihre Felseninsel für seine wissenschaftlichen Experimente in Beschlag genommen hat. Noch dazu hatten doch die fünf Freunde geplant gehabt, gemeinsam auf Georgs Insel die Osterferien zu verbringen!

Nur widerwillig fährt Georg mit den anderen Kindern ins Felsenhaus, von wo sie sehen können, dass Onkel Quentin mitten im Hof der Ruine auf der Felseninsel einen hohen Turm errichten hat lassen, der für seine Forschungen erforderlich ist. Gemeinsam mit Tante Fanny und Tim, Georgs Hund, rudern sie mit einem Boot auf die Insel. Ihr Vater verschlingt heißhungrig den mitgebrachten Proviant, hat er doch sein körperliches Wohl aufgrund seiner Arbeit komplett vernachlässigt.

Um sicherzugehen, dass bei ihm auf der Insel alles in Ordnung ist, vereinbaren sie, dass Onkel Quentin am Vormittag mit einem Spiegel und in der Nacht mit einer Laterne Lichtsignale aussendet, die vom Felsenhaus beobachtet werden können. Als Georgs Vater zurück an seine Arbeit geht, können die Kinder nicht verstehen, wo genau er seine Forschungen betreibt, denn es hat den Anschein, als wäre er vom Erdboden verschluckt worden.

Beim Spazieren lernen die Kinder einen Jungen namens Martin und seinen Vater kennen, die in einem nahegelegenen Haus wohnen. Richard wird hellhörig, als sich die beiden intensiv nach der Arbeit von Georgs Vater erkundigen und ist regelrecht erbost, als Georg sehr offenherzig von den wissenschaftlichen Tätigkeiten Onkel Quentins berichtet.

Beim Klettern in einem ehemaligen Steinbruch entdecken die Kinder den Eingang zu einem Stollen, den sie aber ohne Taschenlampen nicht sofort erkunden können. Stattdessen gehen sie zu Hause mit Hilfe einer alten Karte der Insel dem Rätsel nach, wohin Onkel Quentin verschwunden sein könnte. Und tatsächlich stellen sie fest, dass es auf der Insel noch Gänge und Räume geben muss, von denen sie bisher nichts gewusst hatten.

Als Onkel Quentin drei Mal soviele Lichtzeichen sendet wie vereinbart, ist den Kindern sofort klar, dass irgendetwas nicht stimmen kann. Sie fahren erneut mit dem Boot auf die Insel und Georgs Vater berichtet, dass er jemanden husten gehört und außerdem einen frischen Zigarettenstummel entdeckt habe. Er bittet daraufhin Georg, ihr Tim zu seinem Schutz auf der Insel zu überlassen. Schweren Herzens trennt sich das Mädchen von ihrem geliebten Hund, unter der einen Bedingung, dass ihr Vater Tim auf den Turm mitnehmen würde, wenn er die Lichtsignale sende. So könne Georg wenigstens gelegentlich mit dem Fernrohr einen Blick auf Tim machen.

Als dies bei einem der nächsten Lichtsignale unterbleibt, wittert Georg sofort eine Gefahr, während die anderen Kinder das Fehlen von Tim auf die Vergesslichkeit Onkel Quentins zurückführen. Georg macht sich in der Nacht allein mit dem Boot auf den Weg zur Insel, weil sie sich um ihren Vater und vor allem um Tim Sorgen macht. Während sich Georg in einem kleinen Raum der Burgruine von der anstrengenden Überfahrt ausruht, tauchen plötzlich zwei unbekannte Männer aus einem Kamin auf. Das Mädchen bleibt glücklicherweise unentdeckt und als Georg das Innere der Feuerstelle untersucht, findet sie dort den Zugang zu einem unterirdischen Gang. Sie folgt diesem und trifft schließlich auf ihren Vater. Dieser klärt sie auf, dass die beiden Männer mit einem Fallschirm auf der Insel gelandet seien, um seine Forschungsergebnisse zu stehlen. Weil er sich allerdings geweigert habe, seine Erkenntnisse preiszugeben, drohen ihm diese damit, die Insel in die Luft zu sprengen.

Quentin vertraut Georg daraufhin sein Notizbuch an, in dem er seine Forschungen aufgezeichnet hat, und bittet sie, dieses aufs Festland zu bringen. Georgs Sorge gilt allerdings in erster Linie Tim, der in einem Verlies eingesperrt sein soll. Sie entdeckt den Hund und nur mit größter Anstrengung gelingt es ihr, den Felsblock zu verschieben, der den Zugang zum Verlies versperrt. Die Wiedersehensfreude ist jedoch nur kurz, denn die beiden Männer tauchen wieder auf. Zuvor gelingt es allerdings Georg noch, Tim das Notizbuch in seine Schnauze zu stecken und ihn aufzufordern, dieses in Sicherheit zu bringen.

Zwar wird Georg von den Ganoven aufgegriffen, doch Tim kann unentdeckt in einem der Gänge verschwinden. Während Georg zu seinem Vater gebracht wird, gelingt es dem Hund, unter dem Meer durch einen alten Gang aufs Festland zu gelangen, der in dem Stollen mündet, den die Kinder einige Tage zuvor beim Steinbruch entdeckt haben. Tim bringt das Notizbuch sicher ins Felsenhaus, wo die Kinder feststellen, dass Georgs Bett leer ist und an seiner statt Tim aufgetaucht ist.

Der Hund führt Anne, Richard und Julius zu dem Stollen, wo sie auf Martin treffen, der ihnen daraufhin gesteht, daran beteiligt zu sein, Georgs Vater seine wissenschaftlichen Arbeiten zu entwenden. Herr Lauscher, den Martin Vater genannt hat, sei in Wirklichkeit gar nicht sein richtiger Vater, sondern sein Vormund und zudem ein Verbrecher, von dem er schon seit mehreren Jahren gezwungen worden sei, ihm bei seinen Gaunereien behilflich zu sein.

Martin, der sein bisheriges Leben satt hat, hilft daraufhin Julius und Richard, unter der Leitung von Tim durch den unterirdischen Gang zur Insel zu gelangen. Anne hingegen läuft los, um Tante Fanny zu verständigen. Gerade als sie den Steinbruch hochklettert, rutscht oben Herr Lauscher aus und kullert den Abhang hinunter. Dabei bricht er sich ein Bein und ist dadurch außer Gefecht gesetzt.

In der Zwischenzeit haben es die drei Jungen zu Georg und seinem Vater geschafft. Als sie gerade überlegen, wie sie von der Insel fliehen könnten, werden sie von den beiden Männern überrascht, die sie mit einer Pistole in Schach halten. Doch die Ganoven wollen in Wirklichkeit lediglich durch den unterirdischen Gang verduften und im Anschluss die Insel in die Luft sprengen. Den anderen Weg durch den Kamin haben sie für Onkel Quentin und die Kinder dabei so versperrt, dass dieser nur von außen geöffnet werden kann.

Doch sehr zu ihrer Freude können sie dort schon bald Stimmen hören und es stellt sich heraus, dass Anne mit Tante Fanny und mehreren Fischern auf die Insel gekommen ist, um Onkel Quentin und den Kindern zu Hilfe zu kommen. Die Befreiung glückt und der erste Weg von Georgs Vater führt hinauf auf den Turm, wo er die Glaskuppel mit einem Stein zertrümmert und dadurch verhindert, dass die Insel in die Luft fliegen kann.

Herr Lauscher wird von der Polizei festgenommen und die beiden Ganoven, die sich in dem Ganglabyrinth unter dem Meer verirrt haben, werden von Tim zum Stollen gelotst, wo sie schließlich ebenfalls von den Beamten in Gewahrsam genommen werden. Auch für Martin gibt es ein Happy End: Er kann beim Leuchtturmwächter bleiben und diesem beim Bemalen seiner geschnitzten Spielzeugfiguren helfen. Und Onkel Quentin verspricht aus Dankbarkeit für seine Rettung, den zeichnerisch talentierten Martin auf einer Kunstakademie unterzubringen.

Referenzen Stellvertretend für die gesamte Fünf-Freunde-Buchreihe ist der erste Band Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 8+ Jahre enthalten.

Ausgaben

Adaptionen Die Geschichte wurde sowohl in der Fünf-Freunde-TV-Serie von 1978 (Episode 1 & 2) als auch in der TV-Serie von 1996 (Episode 6) verfilmt. Fünf Freunde auf der Felseninsel wurde außerdem als Hörspiel vom Label Europa (Bearbeitung und Regie: Heikedine Körting) adaptiert.

Weblinks Informationen zum Buch (englisch) bei EnidBlyton.net Informationen zum Buch (englisch) und Illustrationen bei The Enid Blyton Society

Einzelnachweise

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