mini|Robertson Hall, Sitz der Princeton School of Public and International Affairs Die Princeton School of Public and International Affairs (SPIA) ist eine an der Princeton University angesiedelte politikwissenschaftliche Hochschule in Princeton, New Jersey. Sie bietet Studiengänge und Forschungsprogramme in den Bereichen Internationale Beziehungen, öffentliche Politik, internationale Entwicklung, Wirtschaft, Finanzen, Wissenschafts- und Technologiepolitik an. Bis 2020 trug sie den Namen Woodrow Wilson School of Public and International Affairs.

Geschichte Die Schule wurde 1930 als School of Public and International Affairs gegründet. Sie sollte ursprünglich ein interdisziplinäres Programm für Studierende des grundständigen Studiums an der Princeton University bilden und junge Menschen auf Tätigkeiten im öffentlichen Leben vorbereiten. Zu den frühen Unterstützern gehörte der Diplomat DeWitt Clinton Poole. Bereits 1931 erhielt Princeton von der internationalen Veteranenorganisation FIDAC eine Auszeichnung für die Förderung von Frieden und internationalem Verständnis.

1948 wurde die Schule um ein Graduiertenprogramm erweitert und nach Woodrow Wilson benannt, dem früheren Präsidenten der Princeton University, Gouverneur von New Jersey und 28. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Wilsons Formel „Princeton in the nation’s service“ wurde später zu einem inoffiziellen Leitspruch der Universität.

Ab 2015 geriet die Benennung nach Wilson wegen dessen rassistischer Positionen und seiner Politik der Rassentrennung im öffentlichen Dienst der Vereinigten Staaten zunehmend in die Kritik. Nach den Protesten infolge der Tötung von George Floyd beschloss das Kuratorium der Princeton University am 26. Juni 2020, den Namen Wilsons von der Schule und vom damaligen Wilson College zu entfernen. Die Einrichtung erhielt daraufhin ihren heutigen Namen.

Studienangebot Die Princeton School verfolgt einen interdisziplinären Ansatz. Im Undergraduate-Programm belegen Studierende Kurse in mehreren Disziplinen, darunter Wirtschaft, Geschichte, Politik, Psychologie, Soziologie und Wissenschaftspolitik. Ein zentrales Element ist die Arbeit in sogenannten Policy Task Forces, in denen konkrete politische Fragestellungen untersucht und Handlungsempfehlungen ausgearbeitet werden.

Auf Graduiertenebene bietet die Schule unter anderem den zweijährigen Master of Public Affairs (MPA), den einjährigen Master of Public Policy (MPP) für Berufserfahrene sowie ein Promotionsprogramm in Public Affairs an. Im MPA-Programm können Studierende Schwerpunkte in internationalen Beziehungen, internationaler Entwicklung, Innenpolitik sowie Wirtschafts- und Finanzpolitik wählen. Daneben bestehen gemeinsame Studienprogramme, unter anderem mit rechtswissenschaftlichen Fakultäten.

Robertson Hall Sitz der Schule ist die Robertson Hall. Der Bau wurde durch eine Stiftung von Charles und Marie Robertson ermöglicht und vom Architekten Minoru Yamasaki entworfen, der auch am Entwurf des ursprünglichen World Trade Center in New York beteiligt war. Das Gebäude wurde 1965 fertiggestellt und 1988 zu Ehren seiner Stifter in Robertson Hall umbenannt.

Vor dem Gebäude befindet sich der Fountain of Freedom von James FitzGerald. Seit 2019 erinnert dort außerdem die Installation Double Sights von Walter J. Hood an die widersprüchliche historische Rolle Woodrow Wilsons.

Zentren und Programme Zur Schule gehören mehrere Forschungszentren und Programme, dazu gehören:

Bendheim-Thoman Center for Research on Child and Family Wellbeing Center for Health and Wellbeing Center for Information Technology Policy Center for International Security Studies Center for Policy Research on Energy and the Environment Center for the Study of Democratic Politics Criminal Justice @ SPIA Education Research Section Empirical Studies of Conflict Project Initiative for Data Exploration and Analytics Innovations for Successful Societies Institutional Antiracism and Accountability Project Julis-Rabinowitz Center for Public Policy & Finance Kahneman-Treisman Center for Behavioral Science and Public Policy Law@Princeton Liechtenstein Institute on Self-Determination Niehaus Center for Globalization and Governance Princeton Survey Research Center Program on Science and Global Security Research Program in Development Economics Research Program in Political Economy

Bekannte Absolventen und Lehrende Zu den bekannten Absolventen zählen unter anderem der Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten Samuel Alito, der frühere US-Verteidigungsminister Frank Carlucci, der Senator Ted Cruz, der Schriftsteller Mohsin Hamid, der frühere peruanische Präsident Pedro Pablo Kuczynski, der ehemalige CIA-Direktor David Petraeus, der frühere US-Außenminister George P. Shultz und der frühere Vorsitzende der Federal Reserve Paul Volcker.

Zu den mit der Schule verbundenen Wissenschaftlern gehörten oder gehören mehrere international bekannte Ökonomen und Sozialwissenschaftler, darunter Angus Deaton, Daniel Kahneman, Paul Krugman und W. Arthur Lewis.

Kontroverse 2002 verklagten Mitglieder der Robertson-Familie die Universität. Hintergrund war ein Streit über die Verwendung der Mittel der Robertson Foundation, die ursprünglich der Ausbildung für Tätigkeiten im öffentlichen Dienst dienen sollten. Princeton vertrat demgegenüber ein breiteres Verständnis von public affairs, das auch Tätigkeiten in Journalismus, Stiftungen, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen einschloss. Der Rechtsstreit wurde 2008 beigelegt.

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Einzelnachweise

Kategorie:Princeton University Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1930