Olga Gustawowna Radde-Fomina (deutsch auch Olga Radde-Fomin oder Olga Radde-Fomina, , ; * 8. April 1876 als Olga Helene Radde in Tiflis, Russisches Kaiserreich; † 11. September 1963 in Füssen) war eine russisch-sowjetische Botanikerin und Taxonomin. Sie wirkte am Botanischen Institut der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften und war mit dem Botaniker Alexander Wassiljewitsch Fomin verheiratet. Ihr offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“
Leben und Wirken Radde-Fominas Vater war der im Südkaukasus tätige preußische Geograph und Naturforscher Gustav Radde, ihr Großvater der Zoologe und Botaniker Johann Friedrich von Brandt. Nach einer Lehrerinnenausbildung in Tiflis und Privatunterricht in Deutsch und Französisch arbeitete sie zunächst als Deutschlehrerin an einer Lehranstalt für adelige Töchter. Auch unterstützte sie ihren Vater beim Übersetzen wissenschaftlicher Arbeiten ins Russische.
Während eines Aufenthalts in Europa lernte sie den russischen Botaniker Alexander Wassiljewitsch Fomin kennen, den sie bald darauf heiratete. Sie unterstützte ihn beim Aufbau botanischer Einrichtungen in Tiflis und später in Kiew. Sie war zunächst als technische Assistentin, dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin für Botanik tätig. Ab 1914 lebte das Ehepaar in Kiew. Dort arbeitete Radde-Fomina im Herbarium und am Botanischen Institut der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften. Sie erforschte unter anderem die Taxonomie der Hainbuchenaarten in der Sowjetunion und der Ahornarten in Turkestan und beschrieb neue Arten. Zudem veröffentlichte sie zur Geschichte des Instituts.
mini|hochkant|Olga Radde-Fomina ist im Familiengrab Freiwirth-Lützow auf dem Füssener Waldfriedhof beigesetzt 1935 starb ihr Mann. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Akademie in den Ural ausgelagert. Sie blieb zunächst im von den Deutschen besetzten Kiew und arbeitete am Institut für landwirtschaftliche Botanik. 1943 zog das Institut wegen der heranrückenden sowjetischen Armee ins polnische Posen um. Anfang 1945 musste sie auch Posen verlassen und zog zur Familie ihrer Schwester Marie, Witwe des Malers Oskar Freiwirth-Lützow, nach Füssen in Deutschland, wo sie bis zu ihrem Tod lebte.
Schriften (Auswahl) Zur Frage der Taxonomie der Gattung Carpinus innerhalb der UdSSR. 1929. Zur Taxonomie von einigen Arten der Gattung Acer aus Turkestan. 1932. Zur Taxonomie der polymorphen Gattung Acer campestre. 1934. Über die Arbeit des Botanischen Instituts für Wissenschaften und Forschung. 1934. Lebensbild der Forscherfamilie Radde-Brandt in Russland. 1962 (unveröffentlichtes Manuskript).
Literatur
Einzelnachweise
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