Die Grabstele Antoinette Weiß von 1805 befindet sich in der Chausseestraße 128/129 in Berlin-Mitte im Hof der Katholischen Akademie. Sie wurde zweimal umgesetzt.
Geschichte
Im Jahr 1805 starb die italienischstämmige Antoinette Weiß, geborene Biancone, Mutter von vier Kindern, im Alter von nur 27 Jahren in Berlin. Ihr Ehemann, der Kunsthändler Gaspare Weiß ließ ihr daraufhin ein Grabmal auf dem Friedhof der katholischen St. Hedwigs-Gemeinde errichten und pachtete die Grabstelle für hundert Jahre.
Als der Friedhof um 1895 einer Wohnbebauung weichen sollte und alle verbliebenen Grabstellen umgebettet werden mussten, weigerten sich die Nachkommen der Familie Weiß als einzige, das Grab an dieser Stelle aufzugeben. Daraufhin wurde das neue Wohn- und Geschäftshaus um dieses herum errichtet.Etzold, 1993, S. 16. Es stand nun in der Lesehalle eines Bücherladens und wurde bis zu dessen Tod von einem greisen Enkel besucht, der dort (mindestens einmal) stundenlang verweilte.Max Kühnlein: Das Grab im Bücherladen, in Brandenburgia, 1909, S. 219–220; mit einem kurzen Bericht über die bevorstehende Verlegung, der Besuch von dem Enkel wurde nur für ein Mal erwähnt (möglicherweise zum Abschied).Es ist unklar, was für ein Laden dort war, wahrscheinlich war die Zeitungs-Expedition (ein Zeitungsvertrieb) gemeint Kühnlein, 1909, S. 219, schreibt von einem Bücherladen mit Büchern und Zeitungen (alte Hausnr.), nennt eine Zeitungsexpedition (und andersartige Geschäfte) Adressbuch 1905 (erstmals neue Nr. Chausseestr. 128), , mit Zeitungsexped. (Laden 2) , auch in den folgenden Jahren kein Bücherladen Etzold, 1993, S. 16, schreibt von einem Musikverlag (für den es aber keine historischen Belege gibt)Die Gartenlaube, 1909, S. 86, mit Foto des Grabsteins in der Lesehalle.
1910 wurde die Grabstele in den Eingangsbereich des St. Hedwigs-Friedhofs in der Berliner Straße (heute: Ollenhauerstraße) in Reinickendorf umgesetzt.Heinz Knobloch: Berliner Grabsteine, 1988, S. 128 (kurzer Auszug), Gleich links vom Eingang unter einer Birke.
2007 wurde sie wieder in die Nähe ihres ursprünglichen Standortes in den Hof der neu gebauten Katholischen Akademie in der Chausseestraße 128/129 gebracht, wo sie das einzige Grabmal des ehemaligen Friedhofs ist.
Beschreibung Das klassizistische Grabmal besteht aus Sandstein und ist mit einem Rosetten-Fries und einem akroterien-bekrönten Aufsatz geschmückt.Domfriedhof St. Hedwig (Ollenhauerstraße) Denkmaldatenbank Berlin (letzter Satz), nach Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Berlin. Bezirk Reinickendorf. Ortsteil Reinickendorf, 1988, S. 45/51. In die Stele ist eine schwarze Marmortafel mit folgender Inschrift in Versalien eingelassenEtzold, 1993, S. 16, und Brandenburgia, 1909, S. 220, mit leicht abweichenden Fassungen.: Dieser Stein soll erhalten das Andenken an Antoinette Weiss geb Biancone für ihren trauernden Gatten Gaspare Weiss den sie VI Jahre und II Monate mit treuer Liebe beglückte und für ihre IIII Kinder die sie mit mütterlicher Zärtlichkeit pflegte Die Edle starb XXVII Jahre alt am XX Februar MDCCCV
Literatur
Weblinks Ein Grabmal im Hinterhof Stattreisen, mit zwei Fotos Schöne und sehenswerte Hinterhöfe in Berlin-Mitte tip Berlin (8. Foto)
Einzelnachweise und Kommentar
Kategorie:Grabmal in Berlin Kategorie:Chausseestraße Kategorie:Stele Kategorie:Versetztes Bauwerk in Berlin Kategorie:Erbaut 1805 Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Berlin Kategorie:Frauen und Kunst