Der Hund und der Knochen ist ein äthiopisches Märchen (AaTh 34 A: Spiegelbild im Wasser).Caspar Detlef Gustav Müller (Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Äthiopien. Eugen Diederichs Verlag, München 1992, S. 68–69, 309.
Handlung Ein Hund findet einen Knochen mit etwas Fleisch daran und will ihn vor einem anderen Hund in Sicherheit bringen. Da kommt er an ein Wasser, in dem er sein Spiegelbild sieht, woraufhin er den Knochen wegwirft und sich voller Zorn auf den vermeintlichen anderen Hund stürzt, um diesen den Knochen abzunehmen. Trotz größter Anstrengung gelingt es ihm jedoch nicht, seinen Kontrahenten zu besiegen. Derweil hatte der andere wirkliche Hund den Knochen an sich genommen.
Hintergrund Das Märchen stammt aus Eugen Mittwochs Abessinische Erzählungen für Fabeln (In Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 16. 1911, 148 f.) und trägt in Caspar Detlef Gustav Müllers Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Äthiopien (München 1992) den Titel Der Hund und der Knochen. Zurückzuführen ist es auf den früheren Lektor am Seminar für Orientalische Sprachen zu Berlin, Aläqa Taje. Als Sprichwort ist angegeben „Wer zwei Dinge will, kann nicht einmal eines erreichen“. Eine andere Variante, ein amharischer Text, aus Ignazio Guidis Proverbi, strofe e racconti abissini (Rom 1894, 99) kommt ohne den zweiten Hund aus, da der Hund seinen Knochen ins Wasser wirft und so verliert. Bei Müller lautet der deutsche Titel Der Hund und sein Bild im Wasser.
Literatur Caspar Detlef Gustav Müller (Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Äthiopien. Eugen Diederichs Verlag, München 1992, S. 68–69, 309.
Einzelnachweise
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