mini|hochkant=1.1|Gutshaus des ehemaligen Rittergutes Gollma (2017) Das Rittergut Gollma (auch Schloss Gollma) befindet sich im Ortsteil Gollma der Stadt Landsberg im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Die historische Anlage kann auf eine tausendjährige Geschichte zurückblicken.

Lage und Beschreibung Das Gut liegt zentral im Ort in unmittelbarer Nachbarschaft zur Dorfkirche, die sich nordöstlich des Guts befindet. Seine westliche Grenze wird vom Strengbach gebildet, einem Nebenfluss der Fuhne. Das Gelände besitzt eine Fläche von etwa 0,6 Hektar.gemessen mit Google Maps Das Einfahrtstor zum Hof befindet sich in der August-Bebel-Straße.

An der Westseite des Hofes steht das barocke Gutshaus, ein zweigeschossiges Gebäude mit einer Grundfläche von 24 × 15 Metern. Die Mansardetage unterm Krüppelwalmdach ist ausgebaut. An der Südseite des Hauses befindet sich eine von zwei Balustraden begrenzte Terrasse. An seiner westlichen, dem Strengbach zugewandten Rückseite wird ein als Halbrund hervortretender Treppenturm im Obergeschoss von zwei Balkonen flankiert. An der Nord- und der Ostseite des Hofes stehen Wirtschaftsgebäude und das ehemalige Verwalterhaus, auch Kavalierhaus. Im Hof befindet sich eine 16 × 26 Meter große Reitanlage. Über der Eingangstür befindet sich eine Wappentafel.Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 5, S. 77. Ans Gutshaus schließt sich nach Süden ein kleiner Park mit einem Teich von etwa 20 Meter Durchmesser an.

Das Gutshaus und der anschließende Park stehen unter Denkmalschutz. Das Gutshaus ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 55195 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt eingetragen. Der Park wurde 2019 als Teilobjekt mit der Nummer 094 55195 001 ausgewiesen.

Geschichte Das Gut Gollma wurde 961 zum ersten Mal in einer Urkunde Kaiser Ottos I. erwähnt. Es wird angenommen, dass es als Vorwerk für die nahe Burg Landsberg diente. 1574 wurde es als Edelhof mit Schäferei und Hirtenhaus benannt. Etwa zu dieser Zeit entstand auch das Gutshaus, worauf seine Grundmauern hindeuten. Im 17. Jahrhundert wurde es im barocken Stil umgebaut. mini|hochkant|Wilhelm Gotthold von Thermann 1790 kaufte der in Zörbig ansässige Handelsmann Daniel Thermann für seinen Sohn Wilhelm Gotthold Thermann (1762–1825) für 32.500 Taler das inzwischen als Rittergut bezeichnete Anwesen. Noch im gleichen Jahr erhob Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen den am Oberhofgericht Leipzig tätigen Thermann in den Freiherrenstand. Von Thermann war verheiratet mit Wilhelmine Hildebrandine geborene von Hönning, einem Patenkind Goethes. Dieser weilte im Zusammenhang seiner Patenschaft für zwei Söhne der Thermanns 1811 auf dem Rittergut Gollma.

Die nachfolgenden Besitzer des Rittergutes aus der Familie von Thermann waren zumeist als Juristen tätig und nutzten das Gutshaus bis 1947 als Landsitz, während das Gut von Pächtern bewirtschaftet wurde. Im Jahre 1918 wurde das Mansardgeschoss des Gutshauses ausgebaut.

1947 wurde das Gut von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet und die Familie vertrieben. Während der DDR-Zeit wohnten mehrere Familien im Gutshaus. Der Gutshof wurde von der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) des Ortes betrieben.

1998 konnte das Architektenehepaar Edmund und Filiz von Thermann den in desolatem Zustand befindlichen ehemaligen Familienbesitz von der Treuhandanstalt zurückerwerben und in der Folgezeit aufwendig sanieren.

Im Jahr 2005 zog der Bildhauer und Maler Harro Jacob (* 1939) nach Aufgabe seiner Lehrtätigkeit als Professor an der Berliner Universität der Künste auf das Gut Gollma. Sein Atelier hat er hier im ehemaligen Kuhstall eingerichtet, und seinem Hobby, dem Springreiten kann er auf der Reitanlage im Hof nachgehen. Die Umgebung des Gutshauses hat er mit einigen seiner Skulpturen verschönert.

Literatur Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 5: Saalkreis. Erarbeitet von Sabine Meinel und Birthe Rüdiger. Fliegenkopf Verlag, Halle (Saale) 1997, ISBN 3-910147-64-X.

Weblinks

Einzelnachweise

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