mini|hochkant|Wappen derer von Argendorp nach Anton Fahne und Rolf Zobel (Wappen an Mittelrhein und Mosel) Argendorp (auch: Argendorf, Argindorp o. ä.) ist der Name eines erloschenen Kölner Patriziergeschlechts, das urkundlich zuerst mit der Burghut betrauten Ministerialen auftrat, die verschiedene Burglehen innehatten. Der Stammsitz war wahrscheinlich in Ariendorf (früher auch Burg Argendorf genannt). Das Geschlecht war auch in Bonn, Koblenz und an der Wied ansässig.
Geschichte Die Mitteilungen über das Geschlecht beginnen 1297 mit dem Burgmann der Neuerburg Hermann von Argendorp, der in diesem Jahr auf sein Erbe verzichtete, das der Gatte seiner Schwester, Dietrich von Limperich, an den Burggrafen Heinrich von Drachenfels verkaufte.Leonard Korth: Das Gräflich von Mirbach'sche Archiv zu Harff. Urkunden und Akten zur Geschichte rheinischer und niederländischer Gebiete (= Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein inbesondere das Alte Erzbistum Köln, Erster Band), J. & W. Boisserée's Buchhandlung, Köln 1892, S. 26 f. (archive.org). Von 1309 bis 1311 ist der Kanoniker zu St. Florin in Koblenz Hermann von Argendorp belegt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 219, abgerufen am 16. Mai 2026.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 229, abgerufen am 16. Mai 2026. Rorico von Argendorp wurde 1311 als Kanoniker erwähnt.Theodor Joseph Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins, Band 3 (Von dem Jahr 1301 bis 1400 einschliesslich), Wolf, Düsseldorf 1853, S. 78 (uni-bonn.de). Diesem Rorico, der auch Berico genannt wurde, verlieh Papst Johannes XXII. 1319 ein Kanonikat im Bonner Münster. Er soll außerdem das Dekanat von St. Georg zu Köln, ein Kanonikat der Kirche zu Vilich und eine Pfarrkirche zu Bonn besessen haben.Heinrich V. Sauerland: Urkunden und Regesten zur Geschichte der Rheinlande aus dem Vatikanischen Archiv, Hanstein, Bonn 1902, S. 244 (archive.org). Aloys Schulte bezeichnete Rorich von Argendorp ausdrücklich als „nichtadlig“.Aloys Schulte: Der hohe Adel im Leben des mittelalterlichen Köln (= Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Philosophisch-philologische und historische Klasse 1919, 8. Abhandlung), Verlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München 1919, S. 33 (archiv.badw.de). Im Jahre 1326 bewitthumte Gerhard von Argendorp seine Frau Margarethe (Gretin) mit den Gütern, die er vor dem Tod seiner ersten Frau Beatrix (Paze), vermutlich von Hammerstein, erwarb. Unter diesen Gütern befanden sich zwei Weingärten, die dem Hof des trierischen Simeonstifts in Hönningen Zins zu zahlen hatten. Außerdem siegelte dies ein Christian von Argendorp.Emil von Hammerstein-Gesmold: Urkunden und Regesten zur Geschichte der Burggrafen und Freiherren von Hammerstein, Hahn’sche Buchhandlung, Hannover 1891, S. 157 (archive.org). Im Jahre 1335 urkundete Wignand von Argendorp, Sohn des Heinrich und der Lysa, zu Köln. Ihm wurde eine Rente verschrieben. Wahrscheinlich erlangte das Geschlecht das Reichsburglehen zu Hammerstein durch die zuvor genannte Beatrix (von Hammerstein). So überschrieben 1357 ihr Sohn Dietrich von Argendorf und seine Ehefrau Frau Kunigunde Raitz ihr vom Reich empfangenes Burglehen zu Hammerstein, für die Zeit nach ihrem Tode, dem Burggrafen Johann von Hammerstein.von Hammerstein-Gesmold (1891), S. 243. Ein Vertrag über sämtliche Güter wurde 1383 zwischen Johann von Argendorp und Aylf von Buckelerhusen geschlossen.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Ber.Uk / Urkunden, Nr. Ber.Uk - 443, abgerufen am 17. Mai 2026. Letzterer versetzte 1386 eine Rente von acht Gulden aus dem Haus Bruch gegen 65 Gulden an Thomas von Argendorp.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Ber.Uk / Urkunden, Nr. Ber.Uk - 470, abgerufen am 17. Mai 2026. Johann und Thomas von Argendorp bestätigten 1390, dass sie von Salentin von Isenburg 275 Goldgulden für die Einlöse des Hauses Bruch erhielten.Vereinigte Westfälische Adelsarchive, Ber.Uk / Urkunden, Nr. Ber.Uk - 494, abgerufen am 17. Mai 2026. Anhand der Urkunden lässt sich schließen, dass Johann und Thomas von Argendorp mit Aylf von Buckelerhusen wohl verwandt waren. Noch 1393 erschien Johann von Argendorp mit seiner Frau Crissem und verkaufte Land bei Niederbreitbach an Johann von Merenberg.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0498 / Schwarzrheindorf, Urkunden AA 0498, Nr. 39, abgerufen am 17. Mai 2026. Am 24. Mai 1397 zu Linz am Rhein wurde Otto von Diez (Dietze) als Momber (Vormund) der Söhne von Ariendorf (Argendorp) belehnt. Er benennt ein Burglehen zu Neuerburg (zuer Nuwerburgh) aufgrund des Todes Johanns von Ariendorf.Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Band 21, Ausgabe 10, 1987, S. 486.
Wappen Blasonierung: Eine Kugel. Helmzier und Tingierung sind nicht überliefert.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 10 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht