mini|Johannes Rosierse – Künstler bei Kerzenlicht (Selbstporträt). Ex-Sotheby’s Amsterdam Johannes Rosierse (* 11. September 1818 in Dordrecht; † 16. November 1901 ebenda) war ein niederländischer Maler. Er ist vor allem für seine Genrebilder mit Innenraumdarstellungen bekannt, die bei Kerzen- oder Lampenlicht gesetzt sind.
Leben und Werk Johannes Rosierse wurde in Dordrecht geboren und lebte, mit Ausnahme eines kurzen Aufenthalts in Leeuwarden, sein gesamtes Leben lang dort. Er wurde am 11. September 1818 in der Nähe des Geburtsorts von Godfried Schalcken (1643–1706) geboren. Schalcken war ein bedeutender Vertreter der Kerzenlichtmalerei und der nächtlichen Szenerie des 17. Jahrhunderts. Anfangs arbeitete Rosierse als Ladengehilfe in einer Schuhmacherei, entschied sich jedoch später für die Malerei und wurde Schüler von Machiel Versteeg und Johannes Boshamer. Durch seine Lehrmeister lernte er das Werk Schalckens kennen, der für seine Interieurs bei Kerzenlicht bekannt war. Rosierse übernahm dieses Genre rasch und entwickelte es zu seiner Spezialität, wie auch andere Maler seiner Zeit, darunter Petrus van Schendel und Joannes Vaarberg. Zwischen 1840 und 1889 stellte Johannes Rosierse regelmäßig auf der jährlichen Tentoonstelling van Levende Meesters (Ausstellung lebender Meister) aus. Er war Ehrenmitglied des Dordrechter Künstlergenootschaps Pictura. Johannes Rosierse starb 1901 im Alter von 83 Jahren.
mini|Johannes Rosierse -–Kermis bij avond (Kirmes am Abend). Dordrechts Museum Johannes Rosierse malte vorwiegend Porträts, Genreszenen und Kerzenlichtbilder. Sein wichtigstes Thema waren Innenraumdarstellungen. Er konzentrierte sich auf einzelne Figuren oder Gruppen, die in dunklen Innenräumen bei Kerzenlicht arrangiert sind. Die Motive, die von Kerzen- oder schwachen Lampenlicht beleuchtet sind, sind kaum erhellt, sodass eine gedämpfte Atmosphäre entsteht. Häufig malte er auch Küchenszenen, in die er beiläufig Früchte und Gemüse integrierte. Er arbeitete in Amsterdam, Groningen und Den Haag und stellte dort aus. 1855 war er kurzzeitig in Leeuwarden tätig. Werke von Rosierse befinden sich unter anderem im Dordrechts Museum, im Fries Museum in Leeuwarden und im Musée Fabre in Montpellier.
Literatur Thieme-Becker: U. Thieme / F. Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 29. Leipzig 1935. P. Scheen: Lexicon Nederlandse Beeldende Kunstenaars 1750–1880, Bd. II. 's-Gravenhage 1970. Q. Buvelot u. a.: Tableaux flamands et hollandais du Musée Fabre de Montpellier (Ausst.-Kat.). Paris/Montpellier 1998. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 11: Pinchon – Rouck. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter, 2009.
Weblinks
Johannes Rosierse | Genre painter
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Niederlande) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1818 Kategorie:Gestorben 1901 Kategorie:Mann