mini|hochkant|Ismahane Elouafi (2024) Ismahane Elouafi () ist eine marokkanisch-kanadische Agrarwissenschaftlerin und Wissenschaftsmanagerin. Seit dem 1. Dezember 2023 ist sie geschäftsführende Leiterin von CGIAR, dem weltweit größten öffentlich finanzierten Forschungsnetzwerk für Agrar- und Ernährungssysteme. Zuvor war sie Chef-Wissenschaftlerin der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), ein 2020 neu geschaffenes Amt. 2023 nahm New African sie in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen Afrikas auf, 2025 wurde sie in die TIME100 aufgenommen.
Leben und Wirken Elouafi besuchte zunächst in Marokko eine militärische Schule, die auf eine Laufbahn als Kampfpilotin vorbereitete; nachdem das entsprechende Programm für Frauen aufgegeben worden war, wechselte sie zur Agrarwissenschaft. Sie erwarb im Jahr 1993 am Institut agronomique et vétérinaire Hassan II einen Bachelorabschluss in Agrarwissenschaften und 1995 einen Masterabschluss in Genetik und Pflanzenzüchtung; 2001 promovierte sie an der Universität Córdoba in Genetik. Nach Stationen in Japan, Marokko und Kanada kam sie über Forschung und Lehre in Kanada zur Canadian Food Inspection Agency. Sie besitzt die marokkanische und die kanadische Staatsangehörigkeit.
Elouafi arbeitete als Wissenschaftlerin unter anderem für ICARDA, JIRCAS und CIMMYT und hatte von 2006 bis 2012 leitende wissenschaftliche und administrative Funktionen bei Agriculture and Agri-Food Canada sowie bei der Canadian Food Inspection Agency inne. Von 2012 bis zu ihrer FAO-Ernennung leitete sie das International Center for Biosaline Agriculture (ICBA) in den Vereinigten Arabischen Emiraten, entwickelte dessen Langfriststrategie mit und weitete das Profil des Zentrums auf sogenannte marginale Umwelten aus. Ihre Arbeit am ICBA war auf Landwirtschaft unter Hitze-, Salz- und Wasserstress ausgerichtet; 2019 beschrieb die Thomson Reuters Foundation sie als eine der führenden Personen bei der Suche nach essbaren Pflanzen, die unter Bedingungen des Klimakrise bestehen können. Im September 2020 wurde sie zur Chef-Wissenschaftlerin der FAO ernannt, womit die technische und wissenschaftliche Dimension der Organisation gestärkt werden sollte. In dieser Funktion und später bei CGIAR trat sie besonders für vernachlässigte und wenig genutzte Nutzpflanzen, die Verwendung von nicht-süßem Wasser in der Landwirtschaft und die Förderung von Frauen in der Wissenschaft ein. Für ihre wissenschafts- und agrarpolitische Arbeit erhielt sie 2014 die National Reward Medal des marokkanischen Königs Mohammed VI. und den Excellence in Science Award des Global Thinkers Forum; 2016 folgte der Arab Women of the Year Award in der Kategorie Wissenschaft.
Einzelnachweise
Kategorie:Marokkaner Kategorie:Kanadier Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau Kategorie:Agrarwissenschaftler (21. Jahrhundert) Kategorie:Wissenschaftsmanager