mini|hochkant|Joseph Klüber Joseph Klüber (* 4. Dezember 1873 in Würzburg; † 15. August 1936 in Prien am Chiemsee) war ein deutscher Nervenarzt.Horst Gwinner: Die Akademisch-Musikalische Verbindung Fridericana im Sondershäuser Verband, vormals Studentengesangverein Erlangen. Erlangen 2016, im Selbstverlag, S. 574
Leben Klüber war der Sohn des Gymnasialprofessors und späteren Oberstudiendirektors Rudolf Klüber und dessen Ehefrau Anna Maria, geb. Vervier.https://wuerzburgwiki.de/wiki/Josef_Kl%C3%BCber 1892 machte er an einem Bamberger Gymnasium Abitur. Er studierte Humanmedizin, und zwar zunächst in München, wo er der musischen Studentenverbindung AGV München beitrat. Er wechselte an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und schließlich an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wo er spätestens im Wintersemester 1894/95 Mitglied der musischen Studentenverbindung AMV Fridericiana Erlangen wurde. Ein Zeitgenosse beschreibt ihn in seiner Erlanger Studentenzeit so: „Nie verlegen um zündende Reden bei internen oder öffentlichen Anlässen, als Humorist unerschöpflich in Couplets auch eigener Prägung war er ein belebendes Element ersten Ranges.“ Gwinner (2016), S. 42
1899 wurde Klüber zuerst Assistent am pathologisch-anatomischen Institut in Erlangen, dann Assistenzarzt an der örtlichen Heil- und Pflegeanstalt, 1913 dort Oberarzt. 1922 wurde er Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster, 1928 Obermedizinalrat.
Schon 1927 hatte sich in der Anstalt eine gut organisierte Zelle der NSDAP etabliert. Trotz vielseitiger Bemühungen des den Nationalsozialisten ablehnend gegenüberstehenden Anstaltsleiters Klüber konnte dieser die Machtzunahme der nationalsozialistischen Bewegung unter dem Anstaltspersonal nicht verhindern. Seine Bemühungen führten am 8. Juli 1935 zu einem Anschlag auf ihn, welchen er schwer verletzt überlebte. Aufgrund der Verletzungen konnte Klüber seinen Dienst nicht wieder antreten. Die Täter wurden zwar inhaftiert, jedoch nach kurzer Zeit wieder freigelassen.Christof Beyer: Von der Kreis-Irrenanstalt zum Pfalzklinikum. Eine Geschichte der Psychiatrie in Klingenmünster. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2009, ISBN 978-3-927754-68-3, S. 128–129.Bezirksverband Pfalz, Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie (Hrsg.): NS-Psychiatrie in der Pfalz. Klingenmünster 2012, S. 32–33 (Katalog zur gleichnamigen Wanderausstellung).Steinberg (2012), S. 21.Otfried Linde u. a.: Die Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster 1933–1945 (= Beiträge zur pfälzischen Geschichte, Band 14). Kaiserslautern 2003, S. 28–37 (Hrsg. des Bandes: Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde).
Ehrenamtliches Engagement Klüber wurde am 11. Oktober 1902 Mitglied des Exlibrisvereins zu Berlin. Acht Jahre später präsentierte er sich in der Zeitschrift Exlibris, Buchkunst und angewandte Graphik bereits als stolzer Eigentümer vieler Druck- und Graphikexponate. Seine von ihm selbst auf 40.000 Stück bezifferte Exlibris-Sammlung gelangte an die Bayerische Staatsbibliothek.Dieter Kudorfer: Das Exlibris als privates Sammelgut und die Exlibris-Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek. In: Bibliotheksforum Bayern. 11 (1983), S. 74.
Siehe auch Geschichte des Pfalzklinikums für Psychiatrie und Neurologie
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Neurologe Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Kategorie:Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie Kategorie:Person (Klingenmünster) Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Korporierter im SV Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1873 Kategorie:Gestorben 1936 Kategorie:Mann