Der Citroën RE-2 ist ein leichter Experimental-Hubschrauber, der in den 1970er Jahren vom Automobilhersteller Citroën entwickelt wurde. Das Projekt wurde Charles Marchetti, dem ehemaligen Chefingenieur bei SNCASE, anvertraut, der dabei von Theodor Laufer unterstützt wurde, der bei der Société nationale des constructions aéronautiques du Sud-Est den SNCASO SO.1221 Djinn entworfen hatte.
Entwicklung Der Automobilmarkt befand sich Anfang der 1970er Jahre in einer schwierigen Lage, ebenso wie die Michelin-Gruppe. Man beschloss, die Produktion zu diversifizieren. Es wurde beschlossen in die Luft- und Raumfahrtindustrie einzusteigen. Citroën wurde ausgewählt, um die Idee der Herstellung eines Drehflüglers unter Verwendung des Wankelmotors von Comotor, einem Joint Venture zwischen Citroën und NSU, umzusetzen. Zwei Vorschläge wurden in Betracht gezogen: einer für einen Tragschrauber und der andere für einen Hubschrauber. Es wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet, um die beiden Projekte zu untersuchen.
Im Jahr 1973 begannen Charles Marchetti, der die Alouette entworfen hatte, und ein Team von Citroën mit der Zusammenarbeit am Entwicklungsprogramm für den künftigen RE-2. Ziel war es, einen zweisitzigen Hubschrauber zu entwickeln, der mit dem Bell 47 konkurrieren konnte, der damals auf dem französischen Markt weit verbreitet war. Außerdem sollte damit das Geschäftsfeld des Herstellers diversifiziert werden. Ein Teil der industriellen Zulieferarbeiten wurde an Hurel-Dubois vergeben. mini|RE-2 Wankelmotor im Citroën Museum Die Arbeiten schritten recht zügig voran, und am 24. Dezember 1975 absolvierte der Prototyp des Citroën RE-2 seinen Jungfernflug von einem Flugplatz in La Ferté-Vidame aus. Trotz seiner guten Flugeigenschaften absolvierte der Hubschrauber zwischen 1975 und 1977 lediglich etwa 35 Flüge mit zusammen 15 Flugstunden. Es gelang ihm nie ein dauerhaftes Lufttüchtigkeitszeugnis zu erhalten; es erhielt lediglich ein vorläufiges, das zwischen Januar und Juni 1977 ausgestellt wurde. Sein 190 PS starker Wankelmotor, der den Hauptrotor und den Heckrotor antreibt, verursachte zahlreiche Probleme. Eines der größten war die adäquate Kühlung des Motors.
Der Citroën RE-2 absolvierte seinen letzten Flug am 5. Mai 1979, bevor er ins Citroën-Museum auf dem Gelände des PSA-Werks in Aulnay-sous-Bois im Departement Seine-Saint-Denis überführt wurde.
Technische Daten nach Jane’s 1978–79, S. 45 Kenngröße Daten Besatzung 2 Länge 9,50 m (über alles), 7,20 m (Rumpf) Kabinenbreite 1,25 m Rotordurchmesser 7,60 m (Hauptrotor), 1,25 m (Heckrotor) Höhe 2,60 m Leermasse 700 kg Triebwerke 1 × Wankelmotor Citroën Comotor 624 mit etwa 190 PS
Literatur John W.R. Taylor (Hrsg.): Jane’s All The World’s Aircraft – 1978–79, McDonald and Jane’s Publishers, London, 1978, S. 45
Weblinks
RE-2 auf helico-fascination.com (französisch) Flug der RE-2 auf Youtube.com (1975)
Einzelnachweise
Kategorie:Citroën Kategorie:Hubschrauber Kategorie:Erstflug 1975