Margarete Lungershausen (* 8. April 1892 in Holzminden; † 1973 in Hannover) war eine deutsche Krankenschwester, Hebamme und von 1953 bis 1957 Vorsitzende der Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (B.O.K.D.; Vorläuferorganisation des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe).

Leben Margarete (auch: Margarethe) Lungershausen absolvierte zu Beginn des Ersten Weltkriegs die in Preußen eingeführte einjährige Ausbildung zur Krankenpflegerin am städtischen Krankenhaus in Spandau. Von 1917 bis 1918 machte sie zusätzlich eine Ausbildung zur Hebamme an der Universitätsfrauenklinik in Kiel und ließ anschließend einen Säuglingspflegelehrgang am Kaiserin Auguste Victoria Haus in Charlottenburg folgen. Sie trat in den B.O.K.D. ein und wurde 1920 von Agnes Karll, der Reformerin der Krankenpflege in Deutschland, an die Frauenhochschule in Leipzig empfohlen. Hier machte sie bis 1921 einen Fortbildungskurs für leitende Schwestern.Horst-Peter Wolff: Margarete Lungershausen. In: Horst-Peter Wolff (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte „Who ws who in Nursing history“. Band eins. Ullstein Mosby, Berlin/Wiesbaden 1997, S. 122. Mit dieser akademischen Qualifikation wurde sie Oberin an der staatlichen Frauenklinik in Danzig-Langfuhr.

Zum 1. Mai 1933 trat Lungershausen in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 3.396.765).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/26800410 Von 1934 bis 1945 wurde sie Oberin an der „Brandenburgischen Landesfrauenklinik“ in Berlin-Neukölln. Der Chefarzt war Benno Ottow. Ab 1940 fungierte Lungershausen als Leiterin der Gruppe „Anstaltshebammen“ in der von Nanna Conti geleiteten Reichshebammenschaft.Anja Katharina Peters: Nanna Conti. Eine Biographie der Reichshebammenführerin. LIT, Berlin 2018. Auch leitete sie die Hebammenschule an der Landesfrauenklinik, einer nationalsozialistischen Kaderschule für Hebammen. Im Auftrag von Nanna Conti visitierte Lungershausen 1944 Entbindungsheime der „Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)“ im besetzten Belgien. 1945 floh Lungershausen nach Dänemark und geriet dort in Gefangenschaft. Bis 1948 arbeitete sie in einem Flüchtlingskrankenhaus im dänischen Aarhus. Dann kehrte sie nach Deutschland zurück und wurde von Helene Blunck als Schriftleiterin der Zeitschrift des Agnes Karll Verbands (Nachfolgeorganisation der B.O.K.D.) eingesetzt.Anja Katharina Peters: Margarete Lungershausen. In: Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte „Who ws who in Nursing history“. Band zehn. hpsmedia, Hungen 2022, S. 142f. Ihren Antrag auf Entnazifizierung schrieb Lungershausen auf Briefpapier des Agnes Karll Verbands (AKV). Helene Blunck und Benno Ottow stellten ihr Leumundszeugnisse aus. Lungershausen wurde als Mitläuferin eingestuft. 1953, nach dem Ableben von Helene Blunck, wurde Lungershausen Vorsitzende des AKV und blieb in dieser Position bis 1957. Ihre Nachfolgerin wurde Ruth Elster. 1954 schuf Lungershausen eine Fortbildungsstätte des AKV, die 1959 nach Frankfurt am Main verlegt wurde und aus der die Krankenpflegehochschule Agnes Karll in Offenbach hervorging. Auch verfasste sie eine Biografie zu Agnes Karll.

Veröffentlichung Agnes Karll: Ihr Leben, Werk und Erbe. 1964. Inhaltsverzeichnis

Literatur Horst-Peter Wolff: Margarete Lungershausen. In: Horst-Peter Wolff (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte „Who was who in Nursing history“. Band eins. Ullstein Mosby, Berlin/Wiesbaden 1997, S. 122. Anja Katharina Peters: Nanna Conti. Eine Biographie der Reichshebammenführerin. LIT, Berlin 2018, S. 72+117. Anja K. Peters: Nanna Conti

Anja Katharina Peters: Margarete Lungershausen. In: Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte „Who was who in Nursing history“. Band zehn. hpsmedia, Hungen 2022, S. 142f.

Einzelnachweise

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