Die Edwards-Sumpfratte (Malacomys edwardsi) ist ein mit zwei disjunkten Populationen in Westafrika verbreitetes Nagetier in der Gattung der Großohr-Sumpfratten. Die Populationen zählten längere Zeit als Unterart der Langfüßigen Sumpfratte. Nach molekularbiologischen Untersuchungen werden sie als Art anerkannt. Als Fundort des Typusexemplars gilt der Fluss Melacorée in Guinea. Dieser erreicht nicht Liberia, wie anfänglich fälschlich angenommen.
Das Tier ist nach dem französischen Naturforscher Alphonse Milne-Edwards benannt.
Merkmale Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 126 bis 160 mm, einer Schwanzlänge von 155 bis 180 mm und einem Gewicht von 46 bis 80 g hat das Tier die typische Größe für Vertreter seiner Gattung. Es sind 31 bis 37 mm lange Hinterfüße und Ohren von 24 bis 28 mm Länge vorhanden. Allgemeine Merkmale sind ein schmaler Körper, weiches und seidiges Fell, ein langer Schwanz und lange Hinterfüße. Das rauchgraue Fell der Jungtiere geht oberseits in eine rotbraune bis mittelbraune Färbung über. Unterseits ist das Fell vor allem auf Kinn, Kehle und Brust hellgrau bis weißlich. Kennzeichen des Kopfes sind große Augen, lange Vibrissen und bewegliche Ohren die dunkel gefärbt sind und keine Haare tragen. An Vorder- und Hinterpfoten sind vor allem die mittleren Finger und Zehen sehr lang. Die vier Zitzen der Weibchen sind paarig angeordnet. Bei der Edwards-Sumpfratte besteht der diploide Chromosomensatz aus 48 Chromosomen (2n=48). Die Langfüßige Sumpfratte ist allgemein etwas größer.
Verbreitung und Lebensweise Die erste Population bewohnt ein Gebiet vom südlichen Guinea am Atlantik über Sierra Leone, Liberia und Elfenbeinküste bis zum Süden Ghanas. Eine weitere Population kommt im Südwesten Nigerias vor. Das Nagetier hält sich im Flachland in tropischen Regenwäldern, im feuchten Buschland und in Plantagen auf.
Diese Sumpfratte ist nachtaktiv und bewegt sich auf dem Boden, wobei sie gut schwimmen kann. Sie ruht am Tage in schüsselförmigen Nestern aus Blattwerk, die unter Holzklötzen oder herabhängenden Baumkronen versteckt werden. Die Nahrung besteht aus verschiedenen Pflanzenteilen und wirbellosen Tieren, wie Regenwürmer, Schnecken, Grashüpfer, Käfer und Schmetterlingslarven. Aufgrund der kleinen Backenzähne wird eine Beute aus Tieren ohne harte Schale angenommen. In Nigeria wurde Fortpflanzungsverhalten zwischen November und Juli in der Trockenzeit und zu Beginn der Regenzeit festgestellt. Ein Wurf enthält zwei oder drei Neugeborene. In Gefangenschaft gehaltene Exemplare waren nicht aggressiv zueinander.
Gefährdung Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt und die Gesamtpopulation wird als groß eingeschätzt. Die IUCN listet die Edwards-Sumpfratte als nicht gefährdet (least concern).
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Einzelnachweise
Kategorie:Langschwanzmäuse