Das Ickinger Wehr ist eine Wehranlage an der Isar (bei Flusskilometer 173,95) auf dem Gebiet der oberbayerischen Gemeinde Icking im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Es dient der Flussregulierung und leitet einen Großteil des Isarwassers in den Mühltalkanal (Isar-Werkkanal) ab, um das flussabwärts gelegene Wasserkraftwerk Mühltal der Uniper Kraftwerke GmbH zu speisen.

Lage und Geographie Das Wehr befindet sich im Naturschutzgebiet „Isarauen zwischen Bad Tölz und München“, etwa zwei Kilometer östlich des Ickinger Ortskerns. Direkt am Wehr zweigt der Mühltalkanal rechtsseitig ab, während das natürliche, regulierte Flussbett der Isar linksseitig als Restwasserstrecke weitergeführt wird. Nördlich des Wehrs liegt auf einer Flussinsel der Ickinger Weiher (auch Ickinger Stausee genannt).

Geschichte und Funktion Die Anlage wurde zwischen 1920 und 1924 von der damaligen Isarwerke AG im Zuge des Ausbaus der Wasserkraftnutzung im Isartal errichtet. Hauptaufgabe des Wehrs ist es, dem Mühltalkanal eine konstante Wassermenge von bis zu 90 m³/s zuzuführen. In den Jahren von der Inbetriebnahme bis zur Neukonzessionierung wurde ein Großteil des Isarwassers dauerhaft abgeleitet.

In den Jahren 1996 und 1997 fand eine umfassende Gesamtsanierung des Wehrs, des Kraftwerks Mühltal und des Kanals statt.

Ökologie und Fischaufstieg Auf Initiative der Isar-Allianz und im Zuge der Neukonzessionierung der Wasserrechte im Jahr 1998 wurde eine feste Mindestwasserabgabe für die Restwasserstrecke der Isar vertraglich vereinbart, um die ökologische Austrocknung des ursprünglichen Flussbettes zu verhindern.

Um die durch das Querbauwerk unterbrochene biologische Durchgängigkeit wiederherzustellen, verfügt das Ickinger Wehr über einen Beckenpass als Fischaufstiegsanlage. Dieser ermöglicht es kieslaichenden Fischarten wie dem Huchen oder der Äsche, das Wehr flussaufwärts zu überwinden.

Tourismus und Freizeit Das Ickinger Wehr besitzt eine integrierte Floßgasse, die von den traditionellen Ausflugsflößen auf ihrem Weg von Wolfratshausen nach München passiert wird. Für Individualsportler mit Kajaks oder Kanus stellt das Wehr hingegen ein unpassierbares Hindernis dar und muss an den dafür vorgesehenen Stellen umtragen werden.

Die Brücke über das Wehr ist zudem ein wichtiger Knotenpunkt für Wanderer und Radfahrer auf dem Isarradweg.

Einzelnachweise

Weblinks Kraftwerksgruppe Isar der Uniper Kraftwerke

Kategorie:Bauwerk im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Kategorie:Icking Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren