Brunnwald ist eine Ortschaft in der Gemeinde Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung in Oberösterreich. Die Ortschaft liegt mitten im Forstgebiet Brunnwald und hat  Einwohner (Stand ). Im Gemeindegebiet von Vorderweißenbach gibt es mit Oberbrunnwald, Mitterbrunnwald und Unterbrunnwald drei weitere Ortschaften mit dem Grundwort „Brunnwald“ im Ortsnamen, die jedoch nicht Teil der vorliegenden Ortschaft Brunnwald, sondern davon unabhängige Ortschaften am Rande des Forstes sind.

Geographie Die Ortschaft Brunnwald ist Teil der Katastralgemeinde Bernhardschlag sowie des Zählsprengels Bernhardschlag und umfasst  Adressen (Stand ).

Die Häuser Brunnwalds liegen verstreut im Brunnwald, einem Südlichen Böhmerwaldausläufer, der im Norden und Osten vom Steinbach und im Süden vom Distelbach begrenzt wird.

Ortsname Im Jahr 1435 wird der „Prunwaldt“ erstmals schriftlich erwähnt. Die Bezeichnung bezieht sich auf einen „Wald, in dem eine Quelle entspringt“, wobei bereits im Jahr 1499 im Urbar der Herrschaft Waxenberg von einem heiligen Brunnen („beim heiligen Prunn“) zu lesen ist.Der heilige Brunnen ist als „Heil. Brun“ auch 1787 noch in der „Mappa von dem Land ob der Enns“ von Carl Schütz eingezeichnet. Die Bezeichnung „Brunnwald“ wurde jahrhundertelang jedoch nur für das Waldgebiet an sich verwendet.

Die spezifischen Ortschaftsbezeichnungen „Brunwald“, „Mittern Prunnwald“ und „Obern Brun Wald Häuser“ wurden erst in der Josephinischen Landesaufnahme um 1775 erstmals schriftlich erwähnt. Der Kupferstecher Carl Schütz verwendete in seiner „Mappa von dem Land ob der Enns“ im Jahr 1787 noch die einheitliche Bezeichnung „Brun Wald“ für das Waldgebiet als auch die Gesamtheit der dort befindlichen Siedlungen.Carl Schütz, Franz Müller: Mappa von dem Land ob der Enns. Im Jahr 1781 reducirt und gestochen von C. S. Schütz und geschrieben von F. Müller 1787 (online bei DORIS, Thema Historische Landkarten, Layer Schütz Müller (1787), abgerufen am 15. Mai 2026). Die Franziszeischen Landesaufnahme von 1812 unterschied erstmals deutlich alle vier heutigen Ortschaften („Brunnwald; Ober et Mitter, Unterbrunnwald“). 1857 finden sich die Schreibweisen „Brunwald“, „Mitterbrunwald“, „Ob. Brunwald“ und „Unter Brunwald“.Alois Souvent: Administrativkarte des Erzherzogthumes Oesterreich ob der Enns. 1. Auflage 1857 (online bei DORIS, Thema Historische Landkarten, Layer Souvent (1857), abgerufen am 15. Mai 2026).

Geschichte Zur Versorgung der Pflegebedürftigen erwarb die damalige Gemeinde Bernhardschlag im Jahr 1925 das „Bruntonihäusl“ in Brunnwald Nr. 10 als sogenanntes „Armenhaus“, nachdem schon zuvor, im Jahr 1910, ein Haus in Bernhardschlag Nr. 18 für denselben Zweck angekauft worden war.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 111.

Im Jahr 1776 wurden die Ortschaften Brunnwald (mit 2 Ausnahmen) und Teile der damaligen Ortschaft Bernhardschlag (nämlich die heutige Ortschaft Ortschlag) der Pfarre Leonfelden angegliedert.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 194 und 204 (Die Ortschaften Oberbrunnwald, Mitterbrunnwald und Unterbrunnwald kamen dann 1786 im Zuge der Pfarrregulierung durch Kaiser Joseph II. zum Pfarrgebiet Traberg). Seither gehören mit Amesberg, Amesschlag, Ortschlag und Brunnwald insgesamt vier Ortschaften im Gemeindegebiet von Vorderweißenbach zum Pfarrgebiet von (Bad) Leonfelden.Vgl.

Im Jahr 1938 waren in der Ortschaft Brunnwald ein Gastwirt und ein Schuhmacher ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 570 (findbuch.at [PDF]).

Im Zweiten Weltkrieg kam es am 16. März 1945 zu einem Notabwurf von 16 US-amerikanischen und englischen Fliegerbomben über Bernhardschlag und Brunnwald, die in die Wiesen, Felder und Wälder Trichter von sechs bis acht Meter Tiefe und 12 bis 16 Meter Breite rissen und die Fensterscheiben der umliegenden Häuser zertrümmerten.„Bomben … auch über Bernhardschlag und Brunnwald.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 119.

Sehenswürdigkeiten Schloss Brunnwald wurde 1840 als starhembergisches Jagdschloss erbaut.

Infrastruktur Die Brunnwald-Landesstraße L 1490 verbindet Bad Leonfelden, Brunnwald und Traberg.

Literatur Peter Adam, Beate Auer, u. a: Dehio-Handbuch Oberösterreich. Band 1. Mühlviertel. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-362-3, Brunnwald S. 912. Marktgemeinde Vorderweißenbach (Hrsg.): Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. Der Stern im Böhmerwald. Sternstein Verlag, Bad Leonfelden 2025, ISBN 978-3-902865-25-0. Darin mit Bezug zur Ortschaft Brunnwald: Kapitel 7. Ende der Monarchie, Weltkriege, Wiederaufbau und Eiserner Vorhang. S. 105–146, Abschnitt Gefallene der beiden Weltkriege aus der Gemeinde Vorderweißenbach. S. 126–127. Kapitel 8. Gemeinde sind wir alle. S. 149–190. Kapitel 9. Religiöse Spuren – Pfarre – Pfarrkirche. S. 191–246. Kapitel 15. Verkehrserschließung in unserer Gemeinde. S. 367–374 (Autor: Otto Kastner). Kapitel 20. Hausbesitzer von 1750–1940. S. 467–507 (Autoren: Sonja und Johann Pammer), Abschnitt „Brunnwald“ S. 484–485, „Unterbrunnwald“ S. 486, „Mitterbrunnwald“ S. 487–488, „Oberbrunnwald“ S. 489–490. Edmund Grabner (Hrsg.), Stefan Grasböck, Reinhard Hauer: Zeichen am Weg. Kleindenkmäler in der Marktgemeinde und Pfarre Vorderweißenbach. Arbeitskreis Kultur und Bildung des Vereins „Dorferneuerung Vorderweißenbach“, 2008, S. 162–181 (Inhaltsverzeichnis auf obvsg.at).

Weblinks

Einzelnachweise

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