mini|George Adam Schmidt (1791–1844): Porträt von Leendert de Koningh. Rijksmuseum, Amsterdam Leendert de Koningh (* 12. April 1777 in Dordrecht; † 8. Juni 1849 ebenda) war ein niederländischer Landschaftsmaler und Lithograf.

Leben Leendert de Koningh wurde 1777 in Dordrecht geboren. Er erhielt seine künstlerische Ausbildung bei Andries Vermeulen und Michiel Versteeg, ebenfalls in Dordrecht. Zunächst widmete er sich der Marinemalerei. Im Jahr 1801 reiste er nach England, wurde jedoch noch vor dem Frieden von Amiens im März 1802 als Ausländer ausgewiesen. Nach seiner Rückkehr nach Dordrecht begab er sich bald nach Paris, wo er im Atelier von Jacques-Louis David arbeitete. Auf seiner Rückreise durchquerte er Deutschland und fertigte dabei Landschaftsskizzen an, die er später als Vorlagen für seine Gemälde verwendete.

Ab 1805 lebte er erneut in England. Nach der Wiederherstellung der niederländischen Unabhängigkeit im Jahr 1813 ließ er sich dauerhaft in Dordrecht nieder, wo er in Sammlerkreisen Förderer fand. Er nahm regelmäßig an den Amsterdamer Ausstellungen teil und nahm in den Jahren 1806 und 1807 an den Ausstellungen der British Institution in London sowie der Royal Academy of Arts teil. Ein Porträt des Künstlers findet sich bei Johannes Immerzeel, eine anonyme Kreidezeichnung mit seinem Bildnis im Stadtarchiv Dordrecht. Sein künstlerischer Nachlass wurde am 4. April 1850 versteigert.

De Koningh war Vater von vier Kindern, die ebenfalls künstlerisch tätig waren: John de Koningh, Leendert de Koningh (der Jüngere) und Arie Kelting de Koningh, geboren am 3. August 1815 in Dordrecht, sowie Sophia de Koningh. Sophia de Koningh widmete sich der Blumenmalerei (Aquarell); ein Blumenstück von ihr befindet sich im Dordrechts Museum. Sein Sohn Arie Kelting de Koningh war Landschaftsmaler.

Werk mini|Leendert de Koningh: Bauern mit Vieh in der Nähe des Drachenfels. Dordrechts Museum Leendert de Koningh malte überwiegend Landschaften mit Ansichten aus der Umgebung von Dordrecht, häufig mit Vieh und Figuren am Flussufer. Bei bewusster Anlehnung an Aelbert Cuyp zeigt sich in seiner Malweise eine breitere Pinselführung und eine wärmere Farbgebung. Auf der Amsterdamer Ausstellung von 1826 zeigte er eine Rheinlandschaft, 1836 eine Ansicht des Siebengebirges.

Zeichnungen und Aquarelle befinden sich im Stadtarchiv Dordrecht (Katalog der Prentverzameling der Gemeinde Dordrecht, 1899, Nr. 2223–2226; Katalog Dordracum Illustratum, II, 1908, Nr. 2091–2092, 2119, 2207–2208, 2252, 3033) und in den Musées Royaux de Peinture et de Sculpture in Brüssel (Inventaire des dessins et aquarelles, Collection de Grez, 1913, Nr. 2053–2056).

De Koningh betätigte sich auch als Lithograf. Im Verlag Steuerwald & Co., Dordrecht, erschienen:

1826: Teekeningen Naar Beesten (Folge von sechs Tierlithografien) sowie ein Blatt mit einem Bauernmädchen mit Kühen. 1827–1830: vier Folgen zu je sechs Blättern mit ägyptischen Ansichten nach General de Howen, ferner je ein Blatt mit einer Rheinlandschaft mit alter Stadt und Bergschloss sowie einer Landschaft mit gefrorenem Fluss und Fischer (beide ohne Jahr).

Im Verlag H. J. Backer, Dordrecht, erschienen:

1833: Zes Steenteekeningen (Folge von sechs Steinzeichnungen).

Literatur

R. van Eynden und A. van der Willigen: Geschiedenis der vaderlandsche schilderkunst. Bd. III, Haarlem 1820; Anhang, 1840. G. K. Nagler: Neues allgemeines Künstlerlexikon. Bd. VII, München 1839. J. Immerzeel: De levens en werken der Hollandsche en Vlaamsche kunstschilders, beeldhouwers, graveurs en bouwmeesters. Bd. II, Amsterdam 1843. C. Kramm: De levens en werken der Hollandsche en Vlaamsche kunstschilders, beeldhouwers, graveurs en bouwmeesters. Bd. III, Amsterdam 1859. [J. A. Smits van Nieuwerkerk:] De Dordrechtsche Schilderschool. Dordrecht . A. von Wurzbach: Niederländisches Künstlerlexikon. Bd. I, Wien/Leipzig 1906, S. 323. Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. Bd. IV, Leiden 1918. A. Graves: The Royal Academy of Arts. A complete dictionary of contributors. Bd. II, London 1905, S. 294. A. Graves: The British Institution 1806–1867. London 1908, S. 152. E. Bénézit: Dictionnaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs. Bd. II, Paris 1913. Catalogus Dordrechts Museum. 1910, S. 23. Musées Royaux de Peinture et de Sculpture. Inventaire des dessins et aquarelles. Collection de Grez. Brüssel 1913, Nr. 2052. A. Staring: Art. „Koningh, Leendert de“. In: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler (Thieme-Becker). Hrsg. von U. Thieme und F. Becker. Bd. XXI, Leipzig 1927. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009

Weblinks

Städel Museum / Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie Geni.com

Einzelnachweise

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