Der kleine Nick erzählt vom Glück (Originaltitel: Le petit Nicolas: Qu'est-ce qu'on attend pour être heureux?) ist ein vielfach ausgezeichneter französischer Animationsfilm aus dem Jahr 2022. Der Film ist eine poetische Hommage an die Schöpfer der weltberühmten Kinderbuchreihe: den Autor René Goscinny und den Zeichner Jean-Jacques Sempé.
Inhalt Die Zeichentrickfigur des kleine Nicolas erwacht zum Leben und spricht mit seinen Schöpfern. Er befragt sie nach ihrer Vergangenheit, wie sie sich kennengelernt hatten und wie sie in die Welt der Comics gekommen waren.
Goscinny erzählt ihm von seiner Kindheit in Argentinien, seinen Anfängen in New York mit der Begegnung mit Morris für Lucky Luke und von seiner jüdischen Familie, von der drei Mitglieder im Zweiten Weltkrieg gefallen waren.
Sempé wiederum erzählt von seiner Ankunft in Paris, seinem Eintritt in die Armee, die er aufgrund seiner Ungeschicklichkeit wieder verlassen musste, seiner Leidenschaft für Jazz und für Ray Ventura, den Interpreten des Liedes „Qu'est-ce qu'on attend pour être heureux?“. (Worauf warten wir noch, um glücklich zu sein?), seine Anfänge beim Journalismus mit der Begegnung mit Goscinny, aber auch seiner schwierigen Kindheit mit einem alkoholkranken Vater und einer jähzornigen Mutter sowie seinem liebevoller Großvater, der ihm die Liebe zum Fußball vermittelte.
1977 stirbt Goscinny plötzlich an einem Herzinfarkt. Sempé besucht Nicolas in dessen Wohnung. Den Tränen nahe erzählt er ihm, dass sie sich eine Woche vor seinem Tod freudig in einem Restaurant getroffen hatten, nachdem sie sich jahrelang nicht gesehen hatten. Nicolas fragte, ob er jemals sterben würde, und Sempé versicherte ihm: Er würde in den kommenden Generationen ewig weiterleben, selbst wenn seine Schöpfer stürben. Die beiden spielen daraufhin ein Stück zum Gedenken an ihren verstorbenen Freund, während Nicolas’ Flugzeug über Paris flog.
Produktion Der kleine Nick erzählt vom Glück wurde im Mai 2022 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes aufgeführt. Der Film kam am 12. Oktober 2022 in die französischen und am 1. Dezember 2022 in die deutschen Kinos.
Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand bei der Mo Synchron GmbH, unter der Dialogregie von Cornelius Frommann. RolleOriginalsprecherDeutsche SprecherRené GoscinnyAlain ChabatFlorian OdendahlJean-Jacques SempéLaurent LafitteJochen PaletschekNickSimon FaliuAnton GüntherHühnerbrühAlban AumardChristoph JablonkaMarie-EdwigeElisa BardeauZoe DurakovicNicks MutterDelphine BarilMelanie MansteinLehrerinClaire DumasElisabeth GüntherNicks VaterSerge FaliuMatthias KlieLuischenMila VincentEmilia Nitsche
Rezeption
Florian Koch schreibt für die Abendzeitung, der Film sei eine kunstvoll verspielte Hommage an Sempé und Goscinny. Er lobt, wie präzise die Macher den zurückhaltenden, pointierten Zeichenstil Sempés nachahmen. Auch die Verbindung aus Animation und Dokumentarischem gelinge vorzüglich. Koch bemerkt, dass beide Künstler ihr eigenes Kindheitstrauma nie ins Negative wendeten, sondern es in Nicks Glück verwandelten.
Für epd Film schreibt Gerhard Midding, der Film beschwöre gleich drei nationale Mythen: den des Titelhelden und die seiner zwei Erfinder. Er lobt, wie die Regisseure Amandine Fredon und Benjamin Massoubre den beiden Comic-Pionieren bei der Arbeit über die Schulter schauten. Der Animationsstil unterscheide die beiden Erzählebenen zwar subtil, trenne sie aber nicht voneinander. Besonders reif und zugleich kindgerecht fand Midding, wie der Film Sempés Flucht vor dem Stiefvater und die Emigration von Goscinnys Familie erzähle. Für ihn sei dies eine Reise ins Herz der Nostalgie.
Reinhard Kleber urteilt im Filmdienst, der Film sei ein warmherziger Augenschmaus. Er hebt hervor, dass die Filmemacher zwei Erzählebenen filmsprachlich klar trennen: farbige, ausgefüllte Bilder für die Biografien, karge Schwarz-Weiß-Aquarelle für Nicks Abenteuer. Besonders gelungen findet Kleber die Übergänge, in denen Nick vom Zeichenbrett ins Leben seiner Väter tritt. Die Jazz-Musik von Ludovic Bource verknüpfe die Ebenen zusätzlich. Kleber zählte den Film zu den schönsten des Kinojahres 2022.
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2022 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Luxemburgischer Film