mini|Ľuboš Blaha Ľuboš Blaha (* 7. Dezember 1979 in Bratislava, Slowakei) ist ein slowakischer Politiker der Smer. Seit 2024 ist er fraktionsloses Mitglied des Europäischen Parlaments.
Leben Blaha besuchte die Grund- und Oberschule in Bratislava. Es folgten ein Studium der Politikwissenschaften an der Matej-Bel-Universität Banská Bystrica und der Philosophie an der Comenius-Universität Bratislava. Anschließend promovierte er an der Slowakischen Akademie der Wissenschaften über Marxismus und Liberalismus.
Von 2004 bis 2006 arbeitete Blaha für die Kommunistische Partei der Slowakei im Bereich Außenbeziehungen. Von 2006 bis 2010 arbeitete er als Berater des Parlamentspräsidenten Pavol Paška. Von 2012 bis 2024 saß er für die Smer im Nationalrat der Slowakischen Republik. Als Abgeordneter war er auch Delegierter in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. Zudem amtierte er von 2016 bis 2020 als Vorsitzender des Ausschusses für europäische Angelegenheiten. Blaha ist seit 2020 stellvertretender Vorsitzender seiner Partei. Seit 2023 amtierte er als slowakischer Parlamentspräsident.
Bei der Europawahl 2024 wurde Blaha ins Europäische Parlament gewählt. Blaha ist in der 10. Legislaturperiode (2024–2029) Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und im Unterausschuss Menschenrechte sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten. Er ist zudem Delegierter für die Beziehungen zu den Ländern der Andengemeinschaft, im Ausschuss für parlamentarische Kooperation EU-Russland und in der Parlamentarischen Versammlung Europa-Lateinamerika.
Blaha ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Kritik und Kontroversen Im Dezember 2019 kritisierten das International Press Institute und die Slowakische Akademie der Wissenschaften Blaha für eine Serie von sexistischen Posts auf Facebook über slowakische Journalistinnen. Das Sicherheitssoftwareunternehmen Eset erreichte im Februar 2020, dass Blaha eine Reihe von Videos löschen musste, in denen er den Konzern kritisierte. Im Februar 2022 forderte ihn die Slowakische Akademie der Wissenschaften wegen seines „unangemessenen Verhaltens“ dazu auf, jegliche Tätigkeiten für diese einzustellen. Blaha antwortete darauf, er könne „verbrannt, eingesperrt und verfolgt“ werden, aber seine Meinungsfreiheit könne ihm nicht genommen werden. Im Juni 2022 sperrte die Plattform Facebook Blahas Account wegen „wiederholter Regelverstöße“.
Im März 2025 sorgte Blaha in der Slowakei für eine Kontroverse, indem er nach Russland reiste, sich mit dem Chef des russischen Auslandsgeheimdiensts SWR traf und erklärte, „der Westen verliere und Russland gewinne“. Er warf zudem der Ukraine vor, die Schuld am russischen Überfall seit 2022 Schuld zu tragen, da sie angeblich 2014 Russen im Donbass massakriert habe.
Weblinks
Ľuboš Blaha in der Abgeordneten-Datenbank des Europäischen Parlaments Ľuboš Blaha in der Abgeordneten-Datenbank des Nationalrats der Slowakischen Republik Ľuboš Blaha in der Abgeordneten-Datenbank der Parlamentarischen Versammlung des Europarats
Einzelnachweise
Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied des Europäischen Parlaments für die Slowakei Kategorie:Slowake Kategorie:Geboren 1979 Kategorie:Mann