Kurt Schoch (* 17. Februar 1904 in Schleitheim, Kanton Schaffhausen; † 3. Februar 1980 ebenda; heimatberechtigt in Bauma und Schaffhausen) war ein Schweizer Jurist und Politiker der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP), der unter anderem von 1956 bis 1957 Präsident des Ständerats sowie zwischen 1961 und 1969 Mitglied des Schweizer Bundesgerichts war.
Leben Kurt Schoch, Sohn des Bezirksarztes Egon Schoch, war ein jüngerer Bruder des Regierungsrates Gustav Schoch (1901–1944) sowie ein Enkel des National- und Ständerates Heinrich Gustav Schoch (1841–1895), der zwischen 1888 und 1889 ebenfalls Präsident des Ständerates gewesen war. Er selbst begann nach dem Besuch des Gymnasiums in Schaffhausen 1925 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Genf, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie der Universität Zürich und schloss dort 1930 seine Promotion zum Dr. iur. ab. Nachdem er 1932 sein Anwaltspatent erhalten hatte, war er zwischen 1932 und 1937 Kantonsgerichts- und im Anschluss von 1937 bis 1944 Obergerichtsschreiber in Schaffhausen.
1936 wurde er für die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) erstmals Mitglied des Kantonsrates von Schaffhausen und gehörte diesem zunächst bis 1944 an. Nach dem Tod seines älteren Bruders Gustav Schoch am 1. April 1944 bei der Bombardierung Schaffhausens war er als dessen Nachfolger von 1944 bis 1947 als Vorsteher der Erziehungs-, Gewerbe- und Militärdirektion Regierungsrat des Kantons Schaffhausen. Am 2. Dezember 1946 wurde er für die FDP erstmals Mitglied des Ständerates und vertrat in diesem nach seinen Wiederwahlen 1947, 1951, 1955 und 1959 bis zum 15. Dezember 1960 den Kanton Schaffhausen. Er war zugleich zwischen 1947 und 1952 Präsident des Kantonsgerichts und des Jugendgerichts des Kantons sowie von 1947 bis 1951 Bezirksrichter für den Bezirk Unterklettgau, ehe er zwischen 1951 und 1952 noch Bezirksrichter für den Bezirk Schleitheim war. 1948 wurde er abermals Mitglied des Kantonsrats von Schaffhausen und fungierte 1954 als Präsident des Kantonsrates. Er war des Weiteren zwischen 1948 und 1960 Ersatzrichter des Bundesgerichts und fungierte von 1953 bis 1957 als Präsident der Kommission zur Steuergesetzrevision.
Des Weiteren war Schoch von 1953 bis 1960 Präsident des Obergerichts von Schaffhausen und war als Ständerat an der Teilrevision des Strafgesetzbuchs und an der Änderung des Patentgesetzes beteiligt. 1956 wurde er Ehrenbürger seines Geburtsortes Schleitheim. Am 3. Dezember 1956 übernahm er von Rudolf Weber den Posten des Präsidenten des Ständerats und behielt dieses Amt bis zu seiner Ablösung durch Fritz Stähli am 2. Dezember 1957. 1961 wurde er Mitglied des Bundesgerichts und gehörte diesem bis 1969 an. Er war seit 1932 mit Alice Schudel verheiratet, Tochter des Sägereibesitzers Eugen Schudel.
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Einzelnachweise
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