Leisdorf war eine mittelalterliche Siedlung südsüdwestlich von Bad Belzig im Gebiet der Zauche. Die Wüstung gehörte bis ins frühe 19. Jahrhundert verschiedenen Ämtern der Herrschaft Belzig‑Rabenstein an und ging schließlich vollständig in der Feldmark Lehnsdorf auf.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 226) Die Fläche befindet sich in der Neuzeit im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Geografische Lage Die Flur von Leisdorf lag nordöstlich von Lehnsdorf. Die einstige Dorfstelle lässt sich anhand mehrerer Flurnamen rekonstruieren, darunter Unterwöhrtschen, Oberwöhrtschen und Lange Wöhrtschen. Sie liegt etwa mittig zwischen Lehnsdorf und Raben. Lesefunde aus der Umgebung wurden von Brachwitz dokumentiert.
Geschichte und Etymologie Etymologie Die frühesten schriftlichen Belege stammen aus 1506, als ein wüstes Gericht zu Lawestorff erwähnt wurde. 1545 wurden zwei Dorfstätten genannt, die eine Lauesdorff genant. Weitere Erwähnungen finden sich 1863 als Mark Leisdorf. Die Bedeutung des Namens ist bislang unklar.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 103, ISBN 3-937233-17-2.
Geschichte Leisdorf gehörte zunächst bis etwa 1550/1552 zum Amt Rabenstein, kam anschließend zum Amt Belzig-Rabenstein und blieb diesem bis ins frühe 19. Jahrhundert zugeordnet. Eine Wiederbesiedlung der Wüstung fand nicht mehr statt, sodass die Fläche dauerhaft von Lehnsdorf aus bewirtschaftet wurde. Bereits 1506 wurde das wüste Gericht von einem Einwohner Lehnsdorfs beansprucht, und 1565 nutzte die Gemeinde 22 Hufen der verlassenen Feldmark. Im Jahr 1591 verfügten der Lehnschulze, mehrere Vier‑ und Zweidorfhufner sowie ein Häusler jeweils über eine wüste Hufe Leisdorfs, insgesamt 10 Hufen. Auch später blieb die Flur integraler Bestandteil der Lehnsdorfer Wirtschaftsfläche: 1682 wurden die Wüstungsareale von Leisdorf und Preußdorf gemeinsam genutzt, 1718 und 1806 galten die wüsten Hufen zu Leisdorf weiterhin als zu Lehnsdorf gehörig. 1822 wurden letztmals zehn wüste Hufen verzeichnet; danach ging die gesamte Wüstung endgültig in der Feldmark Lehnsdorf auf.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 226)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1506 Kategorie:Wiesenburg/Mark