mini|Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt Nr. 3841 von 1842 Mehlsdorf war eine wüste Feldmark südwestlich von Preußnitz bei Bad Belzig. Auf die Lage der ehemaligen Dorfstelle wiesen die Flurnamen Wohrt sowie Mehlsdorf hin, die unter anderem in der Generalstabskarte 316 Belzig überliefert waren.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 263) Die Fläche befindet sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Geografische Lage Die Feldmark liegt südlich des Stadtzentrums von Bad Belzig; nordöstlich liegt der Ortsteil Preußnitz. Im Süden grenzt die Gemeinde Planetal an. Das Gelände liegt in der Neuzeit auf einer Höhe von rund .Ungefähre Lage von Mehlsdorf, Brandenburgviewer, abgerufen am 20. März 2026.

Geschichte Im Jahr 1383 wurde Mehlsdorf als vff der wusten marken melrstorp erwähnt. 1455 erschien die Schreibweise Melstorff, 1842 wurde die Bezeichnung „die Mark Mehlsdorf“ verwendet. Mehlsdorf gehörte vor 1506 bis um 1550/1552 dem Amt Belzig und von etwa 1550/1552 bis 1872 dem Amt Belzig Rabenstein, das über Ober- und Untergericht verfügte. Ein weiterer Anteil lag vor 1419 bis nach 1423 bei den Landreitern, die 1419/1420 eine wüste Hufe und 1423 zwei wüste Hufen zu Mehlsdorf innehatten. Dieser Anteil war vermutlich identisch mit einem dritten, der vor 1458 bis nach 1487 im Besitz der Familie von Bernstorf zu Jüterbog über zwei wüste Hufen zu Mehlsdorf lag und später wohl mit dem Amtsanteil vereinigt wurde.

Bereits 1383 wurde Mehlsdorf als wüst bezeichnet. 1506 zahlten zwei Einwohner von Preußnitz, darunter der Schulze, Hebung aus wüsten Hufen zu Mehlsdorf; ein weiterer Einwohner von Preußnitz zins¬te von einer wüsten Hufe. 1550 wurde Mehlsdorf als wüste Feldmark beim Dorf Rabenstein bezeichnet. Zu dieser Zeit umfasste sie 18 Hufen. Vier Einwohner von Preußnitz nutzten wüste Erbhufen zu Mehlsdorf, und zwar zweimal drei sowie zweimal eine Hufe; ein Einwohner von Kuhlowitz nutzte eine wüste Erbhufe.

1565 nutzten acht Einwohner von Preußnitz wüste Hufen zu Mehlsdorf, und zwar dreimal drei, einmal zwei, einmal eineinhalb und dreimal eine Hufe. Zwei Einwohner von Kuhlowitz besaßen eineinhalb bzw. eine wüste Hufe zu Mehlsdorf. Diese Nutzungsverhältnisse bestanden 1591 und 1682 unverändert fort. 1591 und 1822 stand der Zehnt von der wüsten Feldmark Mehlsdorf dem Pfarrer zu Belzig zu. 1718 wurde angegeben, dass jede der von Preußnitz genutzten wüsten Hufen eine Aussaat von drei Dresdner Scheffel und acht Metzen hatte; unter Kuhlowitz waren weiterhin eineinhalb wüste Hufen zu Mehlsdorf verzeichnet. Im Jahr 1822 nutzten die Einwohner von Preußnitz insgesamt 16½ wüste Hufen zu Mehlsdorf, die von Kuhlowitz genutzten Anteile betrugen eineinhalb wüste Hufen. Danach ging die Feldmark vollständig in den Feldmarken von Preußnitz und Kuhlowitz auf und wurde nicht wieder besiedelt.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 264)

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1383 Kategorie:Geographie (Bad Belzig)