Hanns-Erich Haack (* 23. Februar 1906 in Freudenburg; † 6. Januar 1975 in Hamburg) war ein deutscher Publizist und Diplomat.

Werdegang Haack war der Sohn eines Bürgermeisters. Er studierte ab 1926 Rechtswissenschaft sowie Musik- und Literaturgeschichte in München, Berlin, Hamburg, Köln und Grenoble. Nach der Promotion zum Doktor der Rechte trat er in den preußischen Justizdienst ein. 1932 wurde er von der Zeitschrift Die Lederindustrie zur Marktforschung nach Frankreich und Spanien entsandt. 1933 wurde er Paris-Korrespondent der Danziger Neuesten Nachrichten. Er vertrat dort zudem bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs die Huck-Zeitungsgruppe.

Am 27. September 1937 beantragte Haack die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Januar 1938 aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.505.498).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12640519 Er war von 1939 bis 1942 im diplomatischen Dienst und anschließend unter anderem für das Heereswaffenamt, als Referent des Reichsministers für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, und als Jurist bei der Organisation Todt tätig.

Im Nachkriegsdeutschland war Haack zunächst als freier Schriftsteller und Redakteur für die Deutsche Rundschau, den Rheinischen Merkur und die Neue Frankfurter Zeitung tätig.Harry Pross: „Deutsche Rundschau“ 1955–1960. In: Publizistik. Band 36, 1991, S. 156–167. 1948 gehörte er zu den Mitgründern des Deutsch-Französischen Instituts.Frank Baasner: Fritz Schenk und die Gründung des Deutsch-Französischen Instituts. In: Ludwigsburger Geschichtsblätter. Band 73, 2019, S. 190–207, doi:10.57962/regionalia-20029.

1950 trat Haack in die Dienststelle für Auswärtige Angelegenheiten des Bundeskanzleramts ein. Er wurde Leiter des „Historischen Referats“ und der Bibliothek. 1951 wurde er in den Dienst des Auswärtigen Amts übernommen. Dort war er zunächst in der Kulturabteilung tätig. Anschließend war er ab 1952 Gesandtschaftsrat in Stockholm. Von 1955 bis 1958 war er Konsul in Toronto. Ab 1961 war er Botschaftsrat an der Botschaft in Washington. Von 1966 bis zu seiner Pensionierung 1970 war er als Gesandter erster Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der UNESCO in Paris. 1969 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Bemerkenswertes Das Bonmot „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, das häufig fälschlicherweise Winston Churchill zugeschrieben wird, geht höchstwahrscheinlich auf Haack zurück. In seinem 1946 in der Deutschen Rundschau veröffentlichten Aufsatz Ameisenstaat oder Sintflut schrieb er: Deutsche Rundschau 1946, S. 137–147, S. 139 books.google.

Schriften (Auswahl) Über den Nachruhm. Brüder Auer, Bonn 1951. Das geistige Gesicht Deutschlands. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1952 (Bilder: Erich Retzlaff). (Hrsg.): Diplomatengeflüster. Anekdoten vom Internationalen Parkett. Piper, München 1973, ISBN 3-492-02021-6 (mit sechs Linolschnitten von Eduard Prüssen).

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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