Jankowo () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Rychliki im Powiat Elbląski.
Geographische Lage Jankowo liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 20 Kilometer südwestlich der Stadt Pasłęk bzw. 22 Kilometer südlich der Kreismetropole Elbląg.
Geschichte Ortsgeschichte Bei dem einstigen Jankendorf handelte es sich um ein großes Gut mit entsprechend weitläufiger Parkanlage.Dietrich Lange: Jankendorf, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Am 28. September 1299 wurden die „Güter des Jonke“ in der Handfeste für (Königlich) Blumenau (1931–1945: Königsblumenau) erwähnt.Geschichtliches Orts-Verzeichnis (GOV): Jankendorf (Landkreis Preußisch Holland) Dieser Besitzer gab dem Ort wohl seinen Namen. Am 1. Mai 1923 wurden die Söhne des „Jonke“ als Besitzer des Gutes genannt.
Im Jahre 1437 fand eine Ortserwähnung im Zinsbuch des Deutschen Ordens statt. 1626 wurde Ludwig Finck als Erbsasse auf Jankendorf genannt, und von 1719 bis 1736 war Friedrich Reinhold Graf Finck von Finckenstein Herr auf Jankendorf.
Jankendorf wurde im Jahre 1785 ein „adliges Vorwerk und Dorf“ mit 20 Feuerstellen, 1820 als „adliges Vorwerk“ mit zehn Feuerstellen bei 131 Einwohnern erwähnt. Zum Ort gehörte der Ortsteil Schweide.
Am 28. Mai 1874 wurde Jankendorf Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg.Rolf Jehke: Amtsbezirk Jankendorf/Königlich Blumeneau/Königsblumenau Der Amtsbezirk bestand bis 1937.
Aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt das noch heute erhaltene Herrenhaus in Jankendorf.Informationszentrum Ostpreußen: Jankowo – Jankendorf Seinerzeit war die Familie von Reibnitz Besitzer des Gutes, die auch über die Besitzungen in Kerschitten und in Geißeln verfügte. Das Gut Jankendorf hatte damals ein Fläche von 885 Hektar. 1878/1879 gestaltete der Gartenarchitekt Johann Larass den Park.
Die Einwohnerzahl Jankendorf belief sich im Jahre 1885 auf 320, im Jahre 1905 auf 265. Besitzer in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts war die Familie von Kobylinski, deren Namen sich noch heute auf Grabsteinen im Friedhof befinden.
Im Jahre 1928 vergrößerte sich Jankendorf um die Nachbarorte Köxten und Storchnest, die eingemeindet wurden. Jankendorf selber wurde 1937 in den Amtsbezirk Königsblumenau umgegliedert, und der Amtsbezirk Jankendorf aufgelöst.
441 Einwohner zählte Jankendorf im Jahre 1939, waren es doch im Jahre 1933 noch 483 gewesen.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Preußisch Holland
In Kriegsfolge wurde 1945 das gesamte südliche Ostpreußen an Polen abgetreten. Jankendorf erhielt die polnische Namensform „Jankowo“ und ist heute eine Osada (= „Siedlung“) innerhalb der Gmina Rychliki im Powiat Elbląski, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Das Gutshaus wurde nach 1945 von einem staatlichen Agrarbetrieb für Verwaltungszwecke und auch für Wohnraum genutzt. Die Innenräume sind einigermaßen erhalten, darunter auch die Stuckverzierungen, Öfen und Kamine sowie die repräsentative Treppe. Das Anwesen befindet sich jetzt in Privatbesitz.
Amtsbezirk Jankendorf (1874–1937) Bei seiner Errichtung gehörten fünf Kommunen zum Amtsbezirk Jankendorf, bei seiner Auflösung im Jahre 1937 waren es nur noch zwei:
Deutscher Name Polnischer Namen Anmerkungen Jankendorf Jankowo 1937 in den Amtsbezirk Königsblumenau umgegliedert Kerschitten Kiersity 1928 nach Krapen eingemeindet Köxten Sójki 1928 nach Jankendorf eingemeindet Krapen, ab 1897:Krapen I/Ober KrapenKrapen II/Unter Krapen KrupinKrupin GornyKrupin Dolny ab 1928: Krapen, 1937: Krapen in den Amtsbezirk Königsblumenau umgegliedert Storchnest Mokajny 1928 nach Jankendorf eingemeindet
Religion Bis 1945 war Jankendorf in den Sprengel Heiligenwalde der evangelischen vereinigten Kirchengemeinden Heiligenwalde-Blumenau im Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 470 außerdem in die römisch-katholische Pfarrei Christburg im Dekanat Stuhm, Bistum Ermland, eingegliedert.
Heute gehört Jankowo evangelischerseits zur St.-Georgs-Kirche in Pasłęk, einer Filialkirche von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, sowie katholischerseits zu Dzierzgoń im Dekanat Dzierzgoń, Bistum Elbląg.
Verkehr Jankowo ist von der Woiwodschaftsstraße 527 über den Abzweig Protowo direkt zu erreichen. Ein Abzweig nach Jankowo befindet sich auch auf der Straße Stare Dolno–Bągart.
Bis 1945 bestand über die Bahnstation (Königlich) Blumenau, 1931–1945: Königsblumenau Anschluss an den Abschnitt Elbing–Miswalde der Bahnstrecke von Elbing über Osterode (Ostpr.) nach Hohenstein. Die Bahnstrecke besteht nicht mehr.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Rychliki