mini|hochkant|Wappen Herr von Helfenstein, Herr zu Sporkenburg, Erbmarschall zu Trier, im Grünenberg-Wappenbuch, um 1480 Helfenstein (auch: Helffenstein o. ä.) ist der Name eines im 16. Jahrhundert erloschenen Kurtrierer Vasallen- und Ministerialengeschlechts, ursprünglich zu Burg Helfenstein beim Ehrenbreitstein.
Die Familie ist zu unterscheiden von den wappenverschiedenen schwäbischen Grafen von Helfenstein zu Burg Helfenstein (Geislingen an der Steige) und den wappenverschiedenen rheinländischen Edelherren von Helpenstein zu Burg Helpenstein (Neuss).
Geschichte Die Helfenstein waren seit dem 12. Jahrhundert bis 1538 Marschalle von Kurtrier und teilten sich im 14. Jahrhundert in zwei Hauptäste, von denen der ältere und angesehenere zu Sporkenburg mit der Marschallswürde 1538, der andere im benachbarten Müllenbach (Mühlenbach) 1579 im Mannesstamm ausstarb.Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst, Korrespondenzblatt, Bände 24/26, 1905, S. 41–44. (Rezension zu Die Geschichte der Herren von Helfenstein. Ein Beitrag zur Familien- und Landesgeschichte Kurtriers.)
Michel vermutet, dass der Stammvater des Geschlechts, Wilhelm I. von Helfenstein, der 1161 als Ritter im Gefolge des Trierer Erzbischofs Hillin von Falmagne mit Kaiser Friedrich I. vor Mailand lag und 1167 als Wilhelm Marschalk von Helphestein erscheint, mit einem 1157 erwähnten Trierer Ministerialen Wilhelm von Ehrenbreitstein, benannt nach Burg Ehrenbreitstein, wo die Familie ein Burglehn besaß, gleichzusetzen ist. Die Familie Helfenstein stamme also, so MIchel, von der Familie Ehrenbreitstein ab.Michel (1906), S. 4 f.
Laut Michel und Schleicher stellt sich die Stammfolge derer von Helfenstein wie folgt dar:Michel (1906), Stammtafel.Schleicher (1995), S. 84–89.
Wappen Das Wappen derer von Helfenstein zeigt einen geteilten Schild, in dem oben ein wachsender roter Löwe dargestellt ist. Das untere Feld ist entweder leer oder mit Lilien, Klee- oder Lindenblättern belegt. Es sind verschiedene Tingierungen überliefert: Gold über Blau mit rotem Löwen und goldenen Lilien/Klee-/Lindenblättern mit blau-goldenen Decken; Silber über Blau mit rotem Löwen und silbernen Lilien/Klee-/Lindenblättern mit blau-silbernen Decken. Auch die Helmzier variiert. So finden sich ein goldenes oder silbernes Gefäß aus dem wahlweise Blumen, fünf Straußenfedern (rot-silbern-blau-silbern-rot), schwarze Reiher- oder Pfauenfedern hervorkommen oder auch zwei Pfauenbüsche.Goeckingk (1882), S. 6.
Es besteht eine Wappenverwandtschaft mit den Herren von Eltz und den Herren von Esch von Langwiesen.Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 7. Abt.: Die Wappen des Nassauer Adels, Nürnberg 1858, S. 6 (uni-heidelberg.de) und Tfl. 6 (uni-heidelberg.de). Eine Stammesverwandtschaft ist nicht belegt.
Der Neusser Ortsteil Helpenstein hat sein Wappen an das Wappen derer von Helfenstein angelehnt.
Literatur Christian von Stramberg: Der Helfenstein, in: Ehrenbreitstein. Feste und Thal (Denkwürdiger und nützlicher rheinischer Antiquarius, welcher d. wichtigsten u. angenehmsten geograph., histor. u. polit. Merkwürdigkeiten d. ganzen Rheinstroms, von seinem Ausfluß in d. Meer bis zu seinem Ursprunge, darstellt), Band 1, Koblenz 1845, S. 183–211 (Google Bücher). Fritz Michel: Die Herren von Helfenstein, Ein Beitrag zur Familien- und Landesgeschichte Kurtriers, Trier 1906 (Google-Digitalisat / in PDF-Dateien gegliedert; Das Wappen; Stammtafel; Siegel) Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst, Korrespondenzblatt, Bände 24/26, 1905, S. 41–44. (Rezension zu Die Geschichte der Herren von Helfenstein. Ein Beitrag zur Familien- und Landesgeschichte Kurtriers.) Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 147 (hhu.de). Hermann von Goeckingk: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 7. Abt.: Der abgestorbene Nassauische Adel, Nürnberg 1882, S. 6 (uni-goettingen.de) sowie Tfln. 6 (uni-goettingen.de) und 7 (uni-goettingen.de). Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 8 (Mappe 585–665; Heimbach–Hoven) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 74), Köln 1995, S. 80–92. Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 1. Teil, 12. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 124 (uni-goettingen.de). Wappen Helfenstein. In: Ancien armorial colorié, où sont figurés les blasons de différents princes et seigneurs de France, Allemagne, Flandre, Angleterre, Espagne, Italie, etc., 1401–1500, f. 18v (Bibliothèque nationale de France).
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht Kategorie:Stammliste