mini|Chao Tayiana Maina (2025) Chao Tayiana Maina (* 1993) ist eine kenianische Historikerin, Spezialistin für digitales Kulturerbe. Sie befasst sich mit digitalen Geisteswissenschaften, öffentlicher Bildung und der Aufarbeitung verdrängter afrikanischer Geschichte. Im Jahr 2023 erhielt sie den mit 300.000 US-Dollar dotierten Dan-David-Preis.
Leben Maina wuchs in Ngong westlich von Nairobi auf und entwickelte ihr Geschichtsinteresse auch durch Erzählungen aus ihrer Familie. Sie studierte Mathematik und Informatik und erwarb anschließend einen Master in Visualisierung des internationalen Kulturerbes an der Universität Glasgow und der Glasgow School of Art. Während ihres Studiums der Informatik begann sie, sich publizistisch mit kenianischer Geschichte zu beschäftigen, nachdem ein Blogbeitrag über die Entstehung Nairobis viele Reaktionen aus Kenia und der Diaspora ausgelöst hatte. An der Universität Warwick forscht sie zur räumlichen und infrastrukturellen Nachgeschichte von Internierungslagern während des kenianischen Ausnahmezustands von 1952 bis 1960.
Wirken Mainas frühes Projekt Save the Railway dokumentierte seit 2012 die materielle und immaterielle Geschichte der Kenia-Uganda-Bahn durch Fotografien, Videos und Texte. Für dieses Projekt bereiste sie über vier Jahre hinweg mehr als 55 Bahnhöfe und machte daraus ein öffentlich zugängliches Archiv über alte Stationen. Im Jahr 2018 war sie Mitgründerin des Museum of British Colonialism, welches die Geschichte britischer Kolonialherrschaft und der Mau-Mau-Internierungslager in Kenia digital rekonstruiert. Das Museum arbeitet mit Augenzeugenberichten, Dokumenten, Feldbesuchen und 3D-Rekonstruktionen ehemaliger Lager. 2019 gründete Maina African Digital Heritage, eine in Kenia ansässige gemeinnützige Organisation für kritischere und stärker wissensbasierte digitale Lösungen im afrikanischen Kulturerbe. 2020 war sie Mitgründerin von Open Restitution Africa, einem Open-Data-Projekt zur Zugänglichmachung von Informationen über die Restitution afrikanischer materieller Kultur und menschlicher Überreste. In der Debatte um 3D-Repliken und Restitution betonte sie, digitaler Zugang könne physischen Zugang nicht ersetzen, aber ein Bewusstsein für kolonial entzogene Objekte schaffen. Ihre Arbeit nutzt digitale Visualisierungen, Aufnahmen mündlicher Geschichte und öffentliche Vermittlung, um verdrängte Wissensformen sichtbar zu machen. 2023 wurde sie mit dem Dan-David-Preis ausgezeichnet und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 300.000 US-Dollar zur Weiterentwicklung ihrer Arbeit. Im selben Jahr zählte New African sie in der Kategorie Wissenschaft und Akademie zu den 100 einflussreichsten Afrikanern.
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Einzelnachweise
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