Aquila, später Aren, war der Name eines Kölner Patriziergeschlechts, das auch im Schöffenkollegium vertreten war. Ein Namensträger ist im späten 14. Jahrhundert als Ritter belegt. mini|Wappen derer von Aquila (Aren) von 1297
Geschichte Möglicherweise stammte das Geschlecht aus der italienischen Stadt L’Aquila. Diese führt einen Adler im Wappen; das Wappen derer von Aquila könnte auf das der gleichnamigen Stadt zurückzuführen sein. Allerdings entstand die Stadt Aquila erst 1230, nach dem Willen Kaiser Friedrichs II. -Möglicherweise nannte sich das Geschlecht nach dem Haus zum Aren im Kirchspiel Niederich, das ihm aus mütterlichem Erbe zugefallen war.Manfred Groten: Köln im 13. Jahrhundert. Gesellschaftlicher Wandel und Verfassungsentwicklung, 1998, S. 277.
Das Geschlecht de Aquila gehörte noch im 13. Jahrhundert zur Kölner Führungselite, stellte von 1270 bis 1325 jedoch nur noch einen Schöffen und war danach im Engen Rat, in der Richerzeche und im Schöffenkollegium nicht mehr vertreten.Carola Goihl-Smuzcinski: Sozialer Aufstieg in der spätmittelalterlichen Stadt. Eine Analyse gesellschaftlicher Mobilität in der Kölner Stadtgesellschaft des 14. Jahrhunderts, 2024, S. 107. Für das späte 14. Jahrhundert ist der Ritter Conrad vom Aren (de aquila) in Köln belegt.Zu ihm siehe weiter unten.
Der Kölner Schöffe Henricus de Aquila (evtl. identisch mit Hermann vom Aren/Heinmann van dem Aren), 1278 als Heinrich de Aquila als Schöffe bezeugt, war ein Sohn des Hilger vom Aren. Sie gehörten zur Verwandtschaft der HardefustManfred Groten: Köln im 13. Jahrhundert. Gesellschaftlicher Wandel und Verfassungsentwicklung, 1998, S. 278.. Henricus de Aquila ist mit seiner Frau Hadwig im Schrein zu Vloitschiff (Haus in der Kölner Pfarrei St. Alban) verzeichnet. Sie hatten sieben Kinder:
Johann von Aquila Henrich von Aquila Catharina von Aquila Druda von Aquila Bliza von Aquila Greta von Aquila Clara von Aquila
1307 ist ein Herman de aquila mit seiner Frau Gertrudis im Buch Mülboim belegt. Deren Kinder ließen sich in diesem Jahr an das elterliche Erbe schreiben:
Johann von Aquila ⚭ Sophia Druda von Aquila ⚭ Friedrich von der Stessen Guderad von Aquila ⚭ Johann Loyf Hermann von Aquila Bela von Aquila, Begine Catharina von Aquila, Begine
Außerdem sind folgende Ausschnitte der Genealogie des Geschlechts bekannt:
Ludwig von Aquila (urkundlich 1316), Kanoniker zu St. KunibertLandesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0345 / Kamp, Urkunden AA 0345, Nr. 344, abgerufen am 10. Mai 2026. Johann (von Aren?) Johann von Aren, 1330 mit seinem Bruder an das Haus zum Aren geschrieben. Henrich von Aren Cunigunda vanme Aren, Witwe des Lambert von Wermelskirchen, Bürgerin zu Köln, machte 1354 ihr Testament: neben verschiedenen Legaten an kirchliche Einrichtungen (in einer war ihre Tochter Nonne) bedachte sie neun Söhne und Töchter aus den angesehenen Kölner Familien der Overstolzen und der Crop von Lyskirchen. Sie besaß ein Haus in St. Laurenz Unter Goldschmied. Wahrscheinlich entstammte sie der Familie de Aquila, Möglicherweise war ihr verstorbener Ehemann Lambert von Wermelskirchen selbst Goldschmied, denn Cunigunda vanme Arens Haus ad Aquilam (zum Adler) war in der Straße Unter Goldschmied gelegen.Carola Goihl-Smuzcinski: Sozialer Aufstieg in der spätmittelalterlichen Stadt. Eine Analyse gesellschaftlicher Mobilität in der Kölner Stadtgesellschaft des 14. Jahrhunderts, 2024, S. 106 f. Ritter Conrad vom Aren (de aquila) besaß und bewohnte ein Nebenhaus der geräumigen Kurie Kettwich in der Kölner Marzellenstraße am Fuß des Hügels Nidderich, während das Hauptgebäude 1374 bis 1383 Conrad, dem Bischof von Sebastia (Kölner Weihbischof bei Amtszeit des Kölner Erzbischofs Friedrich III. von Saarwerden), als Wohnsitz diente.Anton Fahne: Diplomatische Beitrage zur Geschichte der Baumeister der Kölner Domes, und der bei diesem Werke thätig gewesenen Künstler, Köln 1843, S. 14 f. Lambrecht von Aren, Kanoniker zu St. Aposteln, quittierte dem Herzog Wilhelm I. von Berg im Jahre 1383 200 Mark.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0020 / Berg, Urkunden AA 0020, Nr. 573, abgerufen am 10. Mai 2026. Goebel von Aren (urkundlich 1416) Goebel von Aren (urkundlich 1416), Mönch zu St. Pantaleon Ludwig von Aren († vor 1483), Ratsherr zu Neuss ⚭ Gertrud (urkundlich 1482)Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Stadtarchiv Neuss, B.01.10 / Kopiare, Nr. 031, abgerufen am 10. Mai 2026.
Wappen Blasonierung: Ein mit den Schwingen abwärts gekehrter Adlerflügel (redendes Wappen (pars pro toto): Aquila bzw. Aar bedeutet Adler).
Anton Fahne gab fälschlicherweise an, das Wappen derer von Aquila bzw. Aren beinhalte einen von vier Kugeln belegten Schrägbalken. So behauptete er, ein Conrad de Aquila führte dieses Wappen im Jahre 1393. Dies gibt zu erkennen, dass es eine zweite Familie von Aquila gab, die wohl in Siegburg ansässig war. Die Familie von Aquila, die später als von Aren bekannt war, benannte sich wohl um 1330 um. Nichtsdestotrotz ist eine Stammesverwandtschaft dieser Geschlechter nicht auszuschließen.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 8 (hhu.de). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, herausgegeben von einigen deutschen Edelleuten, Band 1 (A–K), Georg Joseph Manz, Regensburg 1860, S. 36 (Google Bücher).
Einzelnachweise
Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht