Natividade ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro in der Südostregion des Landes. Sie liegt im Norden des Bundesstaates nahe der Grenze zu Minas Gerais und gehört zur Region um Itaperuna. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf 15.551 geschätzt.
Geografie und Klima Natividade liegt im Nordwesten des Bundesstaates Rio de Janeiro auf einer Höhe von etwa 182 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 387,073 Quadratkilometer. Die Gemeinde grenzt an Porciúncula, Varre-Sai, Bom Jesus do Itabapoana, Itaperuna und an den Bundesstaat Minas Gerais. Die Gemeinde gliedert sich in die Distrikte Natividade, Bom Jesus do Querendo und Ourânia.
Das Gemeindegebiet wird vom Rio Carangola durchflossen, einem Nebenfluss im Einzugsgebiet des Rio Paraíba do Sul. Der Ortsname der früheren Verwaltungseinheit lautete daher zeitweise Natividade do Carangola. Das Klima ist tropisch mit warmen Sommern und milden Wintern.
Geschichte Die Besiedlung des Gebietes setzte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein. Nach den Angaben des IBGE begann die Kolonisierung zwischen 1821 und 1831; als Erschließer der Region wird José Lannes oder José de Lana Dantas Brandão genannt. Kurz darauf ließen sich weitere Angehörige seiner Familie sowie andere Siedler in der Gegend nieder.
Die wirtschaftliche Entwicklung war zunächst von der Landwirtschaft geprägt. Besonders wichtig waren der Kaffeeanbau und später die Rinderhaltung. Daneben entstanden weitere landwirtschaftliche Produktionszweige, darunter der Anbau von Reis, Mais und Bohnen. Durch die Anbindung an die Estrada de Ferro Leopoldina wurde der Ort stärker in die regionalen Verkehrs- und Absatznetze des Nordwestens von Rio de Janeiro eingebunden.
Der Distrikt Natividade do Carangola wurde 1853 durch Provinzgesetz geschaffen und gehörte zunächst zum Município Itaperuna. 1885 wurde der Ort unter dem Namen Natividade do Carangola zur Vila erhoben und aus Itaperuna ausgegliedert. Bereits 1887 wurde der Gemeindestatus jedoch wieder aufgehoben und das Gebiet erneut Itaperuna als Distrikt angeschlossen.
1938 wurde der Distrikt von Natividade do Carangola in Natividade umbenannt. Im Rahmen der Neuordnung von 1947 wurde Natividade erneut als eigenständiges Município geschaffen und von Itaperuna getrennt; die Installation der Gemeinde erfolgte am 22. August 1947.
1967 wurde der Gemeindename endgültig von Natividade do Carangola zu Natividade vereinfacht. 1991 wurde Varre-Sai aus Natividade ausgegliedert und als eigenständiges Município eingerichtet. Seitdem besteht Natividade aus den drei Distrikten Natividade, Ourânia und Bom Jesus do Querendo.
Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf 15.551 Personen geschätzt.
JahrEinwohner199114.638200015.125201015.082202215.074Volkszählungen
Wirtschaft Die Wirtschaft von Natividade war historisch durch Landwirtschaft, insbesondere Kaffeeanbau, sowie durch Viehzucht geprägt. Später gewann die Milch- und Fleischrinderhaltung an Bedeutung. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung spielen heute neben der Viehwirtschaft auch Dienstleistungen, ländlicher Tourismus und religiöser Tourismus eine Rolle.
Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag 2023 bei 27.095,37 Real. Die wirtschaftliche Struktur ist für kleinere Gemeinden im Nordwesten des Bundesstaates typisch und stärker regional ausgerichtet als die Industrie- und Dienstleistungszentren im Großraum Rio de Janeiro.
Religion Die Bevölkerung ist überwiegend christlich geprägt. Die Gemeinde gehört zum römisch-katholischen Bistum Campos. Von lokaler Bedeutung ist die Verehrung von Nossa Senhora da Natividade; der 8. September wird in der Gemeinde als Festtag der Schutzpatronin begangen. Berichte über Marienerscheinungen ziehen zudem religiöse Pilger an. Daneben bestehen evangelikale Gemeinden und weitere christliche Gemeinschaften.
Weblinks
Einzelnachweise
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