mini|Deckenfresko im Schloss Lustheim, zu dem Antonio Maria Bernardi 1686 die Scheinarchitektur der Randzonen beitrug Antonio Maria Bernardi (* im 17. Jahrhundert; † nach 1716) war ein italienischer Maler des Barock.

Leben Antonio Maria Bernardi und dessen Bruder Fabrizio stammten aus Bologna und wurden als Schüler des italienischen Malers Luigi Quaini erwähnt. Da sie häufig zusammenarbeiteten, ist ihr Œuvre nicht zu trennen, Fabrizio nahm jedoch eher die Rolle eines Gehilfen ein. Sie betätigten sich als Dekorations- und Kirchenmaler. Insbesondere als Quadraturmaler erlangten sie überregionale Bedeutung. Als ihre ersten Werke in Bologna gelten Deckengemälde im Santuario di Santa Maria del Monte und Gewölbedekorationen in der Basilika Santo Stefano, ferner der Plafond der Kapelle Christi in San Moisè in Venedig.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts zogen sie wie viele andere italienische Künstler und Handwerker von Hof zu Hof. Unter anderem traten sie in die Dienste des bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel. Für dessen Schleißheimer Schloss Lustheim wirkten sie an der Innenausstattung mit. Nach Karl Leopold Strauven wurde Bernardi unter Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz als Freskant am Düsseldorfer Hof engagiert.Karl Leopold Strauven: Über künstlerisches Leben und Wirken in Düsseldorf bis zur Düsseldorfer Maler-Schule unter Direktor Schadow. Voß, Düsseldorf 1862, S. 24 (Digitalisat) Nach Friedrich Lau soll Bernardi in Düsseldorf vornehmlich als Architekt gewirkt und den Chefarchitekten des Kurfürsten, Matteo Alberti, bei der Ausarbeitung seines großen Schlossplans unterstützt haben.Friedrich Lau: Geschichte der Stadt Düsseldorf. Band 1: Von den Anfängen bis 1815. Unveränderter Nachdruck der Originalausgabe von 1921, 1. Auflage, Antigonos Verlag/Outlook Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main 2025, ISBN 978-3-56393-820-1, S. 201 (Google Books) Bezeugt ist außerdem seine Tätigkeit als Innenausstatter, Bühnenbildner und Theateringenieur für das Opernhaus Düsseldorf. Der für die Düsseldorfer Oper wirkende Hofbeamte Giorgio Maria Rapparini lobte seine Fähigkeit, Scheinarchitekturen zu malen. Eine Scheinarchitektur zeigte auch Bernardis Ausmalung der Gewölbedecke der Düsseldorfer Karmelitissenkirche.Richard Klapheck: Die Baukunst am Nieder-Rhein. Band 2: Von Jan Wellem und der Baukunst des Jahrhunderts Karl Theodors von der Pfalz. Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1916, S. 9, 48 (Digitalisat) Nach dem Tod des Kurfürsten (1716) könnte er Düsseldorf verlassen und bis 1723 in Heidelberg gelebt haben.Lustheim, Webseite im Portal sueddeutscher.barock.ch, abgerufen am 11. Mai 2026

Literatur

Einzelnachweise

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